Die Promi-Geburtstage vom 16. Februar 2009: Richard Ford

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Deutsche Presse-Agentur

Als Kind hatte Richard Ford eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Doch das hielt ihn nicht davon ab, Schriftsteller zu werden - vielleicht im Gegenteil.

Es habe ihn gezwungen, sich Büchern langsam und mit viel Nachdenken zu nähern, sagte er einmal. Inzwischen gilt Ford längst als einer der wichtigen Autoren des modernen Amerika. Mit seinen Geschichten über das Leben und Leiden des ganz normalen Mittelstandsamerikaners gehört er zu den Vertretern des „dirty realism“, des schmutzigen Realismus. Heute wird er 65 Jahre alt.

„Ich halte meine Fähigkeiten für keineswegs überdurchschnittlich. Ich zähle mich zum Fußvolk“, behauptete der preisgekrönte Autor in einem Interview. Seine Fans sehen das anders. Vor allem die Trilogie um den höchst durchschnittlichen, gelegentlich fast langweiligen Helden Frank Bascombe gilt als Schlüsselwerk. Mit dem ersten Band „Der Sportreporter“ schaffte Ford 1986 seinen Durchbruch. Er erzählt darin von einem gescheiterten Schriftsteller und Sportjournalisten, der nach dem Verlust seines Sohnes in eine Lebenskrise gerät.

Der Folgeband „Unabhängigkeitstag“ (1995) wurde gleich mit zwei der wichtigsten US-Schriftstellerpreise bedacht, dem PEN/Faulkner Award und dem Pulitzer-Preis. Der von Familien- und Scheidungsnöten geplagte Bascombe arbeitet inzwischen als Immobilienmakler, und das Buch hat mit seinen starken Bezügen zur damaligen Immobilienkrise heute wieder eine unerwartete Aktualität. Der dritte Band „Die Lage des Landes“ stieß 2007 wegen seiner „Langatmigkeit“ zwar auf eher durchwachsene Kritik - an der Erzählkunst des Autors gab es jedoch keine Zweifel. „Er schreibt Prosa wie ein Poet Gedichte“ sagt sein Herausgeber Daniel Halpern.

In auffallend vielen von Richard Fords Romanen und Erzählungen geht es um das Thema Ehebruch - auch wenn das mit seinem eigenen Leben nichts zu tun hat. Er wurde 1944 in dem Südstaatenort Jackson, Mississippi, als einziges Kind eines bis zum Schluss liebevoll verheirateten Ehepaars geboren. Selbst ist er seit mehr als 40 Jahren mit seiner Frau, einer promovierten Stadtplanerin, verheiratet. Alle seine Bücher sind ihr gewidmet. „Das Erfinden unglücklicher Ehen wurde für mich zu einer Art Teufelsbeschwörung - eine beängstigende und doch fruchtbare Quelle für Dramen“, sagte er.

Neben seinen inzwischen neun Romanen schreibt Ford eine Vielzahl von Kurzgeschichten, die in renommierten Magazinen wie „The New Yorker“ oder dem „Esquire“ abgedruckt werden. Im vergangenen Jahr wechselte er nach einer 17-jährigen Beziehung zum Alfred A. Knopf-Verlag zu Ecco Press. Dort soll im kommenden Jahr sein nächstes Buch „Kanada“ erscheinen - ein „Roman über Rache und blutige Vergeltung in der kanadischen Prärie Anfang der 60er Jahre“, wie der Verlag vorab verriet. Über sein literarisches Vermächtnis mag der Autor nicht sinnieren. „Ich schreibe für die Menschen, die heute am Leben sind“, sagt er. „Über das, was nach meinem Abgang geschieht, mache ich mir keine Gedanken.“

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND MCENROE, John amerikanischer Tennisspieler 50 16.02.1959 Wiesbaden Deutschland ICE-T amerikanischer Rapmusiker und Schauspieler 51 16.02.1958 Newark USA POSTLETHWAITE, Pete britischer Schauspieler 63 16.02.1946 Warrington Großbritannien

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