Die Promi-Geburtstage vom 05. Februar 2009: Thekla Carola Wied

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Deutsche Presse-Agentur

Sie werde die neue Mutter der Nation werden, hat die Schauspielerin Inge Meysel einst über ihre Kollegin Thekla Carola Wied gesagt.

Und in der Tat standen die Chancen dafür in den 80er Jahren nicht schlecht: In der ZDF-Serie „Ich heirate eine Familie“ wurde Wied als patente Mutter an der Seite des Österreichers Peter Weck zum Publikumsliebling. Doch das treusorgende Image blieb nicht ewig an ihr haften. „So ist es nicht gekommen. Gott sei Dank!“, sagt Wied heute, auch wenn sie diese Rolle als Glücksfall sieht.

In mehr als 70 Fernsehrollen schlüpfte sie im Laufe ihrer 40- jährigen Karriere. „Heute habe ich wieder Sehnsucht nach der Theaterbühne“, bekennt die charmante Serien- und Filmschauspielerin, die am 5. Februar ihren 65. Geburtstag feiert, „ganz unauffällig und unaufwendig“. „Ich werde am Telefon sein und meine schöne Post öffnen.“

Als geborenes Glückskind sieht sich Wied trotz ihrer Erfolge nicht: „Nichts ist mir in den Schoß gefallen, ich habe immer dafür arbeiten müssen.“ Im Fernsehen spielte sie unter anderem an der Seite von Mario Adorf und Götz George. Wieds Publikum verfolgte ihre Auftritte in Krimiserien wie „Derrick“ und „Der Alte“.

Bekannt wurde die brünette Schauspielerin mit den grünen Augen bereits Ende der 60er Jahre in ihrem Leinwanddebüt „Spur eines Mädchens“. Dafür erhielt sie den Bundesfilmpreis in Gold als beste weibliche Schauspielerin. Im Laufe der Jahre kamen die Goldene Kamera, einige Bambis und der Bayerische Filmpreis hinzu.

Wied findet Gefallen an ihrer Popularität. „Ich finde es schön, wenn Leute auf mich zukommen und sagen: In Ihrer letzten Rolle haben Sie uns gefallen, danke schön! Wer hat das schon?“ Ihre Beliebtheit nutzt Wied für soziale Zwecke - als Botschafterin der SOS- Kinderdörfer hat sie auch drei Patenkinder aus Vietnam und Haiti.

Ihre muntere Natur ist bezeichnend, auch wenn Wied über das Alter spricht. „Das Rentenalter hat für den Schauspieler etwas Gutes.“ Mit 65 könne sie nun auch andere Rollenmöglichkeiten nutzen. „Komödien und die gute Unterhaltung werde ich nach wie vor betreiben.“ Den neuen Lebensabschnitt möchte sie aber auch nutzen, um wieder mehr Charakterrollen zu spielen.

Privat ist die Schauspielerin sehr zufrieden - ihr Mann sei „der größte Glücksfall meines Lebens“, sagt sie. „Und es ist kein Zufall, dass er kein Schauspieler ist.“ Seit 1992 ist sie mit Hannes Rieckhoff, dem ehemaligen Oberbürgermeister der baden- württembergischen Stadt Backnang, verheiratet. Auf einen Internetanschluss verzichtet das Paar - zu viel Zeit vor dem Computer wollen sie nicht verbringen. „Tägliche Spaziergänge durch den Englischen Garten sind unsere schönste Tradition“, erzählt Wied. Vor 28 Jahren war sie nach München gezogen und genießt seitdem ihre bayerische Heimat in vollen Zügen.

Geboren wurde sie im schlesischen Breslau im heutigen Polen, ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Berlin. Nach dem Abitur studierte sie Schauspiel in Essen, wo sie auch ihre Theater-Laufbahn begann. „Zunächst hatte ich gar nicht ans Fernsehen gedacht, ich wollte eine anständige Theaterkarriere machen“, erinnert sie sich. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, seit sie zuletzt auf einer Bühne stand. „Deshalb muss es wieder sein.“ Dieses Jahr noch wird sie am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater in Henrik Ibsens „John Gabriel Borkman“ zu sehen sein.

Anlässlich ihres 65. Geburtstages strahlt die ARD am 4. Februar Wieds neuesten Film „Schuldig“ aus. Sie spielt darin eine Journalistin, die angetrunken eine junge Frau umfährt. „Das ist ein Schicksal von antiker Wucht“, beschreibt sie ihre Rolle. Auf jeden Fall freut sie sich über den Sendetermin am Vorabend ihres 65.: „Das ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk!“

NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND SHEEN, Michael britischer Schauspieler 40 05.02.1969 Newport Großbritannien LEIGH, Jennifer Jason amerikanische Filmschauspielerin 47 05.02.1962 Los Angeles USA BÄR, Dietmar deutscher Schauspieler 48 05.02.1961 Dortmund Deutschland

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