Die Piloten der Formel 1: Nick Heidfeld

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Schwäbische Zeitung

Team: BMW Sauber F1 Team Startnummer: 6 Land: Deutschland Geburtsdatum: 10. Mai 1977 Geburtsort: Mönchengladbach (Deutschland) Wohnort: Stäfa (Schweiz) Größe: 1,67 m Gewicht: 61 kg Familie: verlobt mit Patricia, Tochter Juni, Sohn Joda F1-Debüt: Australien 2000 Größter Erfolg: WM-Fünfter 2007 Bisherige Teams: Prost (2000), Sauber (2000-03), Jordan (2004), BMW-Williams (2005), BMW Sauber (seit 2006) Homepage: www.nick-heidfeld.de

Für Nick Heidfeld kann es nur ein Motto für die neue Saison geben: Schluss mit der Berg- und Talfahrt und hinauf in die Gipfelregionen der Formel 1. Das zuverlässige Arbeitsmaterial von BMW-Sauber und seine stoische Gelassenheit, die oft als Nachteil verkannt wird, könnten sich dabei für ihn auszahlen. Zwar verlor der Mönchengladbacher 2008 das Stallduell gegen Robert Kubica ? Heidfeld wurde mit 60 Punkten WM-Sechster, der Pole (75) Vierter ? aber immer wieder beeindruckte „Quick-Nick“ auch mit fantastischen Überholmanövern wie in Silverstone und manchmal unpopulären Entscheidungen, wie etwa der Reifenwahl bei widrigen Bedingungen.

Ein weiterer Vorteil: Heidfeld wird leicht unterschätzt. Der mittlerweile zu den erfahrenen Piloten zählende Deutsche ist ein ruhigerer Vertreter im F1-Zirkus, der anderen gern das Rampenlicht überlässt. Zudem wirkt er eher als fairer Teamplayer als ein abgezockter Egoist. Doch auf der Rennstrecke legt der Familienvater alle Hemmungen ab. „Meine persönlichen Ziele haben sich in meiner ganzen Karriere nicht verändert: Ich versuche, aus jeder Runde und aus jedem Wochenende das Optimum herauszuholen“, beschreibt Heidfeld seine Arbeitseinstellung.

„Optimum“, das heißt Sieg. Darauf setzt auch BMW-Sauber. Denn Heidfeld, um dessen Vertragsverlängerung in der vergangenen Saison lange gerätselt worden war, wartet noch auf seine erste Topplatzierung. 2008 war er schon ganz nah dran. Gleich viermal belegte er den zweiten Platz. Zudem blieb er in 18 Rennen ohne Ausfall. Das gelang sonst keinem seiner Konkurrenten. Zu den Schattenseiten gehörte, dass Heidfeld oft zulange brauchte, um sein Auto auszubalancieren. So ging er oftmals von hinteren Plätzen ins Rennen und musste das Feld erst aufrollen.

Die Regelveränderungen in der Formel 1 begrüßt Heidfeld. „Die größten Veränderungen seit Ewigkeiten“ würden die Rennen noch spannender machen und ließen mehr Überholmanöver zu. Neue Hoffnung setzt Heidfeld auch in den F1.09. Im alten Wagen fehlte ihm bei aller Konstanz häufig der Topspeed, um ein Rennen zu entscheiden. „Das Auto gefällt mir. Ich bin froh, dass wir wieder Slicks haben“, ist „Quick-Nick“ von seinem blau-weißen Flitzer überzeugt. „Er sieht komplett anders aus als seine Vorgänger. Aber das Aussehen ist eh nicht entscheidend. Ich hoffe, dass der F1.09 schnell ist.“

(Stand: März 2009)

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