Die Heilige Barbara

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Barbara Vollmer
Barbara Vollmer (Foto: Barbara Vollmer)
Pfarrerin Barbara Vollmer und Bad Wurzach

Wir Evangelischen feiern keinen Namenstag, aber für mich war der Barbara-Tag immer schon etwas Besonderes. Mein Opa ließ es sich nicht nehmen, mir einen Barbara-Zweig zu schneiden. Die heilige Barbara war mir also von Kindheit an ein Begriff, auch wenn ich mitunter vergaß, wofür sie eigentlich stand. „Mami, von was bin ich eigentlich Heilige?“, hab ich als Kind meine Mutter gefragt. Die Erwachsenen fanden das amüsant, sie wussten ja, dass ich keine Heilige war….

Ja, wer war die Heilige Barbara denn dann? Die Legende erzählt, dass die Heilige Barbara die Tochter eines reichen Kaufmanns war. Sie soll im 3. Jahrhundert in der heutigen Türkei gelebt haben. Sie sollte einen heidnischen Mann heiraten, weil sie selbst aber an Christus glaubte, weigerte sie sich. Das erboste ihren Vater. Er ließ sie in einen Turm einsperren und verreiste. Aber als er zurückkam, hatte Barbara in den Turm ein drittes Fenster einbauen lassen, zum Zeichen der Dreifaltigkeit. Das erboste den Vater so, dass er seine Tochter mit dem Tod bestrafen wollte. Die konnte aber entkommen und auf der Flucht tat sich ein Felsspalt auf und Barbara konnte sich darin verstecken. Deshalb ist sie bis heute die Schutzheilige derer, die mit Fels und Sprengstoff arbeiten: die Bergleute und die Soldaten. Aber Barbara wurde verraten und schließlich doch gefangen und gequält. Nach grausamer Folter soll ihr ein Engel mit einer Pfauenfeder ihre schrecklichen Wunden geheilt haben. Deshalb wird sie zuweilen auch mit einer solchen Feder dargestellt. Weitere Attribute, an denen man sie erkennen kann, sind unter anderem der (besagte) Turm und auch ein Kelch, denn sie gilt als eine der 14 Nothelfer, die man in der Sterbestunde anrufen kann.

Zahlreiche Bräuche ranken um den Barbaratag. Einer davon ist der mit den Barbara-Zweigen. Wenn man sie am 4. Dezember schneidet, blühen sie an Weihnachten und stehen für den Glanz, den die Geburt des Erlösers in die dunkle Welt bringt und das ewige Leben. Der Brauch geht auf eine Begebenheit in Barbaras Gefangenschaft zurück: Sie soll einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinkgefäß benetzt haben. Und als der der Zweig in ihrer Zelle blühte, sagte sie getröstet: „Du schienst tot, aber bist aufgeblüht zu schönem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu neuem, ewigen Lebens aufblühen“.

Nach all ihren Qualen wurde Barbara von ihrem Vater eigenhändig enthauptet. In ihrer Todesstunde war sie sich aber ihres Glaubens und ihrer Erlösung gewiss.

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