Die Gemeinde muss für Wohnraum sorgen

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Die Gemeinde muss für Wohnraum sorgen
Die Gemeinde muss für Wohnraum sorgen

Auf dem Fischer-areal treffen zwei große Probleme zusammen und enden in einem Zielkonflikt. Auf der einen Seite will die Gemeinde Baindt auf dem Filetstück in der Ortsmitte Geschosswohnungsbau zulassen, damit ordentlich Wohnraum entsteht. Auf der anderen Seite altert die Gesellschaft, es gibt immer mehr Demenzkranke, die versorgt werden wollen und müssen. Auch und gerade dafür braucht es Platz. Im Sinne des Inklusionsgedankens ist es sicherlich schön, ein Altenzentrum in der Ortsmitte – also in der Mitte der Gesellschaft – unterzubringen. Und mit der Stiftung St. Franziskus hätte die Gemeinde Baindt auch eine alte bekannte und seriöse Partnerin.

Sicher ist aber auch, die von der Stiftung avisierten 3500 Quadratmeter sind viel zu hoch gegriffen. So viel Raumverbrauch für so wenige Menschen kann sich das Schussental nicht leisten. Die Lösung kann an dieser Stelle nur ein zwei- oder dreigeschossiger Bau sein – oder man findet einen anderen Platz für das Altenzentrum.

An dieser Thematik wird aber ein grundsätzliches Problem dieser Region umso deutlicher: Wir haben viel zu wenig Wohnraum, was sich in den exorbitant hohen und teilweise unbezahlbaren Mieten offenbart. Und an dieser Wohnungsnot sind die Kommunen ein Stück weit selbst schuld. Noch gibt es Flächen auf dem Land. Die werden aber allerorts vorzugsweise mit Einfamilienhäusern zugepflastert. In den Häuschen mit Gärten wohnen dann – wenn eine Familie einzieht – gerade einmal drei oder vier Personen. Diese Entwicklung kann der Umwelt und der Gesellschaft zuliebe so nicht weitergehen. Zwei Stichwörter seien hier genannt: Flächenfraß und soziale Verantwortung.

Oberschwaben und speziell das Schussental sind wegen der Wirtschaftsstärke Zuzugsregion. Das wird so bleiben, die Politik muss darauf reagieren. Was die Region jetzt endlich braucht, ist Geschosswohnungsbau, damit der Druck weniger wird. Auch die Landgemeinden stehen hier in der Pflicht.

p.richter@schwaebische.de

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