Die erste Ordination nach 15 Jahren

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Dekan Sebastian Berghaus und die Ausbildungsvikarin Britta Mann vor der Ordination.
Dekan Sebastian Berghaus und die Ausbildungsvikarin Britta Mann vor der Ordination. (Foto: Herlinde gross)
Herlinde Groß

TROSSINGEN – In der Martin-Luther-Kirche fand am vergangenen Samstag der Ordinations-Gottesdienst der Ausbildungsvikarin Britta Mann statt. Dekan Sebastian Berghaus nahm die Berufung in den Pfarrdienst vor und hielt auch die Festpredigt.

Britta Mann ist 31 Jahre alt und stammt aus Steinheim Kreis Ludwigsburg. Seit April 2018 hat sie in der evangelischen Kirchengemeinde ihre praktische Ausbildung zur Pfarrerin absolviert. Mit der Ordination wird sie nun zur Pfarrerin der Württembergischen Landeskirche. Sie wird Trossingen verlassen und eine Sonderstelle am evangelischen Stift Tübingen (Studienhaus) annehmen. Hauptaufgabe wird das Betreuen von Studierenden sein. Ihr größter Wunsch ist es, eine Promovierung anzustreben.

Nach dem Einzug unter gewaltigem Orgelspiel mit Kantorin Esther Holl begrüßte die Ortsgeistliche Gabriele Großbach die in der Kirche wegen den Coronaregeln weit zerstreuten Angehörigen, Freunde und Wegbegleiter von Britta Mann. Nach dem Psalmwort: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat“ freute sie sich besonders, dass nach 15 Jahren wieder eine Ordination in der Martin-Luther-Kirche stattfindet. Lautstark gab die Gemeinde mit dem Lied „Ich singe dir mit Herz und Mund“ ihr ja zur Freude, natürlich mit Mundschutz.

Dekan Berghaus nahm den Predigttext nach Heb.13 als Grundlage für seine Predigt. In Vereinigung der brüderlichen Liebe, spiele die Gastfreundschaft im Wirken eines Pfarrers eine große Rolle. Denn sie heiße Liebe zum Fremden, denen die Tür geöffnet wird. „Ich bin ein Fremder und ihr habt mich beherbergt und gespeist“, sprach bereits Jesus. Auch die Apostel erlebten Gastfreundschaft und konnten so die Lehre Christi weitergeben. So sind die Pfarrer Gastgeber im Gasthaus Kirche und Glauben. „Wir sind und bleiben eine Volkskirche weil alle Menschen eine Kirche und die Gastfreundschaft brauchen“, sprach der Dekan. Er sei stolz auf eine Kirche, die solch gute Gastgeber habe, denn Gast und Gastgeber begegnen sich auf Augenhöhe. Ohne zu ahnen, habe schon mancher einen Engel beherbergt. Jeder brauche Gastfreundschaft, wenn er wachsen und das klare Licht des Evangeliums aufleuchten lassen will. Dies wünschte Berghaus der neuen Pfarrerin und überreichte ihr einen Papierengel.

Für eine solche Gastfreundschaft, die sie in Trossingen erleben durfte, bedankte sich anschließend Britta Mann. In ihren zweieinhalb Jahren Ausbildungszeit habe sie viel gelernt. Schweren Herzens nehme sie Abschied, doch freue sie sich auch auf die neuen Herausforderungen in der Zukunft am Stift in Tübingen.

Nach einem Gebet von Schuldekanin Amrei Steinfort für die zukünftige Pfarrerin, nahm Dekan Sebastian Berghaus unter Beisein der bestellten Zeugen und des Kirchengemeinderates die Ordination mit Handauflegung vor.

Ordination ist die kirchliche Beauftragung zum öffentlichen Dienst an Wort und Sakrament und zur damit verbundenen Seelsorge und Leitung einer Kirchengemeinde, sei der Sinn dieser Handlung, erklärte später die Ausbildungspfarrerin Großbach. In ihrem Ordinationsgelübde versprach Britta Mann, dass sie bereit sei, ihren pfarramtlichen Dienst im Gehorsam gegen Jesus Christus nach den Ordnungen der Landeskirche zu tun und das Beichtgeheimnis wahren werde.

Pfarrerin Gabriele Großbach freute sich, dass Britta Mann jetzt auch zu denen gehöre, die einen Talar tragen dürfen. Er sei zwar weit, da könne man noch hineinwachsen. Die Weite könne auch vieles im Leben und dem seelsorgerischen Wirken zudecken, was nicht so gut gelang. Sie sei jedoch sicher, dass Britta Mann mit ihren Fähigkeiten und Talenten stets überall gute Gastfreundschaft erhalte. Großbach dankte ihr für ihre Freundlichkeit, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und vieles mehr während ihrer Ausbildungszeit. „Wir lassen Sie nur ungern gehen.“

Bei allen anschließenden Rednern kam das überdurchschnittliche Wesen, alle nur erdenklichen Vorzüge einer geradlinigen, menschenfreundlichen, energievollen und gläubigen Britta Mann zum Ausdruck. Man spürte, welche schwesterliche Liebe bei allen herrschte. Jeder dankte ihr für die gute Zeit. Grußworte sprachen als Zeugen auch Freundin und Pastoralreferentin Monika Amlinger, Inga Kaltschnee, Jugendreferent Kevin Klatt, Ausbildungsvikar Matthias Brandt, Kirchengemeinderat Elko Baumgart, Kantorin Esther Holl, Tafelladenleiterin Manuela Schwarzwälder, sowie der katholische Pfarrer Thomas Schmollinger

Instrumental begleitete Nikola Schlenker mit ihrer Geige zusammen mit Kantorin Esther Holl an der Orgel den Ordinationsgottesdienst.

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