DFB-Spitzentreffen soll U-21-Trainerfrage klären

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Bei einem Spitzentreffen mit Bundestrainer Joachim Löw und Sportdirektor Matthias Sammer will DFB-Präsident Theo Zwanziger einen Schlussstrich unter die zähe Personaldebatte um den neuen U-21-Nationaltrainer ziehen.

Ob danach Rainer Adrion, Heiko Herrlich oder ein Kompromisskandidat den deutschen Fußball-Nachwuchs betreuen wird, ist aber vorerst offen. „Es gibt noch keinen genauen Termin. Fragen sie mich am Freitag“, bestätigte Sammer das bevorstehende Treffen mit Zwanziger und Löw und deutete immerhin eine rasche Lösung an. DFB-Chef Zwanziger wollte sich nicht zu der langwierigen Trainersuche äußern. „Es gibt im Moment dazu nichts Neues“, hieß es aus seinem Büro.

Eine baldige Entscheidung muss im Interesse aller Beteiligten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) liegen. Zwei Monate nach der Trennung von Dieter Eilts wirft die anhaltende Diskussion kein gutes Licht auf die Entscheidungsstrukturen des Verbandes. Zudem steht schon am 10. Februar in Irland das erste Länderspiel des Jahres für die U 21 an. Die zuletzt genutzte Interimsvariante mit U-20-Coach Horst Hrubesch wird als Dauerlösung von niemandem präferiert.

Vom 15. bis 29. Juni soll das Team bei der Europameisterschaft in Schweden den größtmöglichen Erfolg einfahren. Wie wichtig eine intensive und detaillierte Planung der Vorbereitung auf Turniere ist, hatte Löw noch einmal in seiner Bilanz des EM-Jahres 2008 deutlich gemacht. Am Donnerstag war der Bundestrainer für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Aus seiner Präferenz für Adrion, mit dem er in seiner Zeit beim VfB Stuttgart Ende der 90er Jahre als Assistent gearbeitet hatte, macht Löw ohnehin kein Geheimnis. Zuvor verdeutlichte Teammanager Oliver Bierhoff nochmals die Haltung der sportlichen Führung. „Er wäre schon unser Wunschkandidat.“ Dass Nachwuchsfachmann Adrion beim VfB unter Vertrag steht und die Schwaben dadurch im Lizenzstreit mit DFB und DFL um ihren Teamchef Markus Babbel plötzlich ein „Ass“ im Ärmel halten, brachte die Löw-Strategie ins Wanken - und Sammer-Kandidat Herrlich überhaupt erst wieder ins Rennen.

Unabhängig vom Ausgang der Personalfrage um den Junioren-Coach wird beim DFB für die Zukunft zu klären sein, wer Entscheidungen trifft, wenn es um die Schnittstelle zwischen Juniorenteams und A- Nationalmannschaften geht: Chefcoach Löw oder Sportdirektor Sammer.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen