Devisen: Euro sinkt nach kräftigem Vortagessprung wieder unter 1,36 US-Dollar

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Der Euro ist am Freitag nach dem kräftigen

"Die am Mittwoch verkündeten aggressiven Wertpapierkäufe der US-Notenbank (Fed) lasten grundsätzlich weiter auf dem Dollar", sagte Experte Christian Melzer von der DekaBank. Mit dem überraschenden Paukenschlag zum Kauf von Papieren im Umfang von einer Billion Dollar hatten die Währungshüter sowohl die Märkte als auch Experten überrascht. Der Euro gewann daraufhin zum Dollar in der Spitze mehr als sieben Cent. Die Fed-Aktion dürfte auch in den nächsten Wochen und Monaten ein belastender struktureller Faktor für den Dollar bleiben, erwartet Melzer.

Enttäuschende Produktionsdaten aus der Eurozone stoppten den Höhenflug am Freitag allerdings. Der Einbruch der Industrieproduktion in der Eurozone hatte sich zu Beginn des Jahres überraschend beschleunigt. Die Produktion war nach Angaben der europäischen Statistikbehörde im Januar zum Vormonat um 3,5 Prozent abgesackt. Ökonomen hatten nicht einmal einen halb so starken Rückgang erwartet. "Nach den Daten ist man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt", sagte Melzer. Denn auch in der Eurozone sei die wirtschaftliche Lage desolat. Vor diesem Hintergrund dürften auch für die EZB unkonventionelle Maßnahmen inzwischen kein Tabu mehr sein. Doch die Notenbank habe auch noch Spielraum für eine weitere Zinssenkung. Die EZB hatte den Leitzins seit Herbst stetig gesenkt - zuletzt auf das Rekordtief von 1,5 Prozent.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,93950 (0,94050) britische Pfund , 129,87 (129,67) japanische Yen und 1,5291 (1,5385) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 954,00 (956,50) Dollar gefixt.

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