Devisen: Überraschend gute US-Konjunkturdaten drücken Euro unter 1,28 Dollar

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An den Devisenmärkten ist der Kurs des Euro

Am frühen Nachmittag hätten überraschend gute Daten zu den Umsätzen im US-amerikanischen Einzelhandel den Kurs des Euro zeitweise deutlich unter die Marke von 1,28 Dollar gedrückt, hieß es von Händlern. Zuvor habe jedoch die Zinssenkung der Schweizer Notenbank für den Höhepunkt des Tages an den Devisenmärkten gesorgt und ungewöhnlich starke Kursbewegung augelöst, sagte der Experte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Mit der Zinsentscheidung ist der Kurs des Schweizer Franken im Handel mit dem Euro massiv abgerutscht. "Das war großes Kino", beschrieb Experte Keller die Stimmung unter den Händlern.

Bisher galt der Schweizer Franken ähnlich wie der US-Dollar unter den Anlegern als ein Zufluchtsort in stürmischen Börsenzeiten. Mit der jüngsten Entscheidung der Schweizer Nationalbank, den Leitzins auf nahe Null zu kappen, hätten die Währungshüter in Zürich aber klar auf eine Abwertung des Franken abgezielt, sagte Experte Keller weiter. "Die Schweizer Währung hat sich damit ab heute aus der Reihe der Krisenwährungen verabschiedet." Dagegen hätten die schlimmer als befürchtet ausgefallenen Daten zur deutschen Industrieproduktion an den Devisenmärkten kaum eine Rolle gespielt, so Keller. Nach den starken Einbrüchen bei den Auftragseingängen sei dies von den Anlegern mehr oder weniger erwartet worden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,93080 (0,92550) britische Pfund , 124,30 (125,35) japanische Yen und 1,5225 (1,4772) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 925,25 (899,50) Dollar gefixt.

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