Deutsches UEFA-Cup-Trio kämpferisch

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Deutsche Presse-Agentur

Bremen bangt, Stuttgart hofft, Wolfsburg will kämpfen - nur der Hamburger SV kann dem Rückspiel der UEFA-Cup- Zwischenrunde entspannt entgegenblicken.

Nach dem 3:0 beim niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen stehen die Hanseaten so gut wie im Achtelfinale. Ein hartes Stück Arbeit erwartet dagegen den VfB Stuttgart, der gegen Cup-Verteidiger Zenit St. Petersburg das 1:2 von vor einer Woche wettmachen will. Gleich zwei Tore aufholen muss der VfL Wolfsburg gegen Paris St. Germain. Vor der wohl schwersten Aufgabe steht Vizemeister Werder Bremen, dem nach dem 1:1 im Hinspiel nun beim AC Mailand der nächste große Rückschlag droht.

„Wir dürfen uns nicht verstecken“, forderte Werders Trainer Thomas Schaaf vor der Abreise in die Mode-Metropole. Die Bremer müssen im Giuseppe-Meazza-Stadion mindestens ein Tor schießen, eine Defensiv-Taktik komme deshalb nicht infrage. „Nur zu reagieren, wäre falsch. Wenn wir uns zu sehr zurückziehen, dann werden wir abgeschossen“, betonte Schaaf, der auf den verletzten Tim Wiese verzichten muss. Den Nationaltorhüter ersetzt Christian Vander.

Der Ersatzkeeper forderte vor seinem UEFA-Cup-Debüt: „Wir müssen so leidenschaftlich und engagiert wie im Hinspiel auftreten, dann können wir für eine Überraschung sorgen.“ Den Sieg verhinderte vor einer Woche vor allem die eklatante Bremer Abschlussschwäche. Dagegen wird bei Milan mit Filippo Inzaghi wohl wieder die personifizierte Abgezocktheit vor dem Tor auflaufen. Auch der im Hinspiel erst spät eingewechselte „Leiharbeiter“ David Beckham soll laut Trainer Carlo Ancelotti „90 Minuten mitmachen“.

In Stuttgart wird der zukünftige Bayern-Profi Anatoli Timoschtschuk fehlen. Der Mittelfeld-Lenker von Zenit St. Petersburg kassierte beim Hinspiel-Sieg seine dritte Gelbe Karte und ist gesperrt. VfB-Trainer Markus Babbel wertete den Ausfall des Ukrainers als klaren Vorteil für die Schwaben. In den eigenen Reihen muss Babbel vor allem in der Abwehr einiges umstellen, Matthieu Delpierre und Arthur Boka fehlen verletzt, der Einsatz von Ludovic Magnin ist wegen einer Erkältung unwahrscheinlich. Dennoch verkündete Babbel: „Wir können voller Selbstvertrauen in die Partie gehen. Ich hoffe, dass wir den 1:2-Rückstand wettmachen können.“

Auch in Wolfsburg strotzt man vor der Partie gegen Paris vor Optimismus - und das trotz 0:2-Schlappe vom Hinspiel. „Es ist nicht einfach, aber dennoch machbar“, sagte Regisseur Zvjezdan Misimovic, und Trainer Felix Magath versprach: „PSG kann sich darauf einstellen, dass 90 Minuten Dampf gemacht wird. Wir werden 90 Minuten lang Druck machen und 90 Minuten lang auf Sieg spielen.“ Sorgen bereitet dem Coach jedoch die Personalsituation: Kapitän Josué ist gelb-gesperrt, Torwart Diego Benaglio fehlt verletzt und Verteidiger Sascha Riether plagen Kniebeschwerden.

Weniger mit dem Gegner als vielmehr mit der Disziplin seiner Spieler musste sich zuletzt Hamburgs Coach Martin Jol herumschlagen. Das Trainings-Scharmützel zwischen Jerome Boateng und Albert Streit will der gelassen wirkende Coach aber schnell vergessen und die Augen auf Nijmegen richten. „Wir werden nicht denken, dass es ein Selbstgänger wird“, betonte der Niederländer trotz komfortablen Vorsprungs gegen seine Landsleute. Verzichten muss Jol auf Piotr Trochowski wegen einer Magen-Darm-Grippe und auf den am Oberschenkel verletzten Guy Demel. Dagegen hofft der bis Saisonende ausgeliehene Venezolaner Tomas Rincon auf seinen ersten Einsatz im HSV-Trikot.

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