Deutsche Designer bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Auch zwei deutsche Modemarken haben die Prêt-à-Porter-Schauen der Damenmode für Herbst/Winter 2009/10 in Paris erobert: Models präsentierten Wolfgangs Joops Linie Wunderkind sowie das Münchner Label Talbot Runhof.

Beide haben es geschafft, sich einen festen Platz auf dem Schauenkalender zu sichern, und spielen immer souveräner ihren Part. Joop lehnte seine Entwürfe bei konstruktivistischer Malerei der 20er-Jahre wie auch zeitgenössischer Fotokunst an und mixte dies zu einer Kollektion, die Zartes und Rustikales verband. Kastige oder skulptural gerundete Entwürfe in Wollstoffen standen neben duftigen Tuchröcken und -kleidern, deren geometrische Muster durch pudrige Farben subtil erschienen. Fotodrucke von Tieren der Wildnis wie Geparden oder Springböcke erhielten auf Joops Wollmänteln eine dreidimensional wirkende Tiefe.

Johnny Talbot und Adrian Runhof hatten sich von einem Edelbordell im Deutschland der Vorkriegszeit inspirieren lassen, das der Schließung durch die Nazis entgehen konnte und sich zu einer Glamour- Insel entwickelte. Die Designer widerstanden der Versuchung, Vulgäres am vorletzten Tag der Schauen auf den Laufsteg zu bringen. Sie zeigten pure Eleganz mit fließenden Roben in glänzenden Violett-Tönen mit breiten Schultern, schmaler Hüfte und wahlweise geraden oder sich öffnenden Röcken. Blickfang: eine zum abstrakten Druck verfremdete Tweedstruktur.

Auf Nummer Sicher gingen die neuen Valentino-Designer Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli. „Sauberer Chic“ rauschte hier über den Laufsteg mit fein drapierten Kleidern in Rottönen oder Nilgrün. Lange Cape-Mäntel mit Pelzbesatz dienten als Tagesgarderobe. Auf Seide aufgestickte Metallstäbchen oder Pailletten in Kaleidoskop- Farben offenbarten die Kunstfertigkeit des Traditionshauses, doch mangelte es etwas an Innovationskraft.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen