Der Weg bis zur „inneren Kündigung“ ist lang

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Deutsche Presse-Agentur

Der Weg bis zur inneren Kündigung ist meist lang. „Das ist ein schleichender Prozess“, sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Oft ließen sich die Mitarbeiter ab einem bestimmten Punkt nicht anmerken, wie unzufrieden und demotiviert sie sind.

Spätestens dann seien sie von der „inneren Kündigung“ nicht mehr weit entfernt. Generell sei die Neigung gering, mit den Vorgesetzen über die Gründe für nachlassende Motivation zu reden. Angesichts der schwierigen Konjunkturlage werde die Bereitschaft dazu sogar noch abnehmen.

Allerdings sei es häufig auch so, dass Führungskräfte kein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter haben. An diesem Punkt mache sich bemerkbar, dass in Deutschland Führungskräfte in erster Linie nach fachlicher Kompetenz ausgewählt würden und nicht mit Blick auf ihre sozialen Fähigkeiten. Viele merkten gar nicht, wenn ihre Untergebenen die Motivation verlieren. Eine Chance dazu bieten Hofert zufolge regelmäßige Zielvereinbarungsgespräche - allerdings werde sie selten genutzt: „Dabei werden oft nur Checklisten abgehakt.“ Solche Gespräche, bei denen Mitarbeiter Gelegenheit haben, ihre Vorstellungen über den weiteren Berufsweg zu formulieren, könnten jedoch ausgesprochen positiv für deren Motivation sein.

„So ein Vier-Augen-Gespräch muss es nicht nur einmal im Jahr geben“, sagte die Karriereberaterin. „Das kann ruhig öfter sein, muss aber keinen festen Rhythmus haben.“ Viele Chefs seien außerdem nicht besonders talentiert darin, ihre Mitarbeiter zu motivieren. Sehr häufig zeigten sie wenig Anerkennung für deren Leistungen - was das Engagement der Mitarbeiter hemmt.

Motivationsdämpfer seien in vielen Unternehmen auch die formalistischen Regelungen zum Einstieg in den Beruf oder zum Wechsel zwischen verschiedenen Positionen. Deutsche Arbeitgeber seien da oft strikt. „Das fängt damit an, dass Personalentscheider häufig sehr geradlinige Lebensläufe bevorzugen und geht damit weiter, dass man oft nicht einmal vom Marketing ins Controlling wechseln kann“, sagte Hofert. Mehr Flexibilität dabei könne auch mehr Motivation bedeuten.

Nach dem am Mittwoch (14.1.) veröffentlichten „Engagement Index 2008“ des Beratungsunternehmens Gallup hat in Deutschland jeder fünfte Arbeitnehmer „innerlich gekündigt“. Die große Mehrzahl (67 Prozent) macht lediglich Dienst nach Vorschrift. Der Kreis der wirklich engagierten Mitarbeiter ist der Umfrage unter 2000 Arbeitnehmern zufolge klein: Das gilt für gerade 13 Prozent. Einen Lichtblick gibt es: Das ist zumindest ein Prozent mehr als im Jahr davor.

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