Der Lindauer Kreisgruppe des Bund Naturschutz geht die Arbeit nicht aus

Lesedauer: 6 Min
 Für die Zukunft neu aufgestellt: Der fast komplette neue Vorstand des Bund Naturschutz mit (von links) Philipp Müller, Doreen S
Für die Zukunft neu aufgestellt: Der fast komplette neue Vorstand des Bund Naturschutz mit (von links) Philipp Müller, Doreen Schuff, Maximilian Schuff, Angela Maichel, Vorsitzender Erich Jörg und Sarah Fehr. (Foto: Tas)
Tanja Schittenhelm

Lindau - Der alte und neue Vorsitzende Erich Jörg ist stolz auf die vielfältigen Aktionen des Bund Naturschutz im Landkreis Lindau: Ob Pflege der Biotope oder Amphibienschutz, es fänden sich immer wieder Helfer. Das zurückliegende Jahr betrachten die Verantwortlichen des BN als eines mit Höhen und Tiefen. Die Kreisgruppe bestehe aktuell aus rund 1900 Mitgliedern. Als Höhepunkt des vergangenen Jahres gilt die Einweihung des Naturwaldreservat in der Rohrachschlucht, als erstes privates in Schwaben und als erst zweites des BUND.

Vorsitzender Erich Jörg und die rund 40 erschienenen Mitglieder gedachten zu Beginn des Abends vor allem dem verstorbenen Horst Stern, der „als Pionier des Naturschutzes“ gelte und unter anderem durch den gewonnen „Wäsenkrieg“ von rund 40 Jahren in Erinnerung bleibe. In seinem anschließenden Rückblick zeigte Jörg die Aktionen des BN auf und hob das Engagement der Mitglieder hervor. „Wenn es uns nicht gäbe, sähe es traurig aus“, fasste Jörg zusammen.

Für Freude sorgte das erfolgreiche Volksbegehren zur Rettung der Bienen. Negative Themen waren die Therme, wobei der BN an einer aussichtslos scheinenden Klage weiter dranbleiben möchte, sowie das Gewerbegebiet „In der Au“, welches wohl nur juristisch zu klären sei. Weiter sorgte das „nicht mehr tragbare“ Scheidegger Kunstschneedepot für Unmut, das eine Langlaufstrecke sichern soll. Sorgen bereitet Jörg aber auch der anhaltende Flächenfrass: Nach seinen Worten sind in diesem Jahr in 13 Kommunen 21 Projekte auf einer Fläche von insgesamt 42 Hektar geplant. Der BN-Vorsitzende ging aber auch auf den Stopp der Opfenbacher Umgehungsstraße ein: „Wenn man sich wehrt, kann man einiges erreichen, sonst nicht“, sagte Jörg.

Erich Kimpfler schilderte die Aktivitäten des Arbeitskreises Ellhofen. Mit dem Landschaftspflegeverband sei der weit über 100 Jahre alte Frauenschuh-Bestand im Naturschutzgebiet Osterholz gezählt worden. Zur Freude aller sei der Bestand der geschützten Orchideenart sehr gut. Was in Ellhofen jedoch Kopfzerbrechen bereitet, sei die ansteigende Zahl der Mountainbiker im Naherholungsgebiet Tobelrandweg.

Gebietsbetreuerin Isolde Miller berichtete über das wachsende Naturwaldreservat, von Pilz-Kartierungsprojekten, der wichtigen Renaturierung der Moore und dem hauptsächlich durch Lagerfeuer und Willkür gefährdeten Bodensee-Vergissmeinnicht. Das Exkursionsprogramm des vergangenen Jahren bezeichnete sie als erfolgreich, an 19 Veranstaltungen nahmen 500 Menschen teil.

Viele Angebote für den Nachwuchs

Geschäftsstellenleiterin Claudia Grießer informierte über die Umweltbildung für Kinder und Jugendliche. Dazu gehörten Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten wie die Streuobst-Schulwoche oder die Biobrot-Box in Zusammenarbeit mit dem ZAK. Daran nahmen rund 1500 Schüler teil. Die Angebote reichten bei den Erst- bis Viertklässlern von Ameisenexkursionen bis zum Bau von Wasserrädern und mit der neuen Gruppenleiterin Ramona Krause habe sich eine neue Kindergruppe gegründet. Dazu sei auch die „Müpfelgruppe“ (kommt von aufmüpfig) der Zehn- bis Vierzehnjährigen, sehr aktiv.

Grießer berichtete aber auch über die Zusammenarbeit zwischen dem BN und den Bauern, die durchaus funktioniere, unter anderem mit dem Artenschutzprojekt „Streuobstwiesen“, bei dem es sich um 1000 Bäume handle. Beim Amphibienschutz seien von Helfern 20 Strecken betreut und im vergangenen Jahr 4000 Tiere über die Straße getragen worden, so Grießer. Des Weiteren habe man sich bei der Biotop-Pflege engagiert.

Die Ehrung langjähriger Mitglieder hat beim BN Tradition. So wurden in diesem Jahr wieder Mitglieder mit der goldenen und der bronzenen Ehrennadel geehrt, die 40 oder 25 Jahre dem Bund Naturschutz die Treue halten.

Schatzmeisterin Birgit Mäckle-Jansen vermeldete Positives: Die Kreisgruppe könne bei der derzeitigen Finanzlage beruhigt in die Zukunft blicken, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass wohl weitere Kosten auf sie zukommen werden.

Da der Abend schon fortgeschritten war, sollten die Neuwahlen so rasch wie möglich ablaufen. Der neugewählte und nur minimal veränderte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen. Vorsitzender bleibt Erich Jörg, sein Stellvertreter Maximilian Schuff wurde ebenfalls wiedergewählt.

Dazu kommen die Beisitzer Doreen Schuff, Angela Maichel und neu Philipp Müller. Schatzmeisterin bleibt Birgit Mäckle-Jansen, Schriftführerin ist Sonja Kugler, Delegierten sind Sarah Fehr und Klaus Burger. Die Kassenprüfung übernimmt weiterhin Stefan Hilger. Erich Jörg ließ es sich nicht nehmen darauf hinzuweisen, dass im Vorstand des BN die Frauenquote weit über 50 Prozent liegt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen