Der Lack ist ab: Neue Farbe für das Balkongeländer

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Deutsche Presse-Agentur

Jeder, der selbst ein Haus oder eine Wohnung besitzt, weiß: Die eigenen vier Wände sind nicht nur Luxus, sie machen auch Arbeit. Zu den Dingen, die alle Jahre wieder überholt werden müssen, gehören die Geländer am Balkon.

Denn egal ob Holz- oder Metallbrüstung: Sonne, Regen, Wind und Schnee hinterlassen ihre Spuren. „Im Schnitt sollte eine Lackierung alle zwei, drei Jahre aufgefrischt werden, um die Schutzwirkung vor Witterungseinflüssen aufrechtzuerhalten“, rät Michael Bross vom Deutschen Lackinstitut in Frankfurt. Bei Holzgeländern, die Regengüssen und Sonnenstrahlen ausgesetzt sind, kann es allerdings auch vorkommen, dass man schon früher Hand anlegen muss, ergänzt Martin Kempf, Maler- und Lackierermeister aus dem bayerischen Alzenau. „Hier ist es erforderlich, den Anstrich jährlich zu überprüfen.“

Damit der neue Lack möglichst lange hält, sollte keinesfalls einfach wahllos über schadhafte Stellen gepinselt werden, warnen die Experten. „Eine neue Lackierung oder eine Anti-Rostbehandlung kann nur effektiv sein, wenn angegriffene Oberflächen vorher gründlich gereinigt und - im Falle von Metallgeländern - komplett vom Rost befreit werden“, erläutert Evelyn Steinbach von der DIY-Academy in Köln.

Holzgeländer sollten daher zuerst mit Sandpapier komplett angeschliffen und anschließend mit einer Kombination aus Bläueschutz und Einlassgrund behandelt werden, rät Michael Bross. „Diesen Mix erhält man verarbeitungsbereit in Fachgeschäften.“

Ist diese Schicht trocken, ist ein erneuter Abschliff notwendig, bevor eine lösemittelarme Grundierfarbe auf Acrylbasis aufgebracht wird. Danach heißt es dann wieder: Trocknen lassen und anschleifen. „Die Schlussbeschichtung besteht aus einer seidenglänzenden Acryl-Wetterschutzfarbe“, sagt Bross. „Die schützt dann wirklich vor UV-Strahlung und Feuchtigkeit.“

Bei Metallgeländern muss vor dem ersten Schleifen erst einmal die Drahtbürste ran, um alte Anstriche und groben Schmutz zu lösen. Feinarbeiten in schwierig zu erreichenden Ecken lassen sich danach mit Schleifpapier oder - für den, der es etwas weniger mühsam mag - mit elektrischen Schleifgeräten erledigen. Auch eine Heißluftpistole kann hilfreich sein, um alte Lacke zu lösen.

Das A und O ist dabei, dass rostige Stellen vollständig entfernt werden. „Dort muss es nach dem Schleifen wieder völlig blank aussehen“, erklärt Bross. „Andernfalls frisst sich der Rost weiter vor, und die ganze Mühe war umsonst.“

Bei der Grundierung muss dann zwischen Eisen- und Nichteisenmetallen unterschieden werden. Besteht das Geländer aus Stahl, rät Maler Kempf dazu, erst zwei Schichten Rostschutzfarbe und danach zwei Schichten Lackfarbe, die speziell für den Außenbereich gedacht ist, aufzutragen.

Ist das Geländer aber aus Zink, ist Vorsicht geboten, ergänzt Evelyn Steinbach. Ölhaltige Lacke blätterten ab, wenn sie mit Zink in Berührung kommen. Sinnvoller sei hier, erst einen Spezialhaftgrund zu verwenden und danach mit Lacken auf Wasserbasis zu arbeiten.

Wichtig ist außerdem, beim Lackieren das richtige Wetter abzupassen. „Die beste Zeit zum Streichen ist ein warmer Frühlingstag“, sagt Evelyn Steinbach. Ist es zu kalt und zu feucht, dauert es ewig, bis der Lack trocken ist. Ist es zu heiß, trocknet die Farbe zu schnell und Risse können entstehen. Direktes Sonnenlicht kann außerdem dazu führen, dass sich hässliche Blasen im Lack bilden.

Neben der Drahtbürste, Schleifpapier und in manchen Fällen vielleicht sogar einer Flex benötigt man zum Lackieren eines Balkongeländers Abdeckfolien, Malerkrepp, Farbwannen mit Abstreifgittern, Schutzhandschuhe, Staubmaske und Schutzbrille. Bei Rissen im Holz kann Holzspachtel nötig sein, für Metallgitter sind außerdem Reinigungs- und Entfettungsmittel sinnvoll.

Der Lack selbst wird je nach Beschaffenheit des Geländers mit Pinseln, Lackrollen oder einer Spritzpistole aufgetragen. Pinsel mit Naturborsten eignen sich dabei für lösemittelbasierte Kunstharzlacke, während wasserlösliche Acryllacke besser mit Kunststoffborstenpinseln aufgetragen werden. Lackrollen haben den Vorteil, dass der Lack „im Kreuzgang“ aufgetragen werden kann: Hierzu wird erst vertikal, dann horizontal und nochmals vertikal gestrichen, um Tropfenbildungen zu vermeiden. Für große Flächen und kleine Ecken und Kanten ist die Arbeit mit einer Spritzpistole ideal.

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