Staatsarchivarin Adele Korntaler (Gisela Sterk, Vierte von links), berichtet dem gierigen Bürgermeister Sepp Strohegger (Michael
Staatsarchivarin Adele Korntaler (Gisela Sterk, Vierte von links), berichtet dem gierigen Bürgermeister Sepp Strohegger (Michael Zell, Dritter von links) und seinem Gemeinderat über einen geheimnisvollen Jubiläumstaler. (Foto: ANDY HEINRICH)
Freier Mitarbeiter

Ein Lustspiel in drei Akten mit Kriminalcharakter haben im Rahmen der Premierenfeier am Donnerstagabend rund 160 Zuschauer im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) gesehen. Dabei sorgte „Der Jubiläumstaler“, so der Titel des Schaustückes, für so manche Verwirrung. Kommunalpolitischer Klüngel, ein folgenschweres Saufgelage samt vermeintlicher Leiche, ein lustiger Reigen mehrerer Missverständnisse, dazu eine Portion Liebe – und fertig ist ein Bühnenstück, dass die Darsteller in bester Manier ihrem Publikum zum Auftakt der Aufführungsreihe schenkten.

Eine gelungene Premiere hat die Theatergruppe Oberdorf am Donnerstag mit dem lustigen Drei-Akter „Der Jubiläumstaler“ feiern können. Dabei hätte die Auswahl des Stückes anlässlich der 1250-Jahrfeier der Gemeinden Oberdorf und Laimnau nicht besser hätte ausfallen können.

Sepp Strohegger, Bürgermeister, Land- und Gastwirt in einem beschaulichen Dorf, hat ein Problem. Adele Korntaler, attraktive Archivarin des Staatsministeriums, teilt dem Schultes mit, dass auf dem Gemeindegebiet ein wertvoller Jubiläumstaler vergraben sein soll. Das Problem: Der Bürgermeister soll auf Kosten der Kommune eine Suche nach dem Schatz organisieren und den Taler schließlich unentgeltlich dem Land übergeben.

Schnell wird ein perfider Plan ausgeheckt, um sich eigennützig daran bereichern zu können. Denn für eines ist der Schwabe bekannt: für seinen Hang zur Unabhängigkeit und zur Vermögensvermehrung sowie für die Fähigkeit, sich in ein Problem zu verbeißen, um zugleich von allen Seiten anzupacken, auch wenn es zunächst weh und nicht allen gut tut.

Das Vorhaben, den Taler selbst zu finden und gewinnbringend zu verscherbeln, wird von den lieben Ehefrauen letztlich durchkreuzt, auch, weil Magd Frieda mit dem trottligen Knecht Isidor im Hintergrund die Fäden zieht und dafür sorgt, dass aus einer vermeintlichen Leiche im Schrank ein Sack voller Steine wird, das zarte Pflänzchen Liebe zwischen Bürgermeistertochter Maria und dem Franz letztlich doch gedeiht und der Jubiläumstaler nicht nur ins Archiv, sondern am Ende in die Taschen der begeisterten Zuschauer wandert.

Stück lebt von den Schauspielern

„Der Jubiläumstaler“ lebt in Gänze von den wunderbaren Laienschauspielern, die durch ihre Gestik, Mimik, ihren Ausdruck aber auch durch ihre Textsicherheit bestechen und so manche Lachtränen in die Augen des Publikums treiben. Klasse: Das parallele Szenenspiel am Stammtisch sowie draußen vor der Traube sorgt für eine schon idyllische Dramaturgie mit führendem Spannungsbogen, während einige Zuschauer bei den Vermessungsarbeiten zu aktiven Nebendarstellern avancieren. Das Brot des Künstlers ist der Applaus, und den gab es am Ende reichlich.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen