Der Innenminister agiert unglücklich

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Unglücklich
Unglücklich (Foto: Roland Rasemann)
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

Geheimnisverrat, Gefährdung von Polizisten: Es sind schwere Vorwürfe, die Gewerkschaften und Opposition Innenminister Thomas Strobl (CDU) machen. Der agiert einmal mehr mindestens unglücklich.

Egal, ob Polizisten längere Zeit ins Milieu eingeschleust werden sollen oder Beamte in Zivil Drogen einkaufen – in beiden Fällen lebt der Ermittlungserfolg davon, dass die Verdächtigen selbst nichts wissen. Sollte ersteres geplant gewesen sein, wäre es in höchstem Maße fahrlässig, dies öffentlich zu verkünden. Bei zweiterem wäre es mindestens unnötig.

Anderseits kann man davon ausgehen, dass es sich unter Dealern herumspricht, wenn die Polizei seit Jahren Zivilbeamte als Käufer einsetzt. Außerdem gab es eine öffentliche Ankündigung „verdeckter Maßnahmen“ bereits zuvor. Ganz so hoch wie einige Oppositionspolitiker muss man die Sache also nicht unbedingt hängen.

Zurück bleibt zum wiederholten der Eindruck eines Ministers, der bei vermeintlichen Kleinigkeiten nicht genau hinschaut – oder hinschauen lässt. Und der Sprecher und Staatssekretäre vorschickt, um Kritik zu kontern. Strobl fehlt offenbar der Instinkt fürs Problematische. Das kann gefährlich werden für einen Politiker.

k.korf@schwaebische.de

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