„Der Herr hat Großes an ihr getan! – Auch mit dir hat er Großes vor!“

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Schwester Mirja Rilling
Schwester Mirja Rilling (Foto: M. Hofer)
Schwäbische Zeitung

Am 15. August feiert die Katholische Kirche das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. Maria wurde nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen. Diese seit alters geglaubte Wahrheit hat Papst Pius XII. im Jahr 1950 in ein Dogma gefasst.

Wer war Maria? Das Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) gibt ihr den Ehrentitel „Gottesgebärerin“. Den allmächtigen und allgegenwärtigen Gott in ein menschliches Gewand gekleidet zu haben, hebt sie über alle hinaus, selbst über die Engel. Durch Maria kam das Heil, die Rettung, die Versöhnung zwischen Gott und Mensch. Sie ist die Mittlerin, die Heilsträgerin, die Lebensspenderin. Durch sie ist dem Menschen das Leben neu geschenkt. „Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes!“ so singt der Mönch Hermann der Lahme auf der Reichenau (+1054) in seinem „Salve Regina“ uns zu.

Nun denn, wir sehen sie als das große Beispiel, in dem Gott sein Ziel mit dem Menschen kundtut. Sie hat erreicht „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ (1 Kor 2,9) Aufgenommen in den Himmel sei sie. Wenn wir den Propheten Jesaja beim Wort nehmen, dann steht Himmel für die Metapher des Festmahls mit den feinsten Speisen … erlesensten Weinen … der Tod für immer verschlungen …. Gott der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen … (s. Jes 25,6-8).

Sie, die große Liebende, konnte erreichen, was er, der die Liebe ist, dem Liebenden bereitet. Folgen wir ihrem Beispiel, lassen wir uns beschenken von der übergroßen Liebe und geben wir die Antwort eines geliebten Liebenden. So dürfen wir überzeugt sein, dass auch uns gilt: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, … hat Gott denen bereitet, die ihm ähnlich geworden sind.

Übrigens, am Oktavtag von „Mariä Himmelfahrt“, am 22. August, feiert die Kirche „Maria Königin“, in der Kunst vielfach dargestellt als die Krönung Mariens. An ihr sehen wir, was schon Psalm 8 besingt: „Von Gott mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt!“ Was mich betrifft, jedenfalls, will ich im Auge behalten, was Gott auch mit mir vorhat. „Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt.“ (Phil 3,14)

Schwester Mirja Rilling, Seelsorgerin an den Fachkliniken Wangen

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