Der Große Preis von China

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Schwäbische Zeitung

Ort: Shanghai Offizieller Name: Shanghai International Circuit Streckenlänge: 5,451 km Rundenzahl: 56 Renndistanz insgesamt: 305,066 km Internet: www.f1china.com.cn Letzte Sieger: 2008 Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) 2007 Kimi Räikkönen (Ferrari) 2006 Michael Schumacher (Ferrari)

China und die Formel 1 ? noch herrscht zwischen beiden Partnern keine rechte Harmonie. Weder ein Fahrer noch ein Rennstall aus dem Gastgeberland treten in der Königsklasse an. Auch fehlt es der Formel 1 hier an Tradition. Da fällt es den Organisatoren selbst im bevölkerungsreichsten Land der Erde schwer, neue Fans zu mobilisieren. 200.000 Zuschauer haben an der hochmodernen Strecke Platz, 2008 wurden nicht einmal die Hälfte gefüllt.

Dieses Jahr erhofft man sich in Shanghai durch den Terminwechsel vom Oktober in den April eine größere Zuschauerresonanz. Im Herbst gebe es einfach zuviel Konkurrenz durch internationale Veranstaltungen, erläuterte der Veranstalter. Doch ein Garant für einen plötzlichen Formel-1-Boom ist das nicht. Sogar Gerüchte, die Chinesen wollten den 2010 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern, machten die Runde. Eilig wurde dementiert. Shanghai habe noch Chancen auch wirtschaftlich Gewinn einzufahren.

Aus sportlicher Sicht ist der „Shanghai International Circuit“ ein durchaus interessantes Pflaster. Seit dem ersten Rennen 2004 gab es jedes Jahr einen anderen Sieger. Allerdings steuerten gleich drei davon einen Ferrari. 2008 gewann der spätere Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes.

Der Verlauf des 5,451 Kilometer langen Kurses ist - von oben betrachtet - der Form des chinesischen Schriftzeichens shàng nachempfunden. Dieses steht für „Höchste“ oder „Oberste“ und findet sich auch im Namen der Stadt „Shanghai“ wieder, der soviel bedeutet wie „über dem Meer“. 56 Mal durchfahren die Piloten beim Großen Preis von China dieses stilisierte Zeichen und kommen dabei auf eine Gesamtdistanz von 305,066 Kilometern. Auf der 1,3 Kilometer langen Geraden erreichen die Piloten Geschwindigkeiten von mehr als 310 Stundenkilometern. Als besondere Finesse ließ der deutsche Streckenarchitekt Hermann Tilke die an der Optik eines Schneckenhauses orientierte Schneckenkurve bauen, deren Radius in ihrem Verlauf immer enger wird.

(Stand: März 2009)

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