Der ewige Streit dauert noch

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Redaktionsleiter

Warum dauert das so lange?

Dass der Streit um den Bahnhof sich schon mehr als zehn Jahre hinzieht, nervt viele Lindauer. Wer deshalb allerdings auf den Stadtrat schimpft, zielt daneben. Denn es mag an Lindau gelegen haben, dass Ende der 90er Jahre nichts voranging. Diese Zeiten sind aber lange vorbei. Dass das Verfahren in den vergangenen fünf Jahren keinen Schritt weitergekommen ist, liegt ausschließlich an der Bahn AG. Damals hatten die Bahn-Manager das Planfeststellungsverfahren in Gang gesetzt, das nötig ist, um einen neuen Bahnhof in Reutin bauen zu dürfen. Der Stadtrat hatte damals ebenso Stellung bezogen wie andere Behörden und viele Bürger der Inselstadt.

Seinen vorläufigen Abschluss fand das Verfahren beim Erörterungstermin, der im April 2004 drei Tage lang im Freizeitzentrum Oberreitnau stattfand. Da konnte jeder seine Einwände zu Gehör bringen, die Bahner mussten antworten. An diesen drei Tagen kamen zahlreiche Mängel der Bahnpläne zutage. So hatten die Planer keinen Lärmschutz für die Anwohner der Schienen in Aeschach eingeplant, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist bei der Zahl von Zügen, die dort gemäß Bundesverkehrswegeplan in ein paar Jahren fahren werden. Auch die Frage der Inselanbindung und die Frage einer Unter- oder Überführung am Langenweg sollte geklärt werden, gab der Verfahrensführer der Regierung von Schwaben damals den Bahnern mit auf den Weg.

Nun werfen vor allem Beobachter von außerhalb den Lindauer Räten vor, sie würden starr auf Standpunkten bestehen, die sowieso nicht durchsetzbar seien und damit das Verfahren in die Länge ziehen. Richtig ist aber, dass die Unterführung für Lindau ebenso wichtig ist wie die Inselanbindung. Dass die Räte — durchwegs mit großer Mehrheit oder sogar einstimmig — auf ihrem Standpunkt beharrt haben, ist deshalb völlig richtig. Andernfalls könnte der Reutiner Bahnhof möglicherweise schon stehen — da haben die Kritiker wohl recht. Dies aber nur um den Preis, dass Lindau sich völlig der Bahn AG ausgeliefert hätte. und das ist sicher nicht im Sinne der Inselstadt.

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