Der Latzmann ging in Hundersingen um.
Der Latzmann ging in Hundersingen um. (Foto: SZ- khb)
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In Hundersingen hat sich, wie in nur wenigen anderen Dörfern der Region, der alte Brauch des „Latzmann“ erhalten. Traditionell haben hier am Pfingstmontag „d´r Latz und sein Gefolge“ wieder an den Häusern Eier, Mehl, Zucker oder Schmalz und natürlich auch Geld gesammelt. „Beire, Beira Oier raus, sonscht lass I dr Fuchs ins Hennahaus“ hieß eine der „Drohungen“, mit denen die Sammlerinnen und Sammler im Latzmann-Gefolge am Montag zu Spenden aufgefordert haben. Zu Spenden gezwungen werden mussten die Hundersinger aber nicht, denn im Dorf sind alle stolz auf ihren „alten Pfingsbrauch, der sich seit Generationen vererbt hat“.

Wie in den vielen Vorjahren, waren die jüngsten Hundersinger als „Pferdla“ verkleidet. Sie zogen den Sammelkarren und die aus Stroh gebundene Latzmann-Figur durchs Dorf. Mit Holzsäbeln bewaffnete Wächter passten auf, dass weder die eingesammelten Spenden noch „dr Latz“ geklaut wurden. Kaiser Philip Pilger ist es am Montag mit Unterstützung des Anführers Anja Fiderer, des „Teufels“ Alina Sauter und des „Roten“ Julian Aßfalg gelungen sein übermütiges Latzmann-Gefolge im Zaum zu halten und zum eifrigen Aufsagen ihrer Sprüche zu animieren. Nach der ausgiebigen Sammeltour durch Hundersingen waren Karren und Kässle gefüllt und traditionsgemäß gab es anschließend „auszogene Kiachla“ für die ganze Gruppe.

Zur alten Tradition in Hundersingen gehört auch, dass sich die Kinder vom Pferdle über Wächter und Sammler in „die Führungspositionen hochdienen“. Der diesjährige Kaiser scheidet aus dem Latzmann-Gefolge aus und im kommenden Jahr wird dann der Anführer seine Position übernehmen.

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