Demonstration der Stärke nach der Pause

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 Tanner Paul Leissner (links, hier nach einem Korberfolg beglückwünscht vom Teamkollegen Gianni Otto) trug maßgeblich zum überze
Tanner Paul Leissner (links, hier nach einem Korberfolg beglückwünscht vom Teamkollegen Gianni Otto) trug maßgeblich zum überzeugenden Sieg der Steeples in Nürnberg bei. (Foto: imago)

Basketball-Zweitligist Team Ehingen Urspring hat auch sein zweites Spiel im Jahr 2019 für sich entschieden. Eine Woche nach dem knappen Erfolg in Hagen setzten sich die Steeples am Freitagabend deutlich bei den Nürnberg Falcons durch. Nach ausgeglichener erster Halbzeit mit knappem Rückstand gewann das Team von Trainer Domenik Reinboth 88:67.

Die Falcons eröffneten die Partie durch zwei Punkte von Jackson Kent und erhöhten, unterbrochen durch zwei verwandelte Freiwürfen von Tim Hasbargen zum 2:2, durch Robert Oehle und Ishmail Wainright auf 6:2. Die Antwort der Steeples, die ohne ihre angeschlagenen NBBL-Spieler Kevin Strangmeyer und Franklyn Aunitz und somit mit einem kleinen Aufgebot angetreten waren, ließ nicht lange auf sich warten. Tanner Leissner und Kevin Yebo, erst aus der näheren Distanz und dann mit einem Dreier, drehten den Spieß um und brachten Ehingen Urspring erstmals in Führung – 9:6. Es sollte nicht der letzte Führungswechsel bleiben in der munteren, unterhaltsamen Partie.

Kurz darauf wendete sich wieder das Blatt, diesmal machte Nürnberg aus einem 7:13-Rückstand in recht kurzer Zeit eine 15:13-Führung. Nach dem 15:15 durch Tanner Leissner sorgten Nils Haßfurther mit einem Dreier und Pongo für das 20:15 der Falcons. Doch am Ende des Viertels hatten die Steeples die Nase vorn: Nach dem Korb von Dominique Uhl und dem Dreier von Gianni Otto lagen die Gäste gleichauf, dann sorgten Tanner Leissner von der Freiwurflinie und Daniel Monteroso aus dem Spiel für das 23:20.

Im zweiten Abschnitt trafen zunächst die Falcons, die mit 24:23 das Blatt einmal mehr wendeten. Sekunden später hatten die Steeples die Nase vorn, Seger Bonifant schickte den Ball aus der Distanz zum 26:24 in den Korb. Kurz darauf führte Nürnberg wieder, dann Ehingen Urspring, dann die Falcons und wieder die Steeples. Am Ende der ersten Halbzeit zählte man 13 Führungswechsel. Nürnberg lag nach 20 Minuten vorn, aber knapp (42:41).

Unverändertes Bild zu Beginn der zweiten Halbzeit: Tanner Leissner erzielte die ersten Körbe zum 43:42 für Ehingen Urspring, kurz darauf sorgte Marcell Pongo für die erneute Nürnberger Führung. Es sollte die letzte sein für den Gastgeber, denn die Steeples drehten danach richtig auf und spielten eines ihrer besten Viertel in dieser Saison. Es war eine Demonstration der Stärke des Reinboth-Teams, das in der Defensive kaum etwas zuließ und im Angriff seine Gelegenheiten nutzte. Rayshawn Simmons dirigierte ein stimmiges Orchester, das den 43:44-Rückstand rasch in einen 49:44-Vorsprung verwandelte und die Führung ebenso zügig ausbaute: erst auf 57:47 und – nach einem Nürnberger Korb – von 57:49 auf 69:49 nach 30 Minuten. Aus dem starken Gästeteam ragte neben Simmons auch Tanner Leissner noch heraus, der im dritten Viertel nicht nur ein Fels in der Verteidigung, sondern auch in der Offensive immer wieder zur Stelle war und sein Punktekonto auf 20 aufstockte, unter anderem durch drei Dreier.

Nach dem mit sage und schreibe 28:7 gewonnenen dritten Viertel war der Vorsprung der Steeples vor dem Schlussabschnitt komfortabel – im Hinterkopf war aber noch das Spiel in Hagen, als Ehingen Urspring ebenfalls schon deutlich geführt und den Sieg fast noch verspielt hatte. Diesmal kam es anders. Die Gäste hielten die Nürnberger auf Distanz. Erst als für Spielmacher Simmons nach seinem zweiten unsportlichen Foul die Partie fünf Minuten vor Schluss beendet war, kam Nürnberg auf und verkürzte den Rückstand von 22 Punkten (58:80) auf 15 (65:80). Doch die Steeples hatten unter anderem Tanner Leissner. Der US-Amerikaner, der gegen Hagen mit einem Cut am Auge vorzeitig ausgeschieden war, beseitigte mit zwei Körben zum 84:65 allerletzte Zweifel am Sieg der Gäste. Dominique Uhl erhöhte noch auf 88:65 gegen schwer geschlagene Nürnberger, denen mit einem spektakulären Dunk von Marvin Omuvwie der letzte Treffer des Abends blieb. Es war nichts anderes als bloße Ergebniskosmetik gegen ein überzeugendes Team Ehingen Urspring, das in Franken nicht nur seinen zweiten Auswärtssieg in Folge verbuchte, sondern den insgesamt zehnten Erfolg in der laufenden ProA-Saison. Und das bereits am 18. Spieltag.

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