Paul Gröber (l.) und Michael Lohner hoffen, dass sich ein Organisator fürs Brunnenfest findet.
Paul Gröber (l.) und Michael Lohner hoffen, dass sich ein Organisator fürs Brunnenfest findet. (Foto: Sz- eis)

Nach 35 Jahren droht das Munderkinger Brunnenfest in diesem Jahr erstmals auszufallen. Hauptorganisator Paul Gröber kann die Aufgaben nicht mehr bewältigen, deshalb muss sich jetzt dringend ein neuer Verantwortlicher finden.

Bereits im vergangenen Dezember hatte Paul Gröber angekündigt, dass er die 36. Auflage des Brunnenfestes nicht mehr organisieren kann. Zu sehr sei er zwischen seinem Geschäft, dem Engagement beim Handel- und Gewerbeverein und anderen Veranstaltungen eingespannt. Im Februar, beim jüngsten Treffen des Brunnenfestausschusses, hatte er erneut betont, dass er nicht mehr als Hauptverantwortlicher zur Verfügung stehe. „Trotzdem hat sich niemand gefunden, der die Aufgabe übernehmen will“, berichtet der stellvertretende HGV-Vorsitzende, der das Brunnenfest sechs Jahre lang federführend organisiert hat.

Von örtlichen Vereinen organisiert

Seit seinen Anfängen wird das Munderkinger Brunnenfest von den örtlichen Vereinen im Ehrenamt organisiert und das müsse auch in Zukunft so bleiben, ist sich Paul Gröber sicher. „20 Vereine sind am Brunnenfest beteiligt, es kann doch nicht sein, dass sich da niemand findet“, fügt er hinzu. Die Aufgaben bei der Organisation könnten sicher auch auf mehrere Schultern verteilt werden, wenn sich einer allein das nicht zutraue, so der bisherige Hauptverantwortliche.

Rufe danach, dass die Stadt als Organisator des Brunnenfestes in die Bresche springen müsse, kann Paul Gröber nicht teilen. „Die Stadt macht jetzt schon sehr viel und ist in all den Jahren immer ein zuverlässiger Partner gewesen, aber das Brunnenfest ist ein Fest der Vereine.“ Diese Auffassung teilt auch Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner, der betont, dass die Stadt in jedem Jahr die Hälfte der beim Brunnenfest anfallenden Kosten übernimmt und der Bauhof jährlich etliche Arbeitsstunden für das Brunnenfest aufwende. Zudem übernimmt Florian Stöhr von der Stadt, als zweite Hälfte des Brunnenfestausschusses, schon jetzt viele Aufgaben in der Festorganisation.

Nicht nur eine Einnahmequelle

Für die Vereine der Stadt sei das Brunnenfest nicht nur eine Einnahmequelle, weiß Paul Gröber. „Hier haben sie die Möglichkeit, sich zu zeigen, mit den Menschen in direkten Kontakt zu kommen und so vielleicht sogar neue Mitglieder zu gewinnen.“ Deshalb glaube er fest daran, dass sich ein neuer Organisator finden lässt.

„Das Brunnenfest funktioniert, wir übergeben eine attraktive Veranstaltung an den neuen Organisator“, appelliert der Bürgermeister an die Mitglieder der Munderkinger Vereine. Das Brunnenfest betone zudem die drei Innenstadtbrunnen als Aushängeschilder. Deshalb sichert Lohner auch weiterhin die gute Unterstützung der Stadt zu. Auch Paul Gröber betont, dass er seinem Nachfolger selbstverständlich mit Tipps und seinen Erfahrungen zur Seite steht. Bürgermeister Lohner kann den Entschluss Gröbers, sich aus der aktiven Brunnenfest-Organisation zurückzuziehen nachvollziehen, auch wenn er diesen bedauere. „Paul Gröber hat sich stark für das Fest eingesetzt, dafür bin ich ihm sehr dankbar.“ Ihm sei es gelungen, in den vergangenen Jahren hochkarätige Bands fürs den Samstagabend zu organisieren, so dass an dem Abend ein buntes Publikum nach Munderkingen komme. Der Sonntag stehe dann mehr im Zeichen der Familien.

Munderkingens Stärke sei immer die gute Vereinegemeinschaft gewesen, sagt Bürgermeister Lohner und fügt hinzu: „Deshalb ist für mich kaum vorstellbar, dass das Fest jetzt im Sande verlaufen könnte.“

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