Das Schornsteinfeger-Monopol fällt

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Deutsche Presse-Agentur

Sicherheitsüberprüfungen durch einen Schornsteinfeger sind Pflicht. Diese besaßen bislang das sogenannte Kehrmonopol auf die entsprechenden Dienstleistungen.

Nun aber bekommen sie Konkurrenz: Auch ausländische Kaminkehrer und Sanitärbetriebe dürfen künftig grundsätzlich beauftragt werden dürfen. Für Kunden bedeutet die Neuerung also eine größere Auswahl und unter Umständen geringere Kosten - sie bringt ihnen aber auch mehr Pflichten.

Ab sofort können Kunden entscheiden, ob sie für gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungen und Reinigungen den zuständigen Bezirksschornsteinfeger oder einen ausländischen Dienstleister beauftragen. Auch ein Kaminkehrer aus Frankreich, Polen oder Österreich könnte nach der neuen Regelung also diese Aufgaben ausführen. „Davon profitieren vor allem Kunden an grenznahen Standorten“, sagt Gerhard Luther, Experte für Energieversorgung an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Hintergrund ist ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union gegen Deutschland.

In der Praxis ist aber noch gar nicht gesagt, dass ausländische Betriebe den deutschen Kollegen die Hoheit auf deutschen Dächern streitig machen. Immerhin müssen Kunden die Anfahrtsgebühren berücksichtigen. Für viele Immobilieneigentümer dürfte eine gewisse Wahlfreiheit daher erst Realität werden, wenn auch die Konkurrenz auf dem Binnenmarkt wächst. Erst in vier Jahren läuft der „Bestandsschutz“ aus. „Derzeit gibt es für Verbraucher noch keine sichtliche Änderung“, sagt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) in St. Augustin bei Bonn.

Zum Jahresende 2012 könnten die Sanitärbetriebe verstärkt auf den Markt für Schornsteinfegerdienstleistungen gehen. Ob sich das für Verbraucher günstig auswirken wird, ist allerdings noch nicht absehbar. Denn bestimmte hoheitliche Sicherheitsüberprüfungen darf auch dann weiter nur der Schornsteinfeger übernehmen, erläutert der Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) in Saarbrücken.

Verbraucher erhalten mit den neuen Regelungen langfristig aber nicht nur mehr Auswahl - sie werden auch stärker in die Pflicht genommen. Von 2013 an müssen sie zum Beispiel selbst daran denken, dass gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungen der Brandschutzvorschriften sowie Umweltschutzmessungen an ihren Anlagen vorgenommen werden. Bislang besuchte der Schornsteinfeger jeden Haushalt in seinem Kehrbezirk automatisch mindestens einmal im Jahr.

Künftig wird lediglich die Feuerstättenschau noch regelmäßig - zwei Mal in sieben Jahren - vom Schornsteinfeger vorgenommen. Aus Sicht des Eigentümerverbandes Haus & Grund in Berlin besteht aber wenig Anlass zur Sorge: Der technische Fortschritt habe hohe Sicherheit gebracht, sagt Präsident Rolf Kornemann. Ihn ärgert eher, dass sich auch fortan grundsätzlich zwei Handwerker um die Ordnung im Heizungskeller kümmern müssen: ein Heizungsinstallateur und ein Schornsteinfeger. Das sorge dafür, dass „Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter weiterhin zu hohe Gebühren zahlen müssen“.

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