Das Ravensburger Ferienprogramm feiert sein 40-jähriges Bestehen

Lesedauer: 7 Min
Das Ravensburger Ferienprogramm gibt es seit 40 Jahren.
Das Ravensburger Ferienprogramm gibt es seit 40 Jahren. (Foto: Veranstalter)
Schwäbische Zeitung
Mara-Lina Langbehn

Weitere Informationen zum Ferienprogramm gibt es auf www.ravensburg.de

Ravensburg (sz) - Vom 26. Juli bis zum 9. September sind in Baden-Württemberg Sommerferien. Für alle, die noch nichts Konkretes geplant und keine Lust auf Langeweile haben, bietet die Stadt Ravensburg in diesem Jahr zum 40. Mal sein Ferienprogramm an. In den vergangenen 40 Jahren konnten sich bereits etwa 130 000 Kinder und Jugendliche an den vielfältigen Angeboten des Ravensburger Ferienprogramms erfreuen.

Die DLRG und der TSB haben seit Beginn des Programms ununterbrochen mitgewirkt. Mara-Lina Langbehn hat sich mit Thomas Prüß, Erster Vorsitzender des TSB Ravensburg, und mit Hermann Raach, Erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Ravensburg, unterhalten.

Was hat sich in 40 Jahren Ferienprogramm geändert?

Prüß: Das Angebot im Ferienprogramm ist umfangreicher und vielfältiger geworden. Neben den traditionellen Sportangeboten (Fußball, Basketball, Tennis) gibt es verstärkt auch Trendsportarten im Programm (American Football, Baseball, Skatepark, Slackline). Neben den eintägigen Programmpunkten haben sich zunehmend die Sommerfreizeiten mit Übernachtung etabliert.

Raach: Durch viele neue Vorschriften und Bestimmungen wird es immer schwieriger, im Ehrenamt zu bestehen. Einige Dinge waren früher wesentlich unkomplizierter.

Haben sich die Ansprüche der Teilnehmer geändert?

Raach: Wir stellen fest, dass die Kinder nach wie vor genauso viel Spaß an unserem Programm haben wie früher. Die Plätze sind immer sehr schnell ausgebucht.

Prüß: Sowohl die neuen Angebote als auch die Klassiker im Ferienprogramm kommen bei den Kindern unverändert gut an, sodass gerade die beliebtesten Angebote regelmäßig sehr schnell ausgebucht sind.

Was ist Ihre Motivation, am Ferienprogramm teilzunehmen?

Raach: Im Zeitalter der digitalen Gesellschaft ist es uns besonders wichtig, Kindern soziale Werte und Allgemeinwissen zu vermitteln, indem wir uns mit den Kindern beschäftigen und ihnen zeigen, dass man seine Freizeit durchaus auch ohne Medien produktiv und amüsant gestalten kann. Zudem schafft das Ferienprogramm neue Kontakte und stärkt somit das soziale Umfeld. Die DLRG sieht sich in der Verantwortung, einen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten. Und das ein oder andere Mitglied hat so auch schon den Weg zu uns gefunden.

Prüß: Der TSB Ravensburg ist als einer der größten Sportvereine der Region für die regionale und überregionale Sportlandschaft aktiv. Wir sehen uns in der gesellschaftlichen Verantwortung, uns auch in diesem Jahr wieder am Ferienprogramm zu beteiligen, um den Eltern in der Ferienzeit eine verlässliche und abwechslungsreiche Kinderbetreuung zu bieten. Die Gewinnung von neuen Mitgliedern steht da eher im Hintergrund, auch wenn gerade unsere Trendsportarten wie zum Beispiel die Razorbacks (American Football) durch das Ferienprogramm das Interesse bei den jungen Nachwuchssportlern an dieser Sportart wecken. Zudem schafft die Teilnahme die Möglichkeit, junge Mitglieder als begleitende Übungsleiter einzubinden und das Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit zu wecken. Es ist ein tolles Lob, wenn Kinder und Jugendliche ihre Teilnahme bereits für das nächste Jahr wieder ankündigen.

Wie viel Aufwand bedeutet die Teilnahme am Programm für Sie?

Raach: In unserem „Alltagsgeschäft“ war es schon immer eine Herausforderung, zu überlegen, welche Aktivitäten wir anbieten könnten und wie sich diese schließlich erfolgreich organisieren lassen. Hierfür ist ein hoher zusätzlicher Material- und Personenaufwand notwendig.

Prüß: Der Aufwand bei den verschiedenen Programmpunkten ist sehr unterschiedlich. Bei einmaligen Programmpunkten, die an einem Tag durchgeführt werden, beschränkt sich der Aufwand in der Regel auf die vorbereitende Planung und den Veranstaltungstag selbst, da die durchführenden Übungsleiter regelmäßig im Trainingsbetrieb tätig sind. Bei mehrmaligen Angeboten ist der Aufwand durchaus größer. Anders sieht es dagegen bei den Ferienfreizeiten mit Übernachtungsmöglichkeit aus – hier ist durchgängig eine hauptamtliche Leitung erforderlich, die an den verschiedenen Tagen von vier bis sechs ehrenamtlichen Mitgliedern unterstützt wird.

Was schätzen Sie an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen?

Prüß: Wir freuen uns über die erfolgreiche Vermittlung von Teamgeist und Fairness im Sport, Integration und Inklusion, das heißt unabhängig von gesellschaftlicher Herkunft, körperlicher Leistungsfähigkeit oder Nationalität.

Raach: Es ist schön zu sehen, wie die Kinder im Laufe der Veranstaltungen aufblühen, sich integrieren und miteinander Spaß haben.

Welches Feedback bekommen Sie von den Programmteilnehmern?

Raach: Wir sind sehr zufrieden, da wir überwiegend sehr positive Rückmeldungen bekommen.

Prüß: Wir hören oft von Teilnehmern, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen oder Interesse an einem Schnuppertraining nach dem Ferienprogramm haben. Wir haben viele Übungsleiter, die früher selbst als Kinder am Ferienprogramm teilgenommen haben und hierdurch ihre Freude und Spaß an ihrer Sportart gefunden haben.

Werden Sie auch in Zukunft weiterhin am Programm teilnehmen?

Raach: Die DLRG Ortsgruppe Ravensburg wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne auch in Zukunft das Ferienprogramm unterstützen, um Kindern eine schöne und interessante Ferienzeit in der Heimat zu bieten.

Prüß: Solange die Stadt Ravensburg das Ferienprogramm auflegt, wird der TSB Ravensburg immer mit dabei sein

Weitere Informationen zum Ferienprogramm gibt es auf www.ravensburg.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen