Das Personenkarussell bei der Lebenshilfe dreht sich

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Personelle Veränderungen erfolgen aus den verschiedensten Gründen. So geschah beziehungsweise geschieht es derzeit bei der Lebenshilfe im Kreis Lindau für Menschen mit Behinderungen. Ein neuer Vorstand ist bereits gefunden. An dessen Spitze stehen Susanne Lippert und Dr. Albert Kirchmann. Die Suche nach einem Nachfolger von Geschäftsführer Frank Reisinger, der Ende 2020 in Rente geht, läuft.

Geschäftsführer Frank Reisinger wird Ende nächsten Jahres in Rente gehen – ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wird gesucht. Die Ausschreibungen sind bereits überall erschienen, die Bewerbungsfrist geht bis 10. August. „Wir hoffen, drei bis vier Kandidaten oder Kandidatinnen im Oktober genauer unter die Lupe zu nehmen mit dem Ziel, Ende des Jahres eine vertragliche Vereinbarung zu finden“, sagte Reisinger bei der Jahresversammlung der Lebenshilfe in der Cafeteria des Vereins in der Lauenbühlstraße in Lindenberg.

Drei Monate Einarbeitungszeit

Im Juli 2020 werde der oder die Neue die „Dreifachrolle als Geschäftsführer der Lebenshilfe und der Werkstätten und als Vorstand der Stiftung“ antreten, er werde ihn oder sie ein Vierteljahr einarbeiten.

Schatzmeister Heribert Riedmüller verabschiedet sich nach langen Jahren von seiner Rolle als Geldbewahrer. Seit 2006 begleitet er den Verein, jetzt sei es für ihn aus Altersgründen höchste Zeit, das Amt abzugeben.

Vorsitzender Werner Berschneider jedoch hat andere Gründe, seinen Vorsitz zu quittieren. Er habe die vergangenen Jahre gemeinsam mit seiner Frau viel Geld und viel Arbeit in das Wohnheim-Projekt Rainhaus gesteckt. Er habe Bedenken geäußert, dass ein Neubau der Berufschule auf dem Sportplatz neben dem denkmalgeschützten Haus dieses statisch beeinträchtigen könnte und auch ästhetische Gründe dagegen sprächen.

Daraufhin sei er so massiv beschimpft worden, dass er sich „diesen politischen Morast und die Verleumdungen“ nicht mehr länger antue. Als Vorsitzender der Lebenshilfe wolle er weiterhin dagegen vorgehen. Aber er möchte das von seinem Amt für die Lebenshilfe trennen, um den Verein vor diesen Querelen zu schützen. „Ich war immer der Meinung, dass der Lohn des Ehrenamts der Spaß an der Arbeit ist.“ Dieser sei ihm jedoch gründlich vergangen.

In ihren Grußworten bedankten sich stellvertretende Landrätin Margret Mader, zweiter Bürgermeister Karl Schober (Lindau) und dritter Bürgermeister Michael Wegscheider (Lindenberg) für die langjährige, engagierte Arbeit und wünschten dem neuen Vorstand gutes Gelingen. Das neue Führungsgremium wurde bei einer Gegenstimme gewählt. Neu dabei sind Albert Kirchmann als zweiter Vorsitzender und Alfred Böck als Beisitzer. Kirchmann war lange im Ausland tätig und will der Lebenshilfe nun zurückgeben, was sie für seine beiden Geschwister geleistet habe: „Ich werde mein Bestes geben.“ Böcks Sohn arbeitet bei der Lebenshilfe. Er sei glücklich, dass es seinem Sohn dort so gut gehe.

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