Das iPAd feiert Geburtstag

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Jobs präsentiert erstes iPad
Der damalige Apple-Chef Steve Jobs präsentiert im Januar 2010 das erste iPad. (Foto: John G. Mabanglo / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christoph Dernbach

Die Reaktionen auf die Vorstellung des iPad am 27. Januar 2010 fielen selbst für Apple-Verhältnisse überbordend aus. „Das letzte Mal, als es dermaßen viel Aufregung um eine Tafel gab, standen darauf ein paar Gebote“, schrieb das „Wall Street Journal“.

Auch der britische „Economist“ wählte einen religiösen Vergleich und zeigte Apple-Mitbegründer Steve Jobs weiß gekleidet und mit einen Heiligenschein auf dem Titelbild - mit einem „Jesus-Tablet“ in der Hand. In nicht einmal einem Monat verkaufte Apple eine Million iPads. Diese Schwelle wurde in der Hälfte der Zeit erreicht, die das iPhone dafür benötigte.

Im März 2011, neun Monate nach der Produkteinführung, waren bereits 15 Millionen Apple-Tablets verkauft worden. Das iPad legte damit den bis dahin erfolgreichsten Verkaufsstart eines Elektronik-Produkts für den Massenmarkt hin.

Die Pläne zur Entwicklung eines Tablet-Computers bei Apple reichen bis in die 80er Jahre zurück. Doch Steve Jobs legte nach seiner Rückkehr zu Apple 1999 die kühnen Tablet-Pläne der Apple-Ingenieure zunächst in die Schublade und fokussierte sich auf die Wiederbelebung des Macintosh-Computers und den Einstieg ins Musikgeschäft mit dem iPod im Jahr 2001.

Doch schon im März 2004 - drei Jahre vor dem Marktstart des iPhones - reichte Apple das Patent D504889 ein, in dem neben Jobs auch der damalige Designchef Jony Ive als Erfinder benannt war. Die Anmeldung enthielt Skizzen eines rechtwinkligen elektronischen Tablets mit abgerundeten Ecken. Genau so sollte sechs Jahre später das iPad aussehen.

Multitouch-Bildschirm kommt zuerst im iPhone zum Einsatz

Als die ersten iPad-Prototypen mit einem Multitouch-Bildschirm intern begutachtet wurden, änderte Jobs seine Strategie. Die neue Technik sollte zuerst den Smartphone-Markt umkrempeln.  Daher kam das iPad erst drei Jahre nach dem Start des iPhones 2007 in die Läden.

Wie beim iPhone setzte Apple nicht auf Chips von Intel, sondern auf eine eigene Lösung auf Basis der stromsparenden Architektur des britischen Chipdesigners ARM. Das iPad wurde von Anwendern nicht nur wegen der langen Akku-Laufzeiten geschätzt, sondern auch weil es als ideale Plattform für digitale Zeitungen und Magazine erschien.

Die Medieninhalte, aber auch Spiele und Produktivitäts-Apps trieben den iPad-Absatzerfolg an. Während Apple mit dem iPhone im Smartphone-Markt nie Anteile über 20 Prozent erreichen konnte, hängt das iPad seit 2010 die Konkurrenzprodukte von Wettbewerbern wie Samsung, Amazon, Lenovo und Microsoft ab.

Absatzzahlen erreichten 2013 ihren Höhepunkt

Eine Zeit lang sah es so aus, als würde das iPad tatsächlich auch die herkömmlichen Personal Computer massiv zurückdrängen. Die Absatzzahlen stiegen immer weiter und erreichten 2013 mit rund 70 Millionen Stück ihren Höhepunkt. Doch danach sanken die Verkäufe wieder, auch weil das iPad lange hält und im Vergleich zum Smartphone nicht so häufig durch ein neues Gerät ersetzt wird. Im Jahr 2018 wurden nur noch 43,5 Millionen iPads verkauft. Seitdem berichtet Apple keine Absatzzahlen mehr.

Um die iPad-Verkäufe wieder anzukurbeln, versucht Jobs-Nachfolger Tim Cook, das iPad stärker als Produktivitätswerkzeug und Instrument für kreatives Arbeiten zu positionieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzte sich Cook auch über ein Mantra seines Vorgängers hinweg und stellte im September 2015 ein iPad Pro vor, dass über einen Eingabestift („Apple Pencil“) verfügte.

Steve Jobs hatte sich stets dagegen gewehrt, Tablet-Computer oder Smartphone mit einem „Griffel“ auszustatten. „Man muss den herkramen - und dann verliert man das Ding“, sagte er bereits bei der Präsentation des ersten iPhones.

Video der iPad-Präsentation 2010

Konzept und Video "Knowledge Navigator"

iPad-Patent D504889

IDC zu PC-Absatz 2019

Titel "Economist" zum iPad-Start

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