Das Fieber steigt langsam: Münchens finale Vorbereitungen

EM-Spielort
In München laufen die EM-Vorbereitungen. (Foto: Peter Kneffel / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Manuel Schwarz und Cordula Dieckmann und Britta Schultejans

Angesichts sinkender Corona-Zahlen, frühsommerlichen Wetters und weitreichender Lockerungen steigt auch in München die Vorfreude auf die Fußball-EM.

Vier Tage nach dem Eröffnungsspiel in Rom ist am Dienstagabend auch die Arena in der bayerischen Landeshauptstadt mit dem ersten Spiel dran, wenn die deutsche Mannschaft den Weltmeister und Titelfavoriten Frankreich empfängt. Die Deutsche Presse-Agentur gibt einen Überblick über Organisatorisches und Atmosphärisches in München.

Wie viel ist zu spüren vom Fußball-Fieber?

Mit dem Rambazamba des bis dato letzten Heimturniers - der WM 2006 - ist die aktuelle Lage nicht zu vergleichen. Wegen Corona gibt es keine großen Public-Viewing-Zonen oder besondere Partys vor und während des Turniers. Auch von Fußball-Beflaggung in den Straßen oder Schaufenstern ist noch kaum etwas zu sehen. Die Lockerungen der Maßnahmen gegen die Pandemie aber wecken die Lust auf die anstehende EM - vor allem bei denjenigen, die zu den Spielen ins Stadion dürfen.

Ist die Arena bereit für das Comeback der Fans?

Die 14 000 Zuschauer, die unter einem strengen Hygienekonzept in das Stadion dürfen, sind über die Zuteilung der Tickets informiert und haben ihren Karten laut UEFA bereits erhalten. Rund um die Arena wurden die wenigen Aufbauten errichtet, darunter etwa Absperrgitter, Hinweistafeln, EM-Banner und ein einsamer, kleiner Fanshop. Zur Sicherheit patrouillieren vereinzelt Polizisten. Zu den Spielen bekommt die Münchner Polizei Unterstützung aus anderen Bundesländern.

Was ist in der Stadt zu erwarten?

Große Fanfeste sind nicht erlaubt, gemeinsames Fußball-Gucken in und vor Wirtshäusern, Bars und Biergärten aber schon. Nur muss dabei der Konsum von Speisen und Getränken im Vordergrund stehen, Fußball darf laut Gesundheitsministerium nur „im Hintergrund“ laufen. Wie genau das dann umgesetzt wird, muss sich erst zeigen. Laute Fußball-Hits aus dem Boxen zum Mitgrölen etwa sind nicht erlaubt. „Wir werden nichts dafür tun, dass hier eine übermäßige Stimmung aufkommt“, sagte etwa ein Sprecher des Münchner Löwenbräukellers.

Welche Anti-Corona-Maßnahmen sind einzuhalten?

Deutlich weniger als vor kurzem: Nach wochenlangen Einschränkungen dürfen wieder bis zu zehn Erwachsene aus unterschiedlichen Haushalten an einem Tisch sitzen. Die Sperrstunde wurde von 22.00 auf 24.00 Uhr gelegt. Einem gemeinsamen Biergartenbesuch steht also nichts mehr im Weg. Der Mund- und Nasenschutz muss auf dem Weg vom und zum Platz weiter getragen werden. Und wenn ein Biergarten mehr als 1000 Leute rein lässt, müssen diese einen PCR- oder Antigentest mitbringen. An einschlägigen Fußball-Feierzonen - etwa auf der Leopoldstraße - sind an Spieltagen Glasflaschen und Pyrotechnik untersagt. Ob Autokorsos zu erwarten sind, das kann die Polizei noch nicht absehen.

Wie groß ist die Erleichterung in München?

Veranstalter, Gastronomen und Politiker sind glücklich, dass nach vielen Corona-Monaten mit harten Einschränkungen zumindest teilweise wieder der Anschein von Normalität da ist. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hofft, dass etwas Freiheit und Lebensfreude zurückkehren. Möglich machte das die erfreuliche Entwicklung der Corona-Zahlen: Seit Anfang Mai geht die Sieben-Tages-Inzidenz kontinuierlich zurück. In dieser Woche lag dieser entscheidende Wert stets unter 25.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-954043/2

Corona-Regeln in Bayern

Polizei-Tipps zur EM

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