Das Danke der Woche

Lesedauer: 4 Min
 Matteo Felisoni
Matteo Felisoni (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

Auf und nieder, immer wieder – Zeit fürs neue „Danke der Woche“

Es geht dieses Mal an:

Lieder.

An Tagen wie diesen ist „Leider“ ein oft genutztes Wort. Doch wenn wir zwei Buchstaben vertauschen, wird „Lieder“ daraus und wir können uns mit folgender Geschichte etwas ablenken:

Es geht um Anita, die Fischerin vom Bodensee und Kurt, ein Jäger aus Kurpfalz. Noch heute, mit 66 Jahren, bekommen sie beim Gedanken an ihr erstes Treffen Herzbeben - hier kommt Kurt, aber auch sein Lieblingsmensch, regelmäßig ins Schwärmen…

Du ahnst es ja nicht.

Sie lernten sich im Urlaub kennen, an der Nordseeküste, und es war Sommer. Kurt lebte die Einstellung „Liebeskummer lohnt sich nicht“ und besuchte mit seinen Kumpels, Major Tom und Anton aus Tirol, eine Party im „Abenteuerland“. Irgendwie, irgendwo, irgendwann sah er Anita dort zum ersten Mal – und spürte sofort: Es war eine neue Liebe… - „Ich war noch niemals in New York“ begann Kurt schüchtern das Gespräch. „Ich war noch niemals auf Hawaii“ antwortete Anita und ergänzte flüsternd „es gibt kein Bier auf Hawaii“. Für Kurt war alles nur geträumt und er stammelte verlegen „Du bist ein Wunder“. Er war von ihren himmelblauen Augen verzückt und schnippte einen von 99 Luftballons weg – doch ein kleiner grüner Kaktus (er diente mit Rosen aus Athen und Tulpen aus Amsterdam als Deko) zerfetzte den Ballon mit einem lauten Heidschi-Bumbeidschi! Kurt lief an, wie ein rotes Pferd! Ein Stern und viele Herzilein flackerten vor seinen Augen. Alles war still und Anita weg. Er fand sie irgendwo, allein, allein unter einem Barhocker wieder. Denn Marmor, Stein und Eisen bricht, aber so ein Hocker hält das aus. „Suchst du die da?!“ hatte Major Tom ganz hossa, hossa gerufen und auf sie gezeigt, als sei der Skandal im Sperrbezirk ihre Schuld. Auch die kecke Rosi rief „da, da, da!“ und näherte sich Kurt mit funkelnden Augen. Doch mit einem „Hello Again“ kroch Anita wieder empor und stellte klar: „Er gehört zu mir…!“. Kurt flüsterte atemlos – „Lass uns gehen, doch ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein!“ – „Wohnst du denn weit, weit weg?“ fragte Anita. „Jenseits von Eden – über sieben Brücken musst du geh’n“ antwortete er nachdenklich und ergänzte feierlich „doch ich trag dich alles aus Liebe“ – da war sich Anita sicher, dass sie ihn schon bald heiraten würde, ganz in Weiß. Und nur Monate später, trug sie ähm, Flugzeuge im Bauch…, die schöne Maid.

Naja, also Danke.

P.S: Und was gibt‘s heute Abend noch? Kuchen. Aber bitte mit Sahne!

Lieder.

Mehr zum Thema

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen