Dalai Lama fordert „echte“ Autonomie für Tibet

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Deutsche Presse-Agentur

Am 50. Jahrestag des tibetischen Volksaufstands hat der Dalai Lama die Forderung der Exil-Regierung nach „echter“ Autonomie für Tibet innerhalb Chinas bekräftigt.

„Wenn diese Hoffnung erfüllt wird, würde das tibetische Volk seinen Beitrag für die Erhaltung von Einheit und Stabilität in China leisten“, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Dienstag im nordindischen Dharamsala. Noch immer allerdings lebten die Tibeter „in ständiger Angst“ vor den chinesischen Behörden. Zudem warnte der Dalai Lama vor einer Auslöschung der tibetische Sprache, Kultur und Identität.

In der Hauptstadt Neu Delhi protestierten unterdessen Hunderte junge Exil-Tibeter gegen die chinesische Besatzung. In Sprechchören forderten die Demonstranten ein Ende der Gewalt in Tibet. Zahlreiche Teilnehmer schwenkten tibetische Fahnen und Transparente mit Aufschriften wie „China lügt“, „Stoppt das Töten in Tibet“ oder „Dalai Lama“. Das geistliche Oberhaupt hatte die Exil-Tibeter zunächst dazu aufgerufen, in stillem Gedenken und mit Gebeten an den Jahrestag des Aufstands zu erinnern. „Uns bleibt keine andere Wahl als friedlich zu protestieren, dennoch verspüren wir große Wut gegenüber China“, erklärte einer der Protestteilnehmer.

Der Dalai Lama räumte in seiner Rede ein, dass der Dialog zwischen der Exil-Regierung und der Führung in Peking bislang keine Ergebnisse gebracht habe. Doch obwohl China seit vergangenem Jahr mit brutaler Gewalt auf Proteste der Tibeter reagiere, werde die Exil-Regierung auch in Zukunft am gewaltfreien „Weg der Mitte“ festhalten, so der Dalai Lama. Denn die Politik, sich im Dialog für Autonomie einzusetzen, werde von der großen Mehrheit der Tibeter unterstützt.

Am 10. März 1959 hatten sich in Tibet Tausende Menschen gegen die chinesische Besatzung erhoben. Der Aufstand wurde niedergeschlagen und der Dalai Lama flüchtete am 17. März ins Exil nach Indien.

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