Da mischen viele Beteiligte mit

Lesedauer: 3 Min
Redaktionsleiter

Welche Beteiligte spielen beim Bahnhofsstreit sonst noch eine Rolle?

Außer der Stadt gibt es viele andere, die ebenfalls Bedenken gegen die Pläne der Bahn AG für einen Festlandbahnhof haben. So hat das Landesamt für Denkmalschutz eingebracht, dass es wahrscheinlich in der Reutiner Bucht und im bereits verlandeten Gebiet, auf dem heute Schienen liegen, archeologische Funde geben könnte. Sollten Bagger dort graben, um Keller auszuheben oder Altlasten zu entsorgen, dann könnten sie auf wertvolle Funde einer Kultur stoßen, die wohl vor etwa 3000 Jahren am bayerischen Bodenseeufer gesiedelt hat.

Die Stadtwerke haben bekräftigt, dass der Umsteigepunkt ZUP nicht an den neuen Bahnhof verlegt werden kann, weil dann der Halbstundentakt und die bestehenden vier Linien nicht mehr funktionierten. Viele lindauer haben die Kritik der Stadt unterstützt, weil die Bahn AG den Festlandbahnhof zunächst ohne Unterführung geplant hatte. Inzwischen sehen die Bahner ein, dass dies den Autoverkehr von und zur Insel wegen der noch längeren Schrankenschlüsse lahmlegen würde.

Die Bodensee-Schiffsfahrtsbetriebe (BSB) beschwerten sich, weil bisher viele Fahrgäste vom Zug direkt aufs Schiff umsteigen, was ohne Inselanbindung nicht mehr möglich ist. Ähnlich stellten Anwälte im Auftrag privater Bürger aus Lindau den Antrag, die Insel ins Verfahren aufzunehmen. Wie Karl Schweizer vom Aktionskreis Lindau hatten sie der Bahn AG vorgeworfen, sie würde die Insel „willkürlich“ ausblenden.

Das massive Interesse gleich mehrerer Bürger für einen Inselbahnhof spricht dafür, dass es nicht reichen wird, wenn sich Bahn AG und Stadtrat einig werden. Auch Private haben in dem Verfahren massive Interessen und sind gewillt, diese mit vollem Einsatz zu verteidigen – bis hin zu Klagen gegen einen möglichen Beschluss des Eisenbahnbundesamtes. Solche Verfahren können sich hinziehen und sind meist mit der Auflage verbunden, dass die Bahn AG noch nicht mit dem Bau beginnen darf. Auch wegen der Vielzahl der Beteiligten, deren Verhalten heute niemand vorhersagen kann, steht völlig in den Sternen, wann die Bahn denn mit dem Bau eines neuen Bahnhofs beginnen kann und wann das Gebäude des Inselbahnhofs für mögliche andere Nutzungen zur Verfügung steht.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen