Critical Mass in Weingarten und Ravensburg: Fahrraddemonstration löst hitzige Debatte aus

Lesedauer: 4 Min
 Die Critical Mass in Weingarten sorgt jetzt für Diskussionsstoff.
Die Critical Mass in Weingarten sorgt jetzt für Diskussionsstoff. (Foto: Dorothea Halbig)
Crossmedia Volontärin

Die Berichterstattung zur Critical Mass hat auf der Online-Plattform der „Schwäbischen Zeitung“ für Diskussionen gesorgt. Die emotionale Debatte, in der sich Autofahrer und Radfahrer gegenseitig angehen, ist zwar nicht ganz neu, aber momentan aktueller den je.

Auch unter dem Artikel auf www.schwaebische.de schieben sich die unterschiedlichen Lager den Schwarzen Peter zu. Es gibt auch erschreckende Erfahrungsberichte – so schreibt etwa Carmen F.: „Kürzlich war ich in der Adlerstraße in Ravensburg als Fußgänger unterwegs. Plötzlich wurde ich von hinten von einer jungen, superdynamischen Mutter mit ihrem am Fahrrad angehängten Kinderanhänger angefahren. Als ich daraufhin um mehr Rücksicht bat, wurde ich beschimpft.“

Autofahrer nehmen Radfahrern gerne die Vorfahrt.

Leser Sascha A. gibt an, selbst Auto- und Radfahrer zu sein. Er ist der Meinung: „Autofahrer nehmen Radfahrern gerne die Vorfahrt, fahren oft zu schnell und überfahren Radfahrer beim Rechtsabbiegen. Nein das heißt nicht, dass deswegen Radfahrer alles dürfen. Ich meine nur, die Autofahrer regen sich gerne auf und sollten sich auch Mal an die eigene Nase fassen.“

Nach Meinung von Manfred L. ist die Politik in der Verantwortung: „Ravensburgs Politik, seit Jahren mit dem Credo, eine autogerechte Stadt zu sein, hat noch nie darüber nachgedacht, dass die Zukunft eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt sein wird.“ Darauf antwortet Manfred B.: „Ich bin viel mit dem Rad unterwegs, auch in Ravensburg, und ich muss Ihnen sagen, es war für mich noch nie ein Problem, mit allen Verkehrsteilnehmern klarzukommen.“

Die rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer gibt es aus meiner Erfahrung unter allen Verkehrsteilnehmern.

Marcus S. betrachtet die Problematik etwas neutraler: „Die rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer gibt es aus meiner Erfahrung unter allen Verkehrsteilnehmern: Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Wenn sich da jeder an die eigene Nase fassen würde, wäre viel und allen geholfen!“

Eine konstruktive Idee hat Andreas S. im Angebot: „Ich bin Radfahrer und Autofahrer und würde es begrüßen, wenn die Fahrräder auch Kennzeichen hätten.“ Dadurch würde auch dem Radfahrer ein Stück Anonymität genommen werden und man könnte sich gegen rüpelhaftes Verhalten rechtlich zur Wehr setzen.

Demonstrationen und Streiks finden immer dann statt, wenn es weh tut.

Auf einen verärgerten Kommentar, warum die Aktion denn zum Feierabendverkehr stattfinden musste, entgegnet Marcus S.: „Demonstrationen und Streiks finden immer dann statt, wenn es weh tut – sonst könnte man es ja auch gleich lassen“. Tatsache ist, dass immer mehr Leute auf das Fahrrad umsteigen und die Kommunen dies forcieren. Daher müssen sie sich überlegen, wie sie den Verkehrsraum neu gestalten.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen