Creedence Clearwater Revival „Live At Woodstock“

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Creedence Clearwater Revival
Creedence Clearwater Revival zu später Stunde in Woodstock. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Martin Bensley

Creedence Clearwater Revival war Ende der 70er Jahre eine äußerst erfolgreiche US-Rock-Band, aber sie wäre sicherlich noch größer geworden, wenn ihr Auftritt beim Woodstock-Festival in der legendären Dokumentation und auf dem Live-Album berücksichtigt worden wäre.

CCR-Frontmann John Fogerty aber war damals dagegen: „Wir waren nicht richtig gut“, sagte der Perfektionist rückblickend im Interview mit „USA Today“. Und das Publikum hätte auf die Band nicht reagiert: „Alle schliefen und wir standen in keinem guten Licht da.“

CCR betraten erst kurz nach Mitternacht am 17. August die Woodstock-Bühne, nachdem Grateful Dead, die für ihre ausufernden Auftritte berühmt waren, wieder einmal kein Ende fanden. „Wir sollten eigentlich der Top-Act des Abends sein, aber die Dead alberten wie immer die ganze Zeit herum“, sagte Fogerty später.

Und wie war der Auftritt der Band nun wirklich? 50 Jahre später kann man auf „Creedence Clearwater Revival Live At Woodstock“ die Band auf dem Höhepunkt ihres Könnens erleben. Zum Jubiläum gibt es erstmals eine digitale Version des kompletten Auftritts und eine Doppel-LP im Klappcover - leider ohne Booklet oder sonstige Infos zur Entstehungsgeschichte.

Bekannt für einen harten, bodenständigen Blues-Rock mit Country-Einschlag, konnten CCR damals nicht wirklich ahnen, dass das dreitätige Woodstock-Festival im Bundesstaat New York ein Meilenstein der Popkultur werden sollte - ein Weltereignis.

Für Creedence Clearwater Revival, die trotz Fogertys Vorbehalte eine gute Show ablieferten, war der Auftritt einfach nur eine weitere Station auf ihrer Tournee.

Creedence Clearwater Revivals vergessener Woodstock-Auftritt, eine Art „Greatest Hits“ der Band, beginnt mit „Born on the Bayou“ - gefolgt von weiteren Klassikern wie „Green River“, „Proud Mary“ und dem Song „Bad Moon Rising“, in dem der vermeintlich böse Mond über den Pinien- und Mangrovensümpfen Lousianas besungen wird.

Übrigens: Der oft abgekürzte Bandname ist eine kuriose Verbindung der englischen Wörter „creed“ (Glaube) und „credence“ (Vertrauen). Das Wort „Clearwater“ stammt aus einer Bierreklame, sollte aber etwas „tiefes und reines in unserer Musik“ darstellen, sagte Fogerty.

Creedence Clearwater Revival, die mal fast so groß waren wie die Beatles oder die Stones, bestanden nur vier Jahre (1968-1972). Zwei der sieben Studioalben schafften es auf Platz eins der US-Charts, aber eine Nummer eins in den US-Singles Charts konnten CCR nicht landen. Tom Fogerty stieg bereits Anfang 1971 aus, um solo weiterzumachen.

Nach dem Auftritt von Creedence Clearwater Revival betrat um 2.00 Uhr nachts schließlich Janis Joplin die Bühne.

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