Corona-Newsblog 15./16.1.: Wo steht Deutschland in der Pandemie?

Digital-Redakteur
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Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Sieben-Tage-Inzidenz über 500: Booster nach dem Booster? (15.31 Uhr)
  • Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht Höchstwert und steigt über 500 (07.16 Uhr) 
  • So rüstet sich die Sana-Klinik gegen die Omikron-Welle (20.43 Uhr)

Das waren die Meldungen am Wochenende.

++ So rüstet sich die Sana-Klinik gegen die Omikron-Welle

(20.43 Uhr) Die Corona-Fallzahlen steigen, nicht zuletzt durch die Omikron-Variante, auch im Landkreis Biberach zuletzt wieder stark an. Wie ist die aktuelle Lage an der Biberacher Sana-Klinik und mit welchen Maßnahmen wird versucht, zu viele Krankheitsausfälle beim Personal zu vermeiden?

Die Anzahl der Covid-19-Patienten ist seit gut zwei Wochen relativ konstant (Stand: Freitag), sodass die Biberacher Klinik derzeit über ausreichend Kapazitäten auf der Corona-Station verfügt. „Eine prophylaktische Erhöhung der bereitgestellten Betten ist momentan also nicht erforderlich“, teilt Kliniksprecherin Anja Wilhelm auf Anfrage mit. Bei erneut stark fortschreitender Pandemielage lasse sich eine weitere Aufstockung der Kapazitäten im Bereich der Abklärung und der medizinischen Versorgung von Corona-Patienten jedoch, wie bereits in den vorangegangenen Wellen, innerhalb kürzester Zeit realisieren.

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++ Wo steht Deutschland in der Pandemie?

(18.08 Uhr) Es ist schwer zu durchblicken: Erstmals übersteigt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz die 500er-Marke, hat mancherorts sogar Werte über 1500 erreicht.

Zugleich spricht das Robert Koch-Institut (RKI) von einer „neuen Phase der Pandemie“, in der reine Fallzahlen in den Hintergrund rückten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deutet die Abkehr vom „Team Vorsicht“ an. Und in vielen europäischen Ländern werden Corona-Maßnahmen gelockert. Wo steht Deutschland?

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++ Sieben-Tage-Inzidenz über 500: Booster nach dem Booster?

(15.31 Uhr) Die Virusvariante Omikron treibt die Corona-Zahlen in Bayern weiter steil nach oben. Einst galt die Marke 50 als kritische Grenze - jetzt ist die Inzidenz rund zehnmal so hoch. Nach mehr als 10.000 registrierten Neuinfektionen am Samstag und ähnlich vielen tags darauf lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat am Sonntag bei 527,4.

Damit haben sich binnen einer Woche mehr als 527 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt. An diesem Montag tagt das Kabinett, um über weitere Schritte in der Corona-Krise zu beraten.

Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner mahnte angesichts dieser Entwicklung zur zügigen Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung - mit den verfügbaren Impfstoffen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte an, in der Corona-Politik künftig einen „breiteren Ansatz“ verfolgen zu wollen. In einigen bayerischen Städten protestierten am Wochenende wieder tausende Gegner der Corona-Politik.

Seit dem 30. Dezember steigen mit der zur fünften Welle deklarierten Omikron-Variante die Infektionszahlen wieder rasant. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ist Omikron mittlerweile auch in Bayern die dominierende Virusvariante.

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++ Österreich wil Corona-Impfpflicht wie geplant im Februar einführen

(13.24 Uhr) In Österreich soll die Impfpflicht gegen das Coronavirus wie geplant Anfang Februar in Kraft treten. So steht es in dem Gesetzentwurf, den die Regierung am Sonntag vorstellte. Die Impfpflicht soll für Personen ab 18 und nicht wie bislang geplant ab 14 Jahren gelten.

Kontrollen sollen Mitte März beginnen, darunter im Straßenverkehr, wie Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte. Für Impfverweigerer gilt ein Strafrahmen von 600 und 3600 Euro, wenn sie einer Impfaufforderung nicht nachkommen und einen gesetzten Impftermin verstreichen lassen.

Das Gesetz gilt für alle Menschen mit Wohnsitz in Österreich. Ausnahmen sind für Schwangere und Menschen vorgesehen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Genesene sollten für 180 Tage ausgenommen sein.

Das Parlament soll das Gesetz am Donnerstag (20. Januar) beschließen. Das gilt als Formsache, weil die Regierungskoalition aus der konservativen ÖVP und den Grünen über die nötige einfache Mehrheit verfügt.

Von den Oppositionsparteien lehnt nur die von 2017 bis 2019 mitregierende rechte FPÖ eine Impfpflicht kategorisch ab. Gegner des Gesetzes kritisieren unter anderem, dass Impfungen vorgeschrieben werden, die die Weitergabe des Virus nur unzureichend verhindern.

„Es geht nicht um einen Kampf Geimpfte gegen Ungeimpfte“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer. Vielmehr gehe es darum, dass die ganze Gesellschaft wieder in Freiheit leben könne. Er wurde im Januar selbst positiv getestet. Er habe aber dank seiner Impfung immer die Zuversicht gehabt, nicht ins Krankenhaus zu müssen, sagte er. Nehammer erholte sich nach eigenen Angaben schnell.

++ Begegnung in der DEL2 zwischen Ravensburg und Landshut abgesagt

(12.30 Uhr) Das Spiel zwischen den Ravensburger Towerstars und der EV Landshut heute Abend musste abgesagt werden. Die Landshuter haben mit Corona zu kämpfen. 

++ Mehr zur Absage der Partie in der DEL2 lesen Sie hier ++

++ Corona-Demo in Ravensburg verläuft friedlich - deutlich weniger Teilnehmer als angekündigt 

(07.43 Uhr) Der erste angemeldete Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Ravensburg verlief am Samstag weitgehend friedlich. Rund 1800 Teilnehmer fanden den Weg in die Türmestadt und damit deutlich weniger als vom Veranstalter angekündigt. Bei der Kundgebung auf dem Parkplatz der Oberschwabenhalle kritisierten mehrere Redner die Maßnahmen der Corona-Politik mit teils "grenzwertigen Redebeiträgen". Dafür gab es auch Kritik aus den eigenen Reihen. 

++ Mehr zur Demo in Ravensburg am Samstag, lesen Sie hier ++

++ Querdenker schicken Drohschreiben an Schulen

(07.33 Uhr) In der Corona-Krise haben sogenannte Querdenker, Reichsbürger und Selbstverwalter nach Angaben der Bundesregierung auch Schulen und Kitas ins Visier genommen. Der Regierung sei bekannt, dass Gegner der Corona-Maßnahmen und der Impfkampagne in einzelnen Fällen vor Schulgebäuden demonstrierten und „dabei zuweilen auch das Zwiegespräch mit Schülern suchten“.

Das ergab sich aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Hierbei handelte es sich zum Teil auch um führende Personen der "Querdenken-Bewegung"“, schreibt das Ministerium weiter.

Zudem berichtet die Regierung von Briefen, E-Mails und Drohschreiben, die Reichsbürger und sogenannte Selbstverwalter an Schulen, Behörden, Lehrerkollegien und Kitas gesendet haben. In manchen Schreiben werden demnach „pseudojuristische Argumente“ angeführt, die den Corona- oder Masken-Verordnungen ihre Rechtsgültigkeit absprechen. Reichsbürger und Selbstverwalter erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihr Rechtssystem nicht an. Ob es im Zusammenhang mit den genannten Aktionen auch zu Straftaten kam, dazu habe das Innenministerium „keine Erkenntnisse“.

Die Informationen der Bundesregierung bestätigen Befunde einer repräsentativen Umfrage der Bildungsgewerkschaft VBE, an der Lehrkräfte im Mai teilnahmen. 22 Prozent hatten darin angegeben, dass sie an der eigenen Schule Beschimpfungen, Bedrohungen oder Beleidigungen im „Zusammenhang mit der Durchsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen“ erlebt hatten. 25 Prozent der Befragten berichteten von Beschimpfungen und Bedrohungen per Mail oder in Chats.

Rund sieben Prozent der Lehrkräfte gaben auch an, persönlich von solchen Vorfällen betroffen gewesen zu sein. Als Beispiele wurden Drohungen beim Elternabend, eskalierende Gespräche, Briefe sowie Drohungen mit Strafanzeigen und Berufsverboten genannt. Der Verband berichtete auch von Plakataktionen und Demonstrationen im Umfeld von Schulen. Anwaltsschreiben oder standardisierte Schreiben, die sich Eltern im Netz heruntergeladen haben, seien an Lehrer verschickt worden.

Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann rief die Bundesländer mit Hinblick auf die neuen Erkenntnisse der Bundesregierung dazu auf, „als Dienstherr“ ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Etwaige Angriffe auf Lehrkräfte müssten konsequent verfolgt und angemessen geahndet werden. „Schulleitungen und Lehrkräfte dürfen in dieser belastenden Situation nicht im Stich gelassen werden.“

Die Bildungsexpertin der Linken, Nicole Gohlke, nannte die Befunde alarmierend. „Ich erwarte vom Bundeskriminalamt und den Länderpolizeien, dass sie alles dafür tun, damit Beschäftigte und Kinder ohne Angst vor Einschüchterungen in die Schulen und Kitas gehen können.“ Was heute noch Hetze ist, könnte sehr bald in tätliche Übergriffe übergehen, warnt sie.

++ Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht Höchstwert und steigt über 500

(07.16 Uhr) Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Höchstwert bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Demnach lag der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen bei 515,7 - und damit erstmals über der Schwelle von 500. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 497,1 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 362,7 (Vormonat: 422,3).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 52 504 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.32 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 36 552 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 47 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 77 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 965 977 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,23 an (Donnerstag: 3,09, Mittwoch: 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Am Wochenende wird sie nicht veröffentlicht.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 6 963 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115 619.

Das waren die Meldungen am Samstag

++ Corona-Inzidenz im Südwesten bei 538,9

(18.11 Uhr) Die Zahl der Menschen, die sich in den vergangenen sieben Tagen in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben, steigt weiter. Wie das Landesgesundheitsamt mitteilte, lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 538,9 (Vortag: 519,4) Menschen je 100.000 Einwohner.

Die Zahl der Covid-19-Patienten und -Patientinnen auf Intensivstationen im Südwesten sank binnen eines Tages um 17 auf 355. Seit Beginn der Pandemie verzeichnete das Landesgesundheitsamt 1.120.638 bestätigte Infektionsfälle. Das waren 7369 mehr als am Freitag. 13.423 Erkrankte starben laut Mitteilung an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das waren acht mehr als am Vortag.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Omikron-Variante seit der ersten Januarwoche für den Großteil der neuen Infektionsfälle im Südwesten verantwortlich. In der Woche bis zum 9. Januar lag der Anteil der mittels variantenspezifischem PCR-Test untersuchten Proben bei 62 Prozent. Da sich die Variante schnell ausbreitet, dürfte der aktuelle Anteil bereits deutlich höher sein. Bislang wurden 30.327 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt.

++ Schwäbisch-Alemannische Fastnacht soll im kleinen Format stattfinden

(17.12 Uhr) Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) geht davon aus, dass die Fastnacht trotz steigender Corona-Zahlen in diesem Jahr stattfinden kann - zumindest im kleinen Format. „Die Fasnet ist ein Brauch“, sagte VSAN-Präsident Roland Wehrle nach der Hauptversammlung der Vereinigung am Samstag. Den könne man weder verbieten noch verschieben. „Die Fastnacht wird leben.“

In welcher Form das närrische Treiben Ende Februar und Anfang März vom „Schmotzigen Dunschtig“ bis Aschermittwoch möglich sein wird, könne man aktuell noch nicht absehen. „Da müssen wir spontan sein und schauen, was unter Einhaltung der Corona-Regeln möglich ist“, sagte Wehrle. Viele Bräuche ließen sich aber auch ohne großen Vorlauf organisieren. Der VSAN-Präsident geht davon aus, dass die Narren zumindest in Kindergärten, Schulen und auch auf den Straßen vertreten sein werden und sprach sich dafür aus, Plätze auszuweisen, die dann kontrolliert werden können.

Der VSAN sei wichtig, dass Impfgegner die Fastnacht nicht für ihre Zwecke instrumentalisieren: „Die Fasnet ist keine politische Demonstration“, betonte Wehrle. Auch für die eigenen Mitglieder gelte deshalb: keine „Spaziergänge“ im „Narrenhäs“, dem traditionellen Kostüm der Narren im Südwesten. Stattdessen appellierte der VSAN-Präsident an die Bürger, sich impfen zu lassen: „Lasst euch impfen, rettet die Fasnet.“

Roland Wehrle
Roland Wehrle (Foto: Patrick Seeger/dpa)

++ Infektiologe Wendtner: Vierte Impfung jetzt schon vorbereiten

(14.19 Uhr) Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner mahnt zur zügigen Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung - mit den verfügbaren Impfstoffen. „Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Viertimpfung gibt.

Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern“, sagte Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Impfstoffen zu rechnen - die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran.

„Man muss eine Viertimpfungs-Kampagne jetzt schon vorbereiten, auch von der Verfügbarkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe her. Da dürfen wir nicht erst daran denken, wenn wir März oder April haben“, sagte Wendtner. Die Viertimpfung sei auch jetzt schon ein Thema - nämlich für „die Personen, die im Spätsommer einen Boost bekommen haben“. Das könnten Beschäftigte im Gesundheitswesen ebenso sein wie besonders gefährdete Menschen etwa in Seniorenheimen.

Allerdings gebe es bisher keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Viertimpfung. Man warte noch auf Daten aus Israel, wo bereits die vierte Impf-Kampagne läuft. Dort erhalten derzeit Menschen mit Immunschwäche, Menschen ab 60 Jahren und medizinisches sowie Pflegepersonal für Senioren den zweiten Booster.

Auch Sebastian Ulbert, Impfstoff-Forscher vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, unterscheidet bei der Frage der vierten Impfung zwischen immungesunden und immunschwachen Menschen. Das bedeutet: Die Gabe einer vierten Dosis kommt für Ulbert vorerst nicht für alle infrage, sondern wie in Israel primär für Ältere und Risikogruppen. Es sei noch unklar, ob und wie die Wirkung der dritten Impfung bei Immungesunden nachlässt.

++ Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Bayern - Höchste Inzidenz in Lindau 

(13.22 Uhr) Nach mehr als 10.300 registrierten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages ist die Inzidenz in Bayern auf 500,8 geklettert. Damit haben sich in den vergangenen sieben Tagen mehr als 500 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seinem Dashboard mit. Am Freitag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 473,1 angegeben. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 33 auf 20.166.

Die meisten Neuinfektionen wurden in den zurückliegenden sieben Tagen im Landkreis Lindau gemeldet: Die Inzidenz erreichte dort am Samstag 810,1. Es folgen die Städte Ingolstadt (774) und München (761,9). Am niedrigsten war der Wert in den Landkreisen Coburg (171) und Neumarkt in der Oberpfalz (181,9).

Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Corona-Patienten dagegen weiter. Das Divi-Intensivregister meldete am Samstagmorgen 427 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 8 weniger als noch am Freitag. 261 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

++ 72,6 Prozent vollständig geimpft - 650.000 Impfungen am Freitag

(12.10 Uhr) In Deutschland sind inzwischen mindestens 60,4 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht mindestens 72,6 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Samstag hervorgeht.

Demnach hatten bis einschließlich Freitag 38,7 Millionen Menschen bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten (46,6 Prozent). Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Das RKI gab die Zahl der Impfungen für Freitag mit gut 650.000 an.

Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent vollständig Geimpfter bis Ende Januar an. Als solcher gilt, wer zweifach geimpft oder die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten hat. Den höchsten Anteil hat bei diesem Wert im Vergleich der Bundesländer Bremen mit einer Quote von 85,1 Prozent. Bei den Auffrischungsimpfungen liegt das Saarland mit 55,5 Prozent vorne. Beide Male bildet Sachsen mit 61,7 Prozent beziehungsweise 37,1 Prozent das Schlusslicht.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

++ Tübinger OB Palmer: Kommunen könnten Impfpflicht schnell durchsetzen

(10.59 Uhr) Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hält die Durchsetzung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in den Kommunen für eine Leichtigkeit. „Es gibt kein Umsetzungsproblem. Jede Kommune in Deutschland ist über ihre Bußgeldstelle und Einwohnermelderegister in der Lage das umzusetzen“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe innerhalb weniger Wochen - auch ohne Impfregister.

Wenn etwa FDP-Politiker oder andere Impfgegner behaupteten, es sei schwierig, eine solche Pflicht umzusetzen, sei das vorgeschoben. „Die Umstandskrämerei ist ein reiner Vorwand“, sagte Palmer, der für eine rasche Impfpflicht eintritt. „Wer etwas nicht will, sucht Probleme. Wer etwas will, sucht Lösungen.“

Sollte der Bundestag die Impfpflicht samt einem Bußgeld von etwa 5000 Euro beschließen, könnten die Kommunen einen Auszug aus den elektronisch geführten Einwohnermeldedateien erstellen und alle Bürger über 18 Jahren anschreiben. So etwas ähnliches habe er erst im November veranlasst, es habe eine Woche gedauert.

In dem Schreiben würden die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, innerhalb von vier Wochen zumindest einen Nachweis für ihre Erstimpfung schriftlich vorzulegen. Falls sie dem nicht nachkommen, schickt die Bußgeldstelle einen Anhörungsbogen mit der Drohung eines Strafgeldes von bis zu 5000 Euro. Auch für die Bußgeldstelle seien die zusätzlichen Verfahren kein Problem.

Palmer bot sich an, das in Tübingen zu erproben. „Wir machen das auch als Modellkommune.“ Doch erstmal muss die allgemeine Impfpflicht im Bundestag überhaupt beschlossen werden. Alle Ministerpräsidenten und Kanzler Olaf Scholz haben sich für eine Einführung ausgesprochen. Im Bundestag soll über diese heikle Frage ohne Fraktionszwang abgestimmt werden. Erwartet wird, dass sich Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg zusammentun und entsprechende sogenannte Gruppenanträge vorlegen, über die dann abgestimmt wird.

++ Ravensburger Gesundheitsamtsleiter schätzt tatsächliche Inzidenz auf 1000

(09.48 Uhr) Mittlerweile dominiert die Omikron-Variante des Coronavirus auch im Kreis Ravensburg, und die Inzidenz schießt seit einigen Tagen nahezu ungebremst in die Höhe. Bei den rapide ansteigenden Zahlen Neuinfizierter gelingt es seiner Behörde längst nicht mehr, die Kontakte nachzuverfolgen, sagt der Ravensburger Gesundheitsamtsleiter Michael Föll. 

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++ Deutliche Übersterblichkeit in Bayern während Delta-Welle

(09.28 Uhr) Während der vierten Corona-Welle sind in Bayern Tausende Menschen mehr gestorben als üblich. Ende November, Anfang Dezember waren es teils über 1000 Todesfälle pro Woche mehr als im Mittelwert (Median) der vier Jahre davor, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Ab Oktober ist in diesen Zahlen ein deutlicher Anstieg der Sterbefälle pro Woche zu sehen. Für die Zeit von Anfang November bis Mitte Dezember meldet die Behörde durchweg Todeszahlen, die um mehrere hundert über den Werten aus den vier vorangegangenen Jahren liegen. Die höchste Differenz gab es dabei in der Kalenderwoche 48 mit insgesamt 3699 Todesfällen - 1094 mehr als der Medianwert.

Insgesamt starben den vorläufigen Zahlen zufolge in den Kalenderwochen 40 bis 49 - also vom 4. Oktober bis zum 12 Dezember 2021 - in Bayern 32.041 Menschen. Das sind gut 6500 mehr als die Medianwerte dieser Wochen aus den Vorjahren. Einen direkten Zusammenhang mit Corona sieht die Statistik bei 3269 Todesfällen. Bundesweit weist das Statistische Bundesamt ebenfalls deutlich mehr Tote als im Mittel der Vorjahre aus. Hier geht die Differenz sogar in die Zehntausende.

Auch Wissenschaftler der Covid-19-Datenanalysegruppe CODAG der Ludwig-Maximilians-Universität München haben für Bayern eine deutliche Übersterblichkeit in der Delta-Welle errechnet. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht kommen sie auf wöchentliche Übersterblichkeiten von bis zu 30 Prozent in diesem Zeitraum, die sich laut den Forschern etwa zur Hälfte durch Todesfälle mit Covid-19 erklären lassen.

Damit ist Bayern allerdings weniger stark getroffen als Sachsen und Thüringen, für die sie maximale Übersterblichkeiten von 60 beziehungsweise 50 Prozent errechneten. Die Forscher zogen dabei allerdings mit den Jahren 2016 bis 2019 einen etwas anderen Vergleichszeitraum heran.

Im Laufe des Dezember 2021 gingen in Bayern die Infektionszahlen - und dementsprechend auch die Todeszahlen - wieder stark zurück. Seit 30. Dezember klettern mit der zur fünften Welle deklarierten Omikron-Variante die Infektionszahlen wieder schnell nach oben. Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser sind die Patientenzahlen aber zuletzt weiter gesunken. Am Freitag lagen dort weniger als halb so viele Corona-Patienten wie auf dem Höhepunkt der Delta-Welle.

Als Vergleichswert zu den aktuellen Todesfallzahlen gibt das Statistische Bundesamt den Median der entsprechenden Kalenderwochen 2017 bis 2020 an. Der Median wird aus einer Menge von Zahlen gebildet, deren eine Hälfte höher und deren andere Hälfte niedriger ist. Dieser Mittelwert ist weniger sensibel für Verzerrungen durch einzelne Extremwerte als der sonst oft herangezogene Durchschnitt. Bei den Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 1000 wäre der Median beispielsweise 5, der Durchschnitt aber 207,2.

++ Sieben-Tage-Inzidenz bei 497,1 - Höchster Wert seit Pandemie-Beginn

(09.02 Uhr) Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Höchstwert bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 497,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 470,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 335,9 (Vormonat: 353,0).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 78.022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 55.889 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 235 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 268 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.913.473 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 6.942.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.572.

Das sind die Nachrichten von Freitag:

++ Inzidenz in Baden-Württemberg steigt auf über 500

(20.53 Uhr) Nach mehr als einem Monat ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg wieder über die 500er-Marke gestiegen. Am Freitag teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit, dass sich in den vergangenen sieben Tagen landesweit 519,4 Menschen je 100 000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hätten (Stand 16.00 Uhr). Zuletzt hatte der Wert am 8. Dezember über 500 gelegen.

Der Grenzwert ist wichtig, weil bei zweimaligem Überschreiten infolge in den Regionen schärfere Maßnahmen ergriffen werden. So verkündeten unter anderem die Städte Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Ulm sowie die Landkreise Ravensburg, Biberach, Rastatt, Waldshut und Schwarzwald-Baar, dass ab Samstag Ausgangsbeschränkungen zwischen 21.00 und 5.00 Uhr für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene gelten. Ausnahmen gibt es, wenn triftige Gründe vorliegen - wie Arbeit oder der Besuch von Lebenspartnern. Über 500 liegt die Inzidenz nach Angaben des Landesgesundheitsamts nunmehr in 24 der 44 Stadt- und Landkreise.

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++ Österreich wird wieder Corona-Hochrisikogebiet

(17.51 Uhr) Die Bundesregierung stuft das Nachbarland Österreich wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Sonntag an erneut als Hochrisikogebiet ein.

Ausgenommen davon sind die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindebiet von Vomp sowie Eben am Achensee. Das teilte das Robert Koch-Institut mit.

Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger äußert sich wegen besorgt über die Auswirkungen auf die Wintersaison. Die konservative Politikerin kritisierte, dass nach der deutschen Regelung ungeimpfte Kinder unter 12 Jahren bei der Rückkehr aus Österreich künftig mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben müssen. Für Geimpfte gilt dies bei der Rückkehr nicht. „Wer geimpft ist, kann jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich verbringen“, meinte Köstinger.

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++ Erneut Ausgangsbeschränkungen in der Region

(16.04 Uhr) Im Landkreis Biberach gilt ab Samstag, 15. Januar, eine nächtliche Ausgangsbeschränkung für nichtimmunisierte Personen. Das teilt das Landratsamt in einer Pressemeldung mit.

Demnach hat das Kreisgesundheitsamt am Freitag festgestellt, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Biberach am zweiten Tag in Folge über 500 liegt. „Daher treten im Landkreis in der Nacht von Freitag auf Samstag, 15. Januar 2022, 0 Uhr, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für nichtimmunisierte Personen wieder in Kraft“, heißt es in der Mitteilung.

Auch für den Stadtkreis Ulm gilt ab Samstag eine nächtliche Ausgangssperre. Auch hier lag die Inzidenz an zwei Tagen in Folge über 500.

Da die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Ravensburg den zweiten Tag in Folge über 500 liegt, tritt auch hier erneut eine nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte und Nichtgenesene in Kraft. Wie die Sprecherin des Landratsamtes, Selina Nußbaumer, bestätigte, gilt diese Ausgangssperre bereits mit Beginn von Samstag, 15. Januar, 0 Uhr.

++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Freitag ++

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