Corona-Newsblog: Großer Andrang bei Testzentren im Südwesten

Digital-Redakteur
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Mehrere kleine Corona-Proteste in der Region (12.14 Uhr) 
  • Ermittlungen wegen Hunderter gefälschter Impfpässe im Südwesten (06.43 Uhr)
  • RKI registriert 42.770 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 207,4 (06.11 Uhr)

++ In Ringschnait gibt’s eine Impfaktion

(16.23 Uhr) In der Dürnachhalle Ringschnait besteht am Mittwoch, 5. Januar, die Möglichkeit, sich zwischen 16 und 22 Uhr ohne Termin gegen Covid-19 impfen zu lassen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

++ Zwischen Hoffnung und Ohnmacht: Wie ein Hausarzt das Jahr erlebte

(15.12 Uhr) Der 7. Januar 2021 war für Dr. König ein ganz besonderer Tag. Denn der Arzt konnte endlich die ersten Heimbewohner in ganz Oberschwaben impfen. Eine große Erleichterung, denn während er zuvor in der zweiten Welle noch hilflos zusehen musste, wie viele Pflegebedürftige an Covid-19 starben, trat in der dritten Welle kein Erkrankungsfall in den Heimen mehr auf.

++ Wie sich das zweite Pandemie-Jahr für einen Hausarzt angefühlt hat, lesen Sie hier. ++

++ Großer Andrang bei Testzentren - genug Kapazitäten im Südwesten

(14.56 Uhr) Vor der Silvesterfeier haben sich viele Leute vor den Corona-Testzentren im Südwesten gedrängt. Nur noch wenige Termine seien verfügbar, wie ein Sprecher der Little Pinguin Medi & Secure Services in Öhringen am Freitag mitteilte. Der Anbieter betreibt neun Schnelltestzentren im Raum Hohenlohe. Die Menschen stünden Schlange, die Wartezeiten blieben aber kurz. Sorgen um Engpässe bei den Schnelltests müssten sich die Menschen allerdings nicht machen. "Wir sind gut versorgt", sagte ein Sprecher.

Auch bei den Testzentren von Gemeinsam neue Wege GmbH seien viele Termine ausgebucht, sagte ein Sprecher. "Kapazitätsprobleme haben wir nicht, wir haben genug Tests bestellt", sagte der Sprecher weiter.

Die Testzahlen seien wieder gesunken, nachdem die Landesregierung die Testpflicht bei "2G plus" teils wieder zurückgenommen hat, sagte ein Sprecher des Testzentrums Mannheim-Neckarau. Die Menschen ließen sich nur testen, wenn sie müssten. Kapazitäten seien genug vorhanden.

++ Mehrere kleine Corona-Proteste in der Region

(12.14 Uhr) Nach Angaben der Polizei gab es am Donnerstagabend in mehreren Städten Versammlungen von Menschen, die behördlich nicht angemeldet waren. 

In Ravensburg folgten demnach etwa 300 Menschen einem Aufruf zum sogenannten Corona-Spaziergang, die in Gruppen durch die Innenstadt zogen. Abstände zwischen den Personen seien nicht eingehalten worden und die Mehrheit habe auch keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Die Veranstaltung verlief "weitestgehend störungsfrei". Die Polizei prüfe jedoch das Vorliegen von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. 

In Friedrichshafen traf sich laut Polizei eine kleine Gruppe von bis zu 20 Personen in der Altstadt. In Bad Saulgau versammelten sich rund 40 Menschen. Beide Versammlungen verliefen störungsfrei. 

++ Drosten: Mildere Verläufe bei Omikron „sehr wahrscheinlich“

(11.45 Uhr) Der Berliner Virologe Christian Drosten hält mildere Krankheitsverläufe bei der neuen Corona-Variante Omikron mittlerweile für „sehr wahrscheinlich“. Dazu gebe es immer mehr Daten, sagte Drosten am Freitag im Deutschlandfunk.

Pro 1000 nachgewiesenen Corona-Fällen müssten nach seiner Einschätzung weniger Menschen in einem Krankenhaus behandelt werden. So sei das Risiko für Ungeimpfte, nach einer Infektion in eine Klinik zu müssen, bei Omikron nur etwa drei Viertel so hoch wie bei Delta.

Gleichzeitig könne aber in anderen Ländern beobachtet werden, dass die neue Variante eine sehr hohe Verbreitungsgeschwindigkeit habe. Dies berge gerade für Ungeimpfte große Risiken. "Wir haben zu viele ungeimpfte Leute in Deutschland, gerade über 60, und die sind jetzt natürlich richtig in Gefahr, also für die wird es jetzt richtig gefährlich", sagte Drosten. 

Menschen ohne Impfung sind laut Drosten nach überstandener Omikron-Infektion nicht unbedingt vor Corona geschützt: "Wir können uns nicht ohne weiteres darauf verlassen, dass diejenigen, die jetzt noch nicht geimpft sind und dann Omikron erstmals kriegen, dass die damit auch geschützt sind gegen Delta und alle Vorgängerviren, die co-zirkulieren werden", sagte er. Geimpfte hingegen würden nach einer weiteren an Omikron angepassten Impfung einen breiten Schutz gegen die Varianten haben. Erwartet wird, dass es im Frühjahr an Omikron angepasste Impfstoffe gibt.

++ Thüringens Innenminister befürchtet Gewalt von Impfgegnern

(09.48 Uhr) Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) rechnet mit einer weiteren Radikalisierung von Teilen der Gegner von Corona-Politik und -Impfungen. Er glaube nicht, dass die Impfgegner durch die Einführung einer Impfpflicht noch größeren Zulauf bekämen, sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. „Aber was ich befürchte, ist, dass es innerhalb der Gruppe der Impfgegner zu einer Radikalisierung kommt - bis hin zur Gewaltanwendung. Das befürchte ich tatsächlich“, sagte Maier, der in Thüringen auch Vize-Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender ist.

Er sagte, man müsse in Betracht ziehen, dass es zu Gewalt komme und verwies auf den Fall in Idar-Oberstein, wo im September in einer Tankstelle ein Kunde einen 20-Jährigen erschoss, weil dieser ihn mehrmals auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Man könne so etwas nicht völlig ausschließen, machte Maier klar. „Es ist eine ernstzunehmende Gefahr.“

Tödlicher Angriff wegen Maskenstreits an Tankstelle
Ein Angestellter der Tankstelle war in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz von einem mit einer Pistole bewaffneten Mann erschossen worden. (Foto: Christian Schulz / DPA)

Der SPD-Politiker warnte davor, dass sich terroristische Strukturen herausbilden könnten. Es spiele Rechtsextremisten in die Karten, dass sich Impfgegner radikalisierten. „Die wollen ja Gewalt auf den Straßen, das gehört zur Strategie dazu“, sagte Maier. Seiner Meinung nach gebe es derzeit noch keinen Terrorismus mit Bezug zur Corona-Politik. „Aber die Strukturen sind dabei zu wachsen und das muss man sehr ernst nehmen.“

Rechtsextremisten und Rechtspopulisten versuchten seiner Ansicht nach aus den Ängsten der Menschen politisches Kapital zu schlagen. „Und da gehören klassisch rechtsextremistische Strukturen dazu, die man aus der Vergangenheit kennt. Aber natürlich auch und gerade die AfD versucht quasi auf dieser Welle zu reiten“, sagte Maier.

Der Thüringer Landesverband der AfD mit seinem Chef Björn Höcke wird vom Landesverfassungsschutz als Beobachtungsobjekt und damit als gesichert extremistisch eingestuft.

++ Omikron breitet sich auch im Kreis Lindau aus

(09.41 Uhr) Die Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen ist im Landkreis Lindau nach wie vor auf einem hohem Niveau, die Tendenz ist wieder leicht steigend. Mehr dazu lesen Sie hier.

++ Israel beginnt mit vierter Corona-Impfung für Immungeschwächte

(09.29 Uhr) Israel hat mit vierten Impfungen gegen des Coronavirus für Menschen mit Immunschwäche begonnen. Am Freitagmorgen seien die ersten Patienten mit Lungen- und Herztransplantationen geimpft worden, teilte das Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv mit. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Asch, hatte am Donnerstagabend erklärt, dass vorerst nur Menschen mit Immunschwäche eine vierte Dosis des Corona-Impfstoffes bekommen sollen.

Am Freitag teilte das Ministerium zudem mit, dass Asch die Vergabe der vierten Impfung zudem generell in Pflegeeinrichtungen für Senioren genehmige. Hintergrund sei die Sorge vor Ausbrüchen in diesen Einrichtungen und die Gefahr für die Gesundheit und das Leben der Bewohner. Auch Mitarbeiter in Altersheimen dürften die vierte Impfung erhalten, wenn sie dies wünschten, hieß es.

Ein Expertengremium hatte angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante zuvor empfohlen, neben Immungeschwächten auch Menschen über 60 und medizinisches Personal zum vierten Mal zu impfen. Asch sagte, er sei noch nicht überzeugt, dass dies bereits notwendig sei. Man wäge aber jeden Tag neu das weitere Vorgehen ab.

Das Schiba-Krankenhaus hatte am Montag eine Studie zur vierten Impfung gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech begonnen. Israel hat die vierte Corona-Welle bereits hinter sich, zuletzt sind die Infektionszahlen jedoch wieder massiv gestiegen.

Nur rund 60 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu 6 Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 31 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei neun Prozent ist die Gültigkeit der Impfung schon abgelaufen.

++ RKI registriert 41.240 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 214,9

(09.05 Uhr) Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag eine höhere bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz als am Vortag veröffentlicht - allerdings mit der Einschränkung, dass die Daten aufgrund der geringen Test- und Meldeaktivitäten während der Feiertage ein unvollständiges Bild abgeben können.

Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 214,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Wert bei 207,4 gelegen, vor einer Woche bei 265,8.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 41.240 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 35.431 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 323 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 370 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.150.422 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 6.382.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 111.925.

Das waren die Nachrichten am Donnerstag:

++ Nach mehreren Tagen im Sinkflug steigt Corona-Inzidenz wieder an

(19.15 Uhr) Nach zuvor rückläufigen Zahlen ist die Belastung durch Corona-Ansteckungen in Baden-Württemberg den zweiten Tag in Folge wieder gestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz legte am Donnerstag um 3 auf 218,4 Infektionen auf 100 000 Einwohner und binnen einer Woche zu. In der Vorwoche lag dieser Wert im Südwesten allerdings noch bei 274,1 Fällen, wie das Landesgesundheitsamt (LGA) am Donnerstag in Stuttgart weiter mitteilte. Es war jedoch bereits vor den Feiertagen mit einem Meldeverzug gerechnet worden.

Dagegen sank die Belastung der unter starkem Druck stehenden Intensivstationen leicht: Derzeit liegen noch 535 coronaerkrankte Menschen auf den Intensivstationen, das sind 5 weniger, als das LGA am Vortag gemeldet hatte. Von diesen Patientinnen und Patienten werden 315 oder 58,9 Prozent künstlich beatmet. Die Hospitalisierungsinzidenz sank gegenüber dem Vortag leicht auf 2,9 (-0,2). Der Wert gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100 000 Einwohner in eine Klinik eingeliefert werden.

Wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag (Stand: 16.00 Uhr) weiter mitteilte, haben sich mittlerweile 1 017 1390 Menschen im Südwesten nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 5196 Infektionen mehr als am Tag zuvor. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg um 37 auf 12 992.

Die Ausbreitung der Omikron-Variante nimmt im Südwesten weiter zu. Die Zahl der ans Landesgesundheitsamt übermittelten Fälle stieg am Mittwoch auf 2434 Fälle. Dabei handelt es sich sowohl um Verdachtsfälle als auch um Infektionen, die per Vollgenom-Analyse bestätigt wurden. Zum Anteil der aktuellen Verdachtsfälle macht die Behörde keine Angaben.

++ Kultusminister planen Corona-Schalte - Debatte über offene Schulen

(17.11 Uhr) Angesichts einer drohenden neuen Corona-Welle wollen die Kultusminister- und ministerinnen der Länder am kommenden Mittwoch kurzfristig in einer Videokonferenz über die Lage an den Schulen beraten. Das teilte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag nach einer digitalen Sitzung des Präsidiums mit. 

Darüber hinaus bekräftigte das Präsidium, dem 6 der 16 KMK-Minister angehören, seinen Beschluss vom 9. Dezember, dem Präsenzunterricht an Schulen weiterhin höchste Priorität einzuräumen, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Die Ländervertreter hätten auf Präsidiumsebene auch festgestellt, „dass alle Länder außer Thüringen nach den Weihnachtsferien in Präsenz starten wollen“. Thüringen hatte unter anderem angekündigt, dass die Schüler an den ersten beiden Schultagen nach den Ferien, am 3. und 4. Januar, zunächst einmal von zu Hause aus lernen sollten.

Am Montag kehren Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz nach der Weihnachtspause zurück in die Schulen, am Dienstag im Saarland und am Mittwoch in Hamburg. Jüngst hatte es angesichts der Gefahr durch die Corona-Variante Omikron Mahnungen an die KMK-Minister gegeben, nicht um jeden Preis am Präsenzunterricht festzuhalten und noch einmal kurzfristig über die aktuelle Lage zu beraten. Bislang war trotz drohender fünfter Pandemie-Welle keine Verlängerung der Weihnachtsferien beschlossen worden. Thüringen hatte als einziges Bundesland abweichende Pläne für die Zeit nach den Ferien angekündigt, war aber in dieser Woche schon zum Teil zurückgerudert.

Ursprünglich sollten die Schüler dort bis Mitte Januar auf Distanzunterricht wechseln. Mit Verweis auf die Rechtslage durch das geänderte Infektionsschutzgesetz nahm der thüringische Bildungsminister Helmut Holter (Linke) in dieser Woche aber Abstand davon. Zugleich mahnte er an, die Rechtslage zu überdenken und einen flächendeckenden Distanzunterricht zu ermöglichen. „Die Lage hat sich einfach verändert, und deswegen brauchen wir in der KMK auch eine neue Lagebewertung“, hatte Holter der dpa gesagt.

Dagegen bekräftigte die künftige KMK-Vorsitzende, Karin Prien (CDU) nach der Präsidiumssitzung an diesem Donnerstag: „Die Schulen sollten das Letzte sein, was noch einmal flächendeckend geschlossen wird.“ 

Einige Menschen haben immer noch Bedenken gegenüber einer Corona-Impfung. Vor allem drei Punkte werden immer wieder genannt. Doch keiner ist Grund zu ernster Sorge.

++ Corona-Medikament Paxlovid: Das kann die Pille

(16.02 Uhr) Mit Spannung wird in vielen Ländern die Einführung des neuen Corona-Medikaments Paxlovid erwartet. Für wen ist es gedacht? Wann sind die Pillen in Deutschland erhältlich? Und kann Paxlovid helfen, die Pandemie zu beenden?

Die wichtigsten Fragen und Antworten lesen Sie hier.

+++ Hier geht es zum Corona-Newsblog von Donnerstag+++

Plus oder kostenlos? Welche Inhalte kostenpflichtig sind – und warum

Unsere Daten und Zahlen beziehen wir aktuell aus dem Dashboard RKI¹

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Mehr Inhalte zum Dossier

Persönliche Vorschläge für Sie