Corona-Lage im Kreis ist dramatisch: Maßnahmen könnten kommende Woche verschärft werden

 In den drei Krankenhäusern der Kliniken Ostalb sind derzeit sieben Covid-Intensivpatienten, teils beatmet, 50 Covid-Patienten a
In den drei Krankenhäusern der Kliniken Ostalb sind derzeit sieben Covid-Intensivpatienten, teils beatmet, 50 Covid-Patienten auf der Isolierstation und 15 weitere Patienten, die mit Infizierten Kontakt hatten und deshalb ebenfalls isoliert werden müssen. (Foto: Sebastian Gollnow)
Aalener Nachrichten

Nach den Landkreisen Biberach und Schwarzwald-Baar hat der Ostalbkreis die höchsten Infektionszahlen im Land. Deshalb erwägt Landrat Joachim Bläse über die bislang landesweit geltenden Maßnahmen der Alarmstufe hinaus zusätzliche Beschränkungen. Er appelliert an Ungeimpfte, sich an Kontaktbeschränkungen zu halten und an Geimpfte, sich vor Kontakten vorsorglich testen zu lassen. Überdies müsse im Innenbereich als auch im Freien Maske getragen werden.

In den drei Krankenhäusern der Kliniken Ostalb sind derzeit neun Covid-Intensivpatienten, teils beatmet, 50 Covid-Patienten auf der Isolierstation und 15 weitere Patienten, die mit Infizierten Kontakt hatten und deshalb ebenfalls isoliert werden müssen.

Um ausreichend Kapazitäten für Notfälle und Coronapatienten bereitzuhalten, sind die Kliniken Ostalb gezwungen, planbare Eingriffe und Operationen zu verschieben. Notfälle werden weiterhin versorgt. Die zentralen Notaufnahmen der Kliniken Ostalb sollten Bürger allerdings nur in dringenden medizinischen Notfällen aufsuchen.

Besuche in Kliniken

Besuche in den Kliniken sind nur noch in Absprache mit den Stationen in einigen wenigen Ausnahmen, wie etwa bei schwerstkranken oder sterbenden Patienten, Entbindungen oder bei Kindern, möglich und dies auch unabhängig vom 3G-Status nur mit tagesaktuellem negativen Antigen-Test. Innerhalb des gesamten Klinikgeländes gilt FFP2-Maskenpflicht.

Auch die klinischen Ambulanzen, mit Ausnahme der onkologischen Tageskliniken und der Notfallambulanzen, schließen. Damit sind ambulante Termine in den Kliniken Ostalb bis auf Weiteres nicht mehr möglich.

Mobile Impfteams und Dauerangebote

Um das Impfen zu forcieren, und die Auffrischungsimpfung möglich zu machen, setzt der Landrat auf weitere Mobile Impfteams und Dauerangebote in den Kreisstädten. Vom Sozialministerium zugesagt ist bereits die Kostenübernahme für drei Impfteams, die der Landkreis selbst organisiert. Zwei weitere Impfteams wollen Bläse und Ordnungsdezernent Thomas Wagenblast zusätzlich anfordern.

Voraussichtlich schon in der kommenden Woche wird im Kundeninformationszentrum der Stadtwerke Aalen neben dem Rathaus ein erster Impfstützpunkt installiert, in dem dann Kreis-Impfteams mehrere Tage pro Woche impfen werden. Auch niedergelassene Hausärzte und Fachärzte bieten Pop-up-Impfaktionen an.

Um vulnerable Gruppe zu schützen, habe die Heimaufsicht des Kreises den Booster-Impfstatus der Bewohner von den Pflegeeinrichtungen aktuell abgefragt, zum vermehrten Testen aufgefordert und wird jetzt verstärkt die Hygienestandards hinsichtlich Corona kontrollieren. Auch in den Unternehmen würden Betriebsärzte Booster-Impfungen für Beschäftigte vorbereiten.

98 Arbeitsplätze für Hotline

Angesicht der explodierenden Infektionszahlen habe das Landratsamt zur Befunderfassung und Endbearbeitung vor Weitergabe der Daten an die Kommunen sowie für die Hotline 98 Arbeitsplätze eingerichtet. Allein bei der Hotline wurde das Personal verdoppelt.

Aktiv eingebunden wurde auch ein Großteil der Auszubildenden, um die Flut an Fallzahlen zu bewältigen. „Es ist ein Kraftakt, alles tagesaktuell aufzuarbeiten und Ausbrüche in Heimen, Schulen und Kitas zu bewältigen“, erklärt Bläse. Er bitte alle, ihren Teil dazu beizutragen, um die Rekordwelle zu brechen und weitere Beschränkungen des täglichen Lebens zu vermeiden.

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