Computerspiel-Sucht wird „wie eine Welle“ kommen

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Deutsche Presse-Agentur

Die Computer- und Internetspielsucht entwickelt sich nach Expertenauffassung zu einem gesellschaftlichen Problem. „Das wird wie eine Welle auf uns zukommen“, sagt Josef Müller, Leitender Therapeut einer katholischen Fachklinik im niedersächsischen Visbek.

Seit 2002 sei die Spielsucht offiziell von den Rentenversicherungen als Krankheit anerkannt, damit sei auch eine Therapie möglich. Die Abhängigkeit von Computerspielen bei Jugendlichen werde derzeit noch oft von den Familien aufgefangen. Die Allgemeinheit sei spätestens dann gefordert, wenn die Berufsfähigkeit der Betroffenen leide.

Nach wie vor sei die Alkoholsucht mit Abstand die zahlenmäßig größte Suchterkrankung in Deutschland, sagte Wibke Voigt, Chefärztin der Suchtklinik St. Vitus in Visbek. Nach aktuellen Zahlen seien in Deutschland schätzungsweise 2,5 Millionen der erwachsenen Wohnbevölkerung alkoholabhängig. Die Zahlen für pathologisches Spielverhalten in Deutschland schwanken je nach Studie zwischen rund 100 000 und 290 000 Menschen, sagte Müller.

Grundlage einer Behandlung sei bei jeder Sucht ein starker Leidensdruck der Betroffenen. „Voraussetzung einer jeden Behandlung ist, dass der Betroffene eine Veränderung wünscht“, sagte Egbert Herrmann, Chefarzt der Fachklinik St. Marien Dammer Berge in Niedersachsen. Suchtberatungsstellen seien erste Anlaufstellen.

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