Computerführerschein kann Jobaussichten verbessern

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Deutsche Presse-Agentur

Jobbewerber können sich durch den europäischen Computerführerschein von Mitbewerbern abheben. „Das Zertifikat zeigt dem Arbeitgeber, dass jemand gewillt ist, zu lernen und sich selbstständig weiterzubilden“.

Dies sagte Anja Huth, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. In den vergangenen sieben Jahren zeigten Arbeitgeber zunehmendes Interesse an dem Computerführerschein ECDL. „Besonders in kaufmännischen Berufen und überall, wo viel mit Software gearbeitet wird, fragen ihn die Unternehmen als wünschenswerte Qualifikation stark nach.“

Deshalb habe die Arbeitsagentur seitdem einen Schwerpunkt ihrer Bildungsziele auf die Vermittlung von Computerkenntnissen gelegt. So würden viele Fortbildungsmaßnahmen angeboten, die den Erwerb des PC-Führerscheins zum Ziel haben.

An den Schulungen nähmen Arbeitssuchende aller Altersstufen teil, vor allem aber ältere Menschen und Frauen, die bisher wenig mit Computern in Berührung gekommen sind. „Wenn ein konkretes Jobangebot vorliegt, bei dem der Arbeitgeber das Zertifikat verlangt, bieten wir Arbeitssuchenden die Teilnahme an einem solchen Kurs an“, erklärt Huth. Arbeitssuchende bekämen Bildungsscheine für den Kurs, die Agentur übernehme die Kosten.

Auch für Schüler und Auszubildende sei das Zertifikat eine empfehlenswerte Zusatzqualifikation. Sie signalisierten damit Motivation. Schlechte Schulnoten könnten durch den Computerführerschein allerdings nur bedingt kompensiert werden. „Die Arbeitgeber schauen bei Bewerbern für eine Ausbildungsstelle schon noch in erster Linie auf die Noten“, sagt Huth.

Als neunmillionster Anwärter für den IT-Führerschein wurde EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in das internationale Zertifizierungsprogramm aufgenommen. Der ECDL wird in 148 Ländern nach einheitlichen Standards vergeben. Das Zertifizierungsprogramm wird in zwei Versionen mit vier oder sieben Lehrplan-Modulen angeboten. In Deutschland bieten 1200 Prüfungszentren ECDL-Kurse an. Zuständig für die Einhaltung der internationalen Standards ist in Deutschland die Dienstleistungsgesellschaft für Informatik in Bonn.

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