CL gibt Friedrichshafener Volleyballern Kraft

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Mit dem Achtelfinaleinzug in der Volleyball-Champions-League haben die Titelsammler des VfB Friedrichshafen die Hoffnung auf neue Triumphe wiederbelebt.

„Das war fantastisch“, jubelte der mit 18 Zählern punktbeste VfB-Angreifer Georg Grozer nach dem mitreißenden 3:0 (25:22, 25:20, 25:18)-Sieg gegen den polnischen Meister SGE Belchatow. Nach den jüngsten Rückschlägen auf nationalem Parkett soll der Sprung in die Playoffs der besten 16 Teams in Europa den einstigen Überfliegern wieder Flügel verleihen.

Noch zur Jahreswende steckte das erfolgsverwöhnte Team vom Bodensee im Stimmungstief. In der Königsklasse drohte nach drei Pleiten in den ersten vier Spielen das Vorrunden-Aus. In der Bundesliga kratzten Niederlagen gegen den Moerser SC und beim Provinz-Team in Spergau am Image des Serienmeisters. Und durch die Halbfinal-Schlappe gegen Generali Haching Ende Dezember verpasste der Titelverteidiger zum ersten Mal in diesem Jahrtausend das Pokalfinale. „Irgendwann müssen wir lernen, dass wir nicht immer ganz oben stehen können“, hatte Coach Moculescu seinerzeit erklärt.

Doch intern schlug der ehemalige Bundestrainer offenbar andere Töne an. Das bittere Pokal-Aus wurde zum Weckruf für das strauchelnde Team. Im Training herrscht neuer Ernst, im Spiel des VfB ist frischer Zug. Als Glücksgriff erwies sich zudem der niederländische Winter- Einkauf Allan van de Loo, der den verletzten Außenangreifer Robert Hupka glänzend vertritt.

Mit Gala-Vorstellungen beim russischen Top- Team Iskra Odinzowo und gegen Belchatow löste der Champions-League- Sieger von 2007 binnen einer Woche doch noch das Ticket für die Playoffs. „Meine Mannschaft hat mit sehr viel Herz gespielt“, lobte Moculescu nach der Show gegen die Polen vor 4000 Zuschauern in der ausverkauften Heim-Arena.

Als Achtelfinal-Gegner wurde seiner Mannschaft in Vaduz in Liechtenstein der belgische Vertreter Knack Randstad Roeselar zugelost - eine lösbare Aufgabe. Das Hinspiel wird am 11. Februar in Belgien ausgetragen, das Rückspiel findet am 18. Februar in Friedrichshafen statt. Im Viertelfinale würde der VfB auf den Sieger aus den Partien zwischen Vitoria SC aus Portugal und Iraklis Thessaloniki aus Griechenland treffen.

Bis in den frühen Morgen feierten Moculescus Mannen ihre Rückkehr zu alter Stärke. Das neue Selbstvertrauen soll den VfB auch in der Bundesliga zurück an die Spitze tragen. Die Weichen für Meistertitel Nummer zehn kann der deutsche Rekordchampion schon in den kommenden Wochen stellen. Nach dem Heimspiel gegen den TSV Giesen/Hildesheim am Samstag folgen die Partien bei Spitzenreiter SCC Berlin und gegen Moers, die den VfB zuletzt auf Tabellenplatz drei verdrängten. Trainerfuchs Moculescu aber bremste die Euphorie: „Wir müssen jetzt erst einmal von Spiel zu Spiel denken.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen