Citizen Kane - Die Hollywoodlegende

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Deutsche Presse-Agentur

Regelmäßig wird Orson Welles' Meisterwerk „Citizen Kane“ vom Amerikanischen Filminstitut an die Spitze der besten Filme aller Zeiten gesetzt. Dabei stand das Schicksal dieses Films bis zuletzt auf der Kippe, bevor er 1941 schließlich doch in die Kinos kam.

Der Zeitungsmogul William Randolph Hearst sah sein Privatleben in dem fiktiven Porträt des Verlegers Charles Foster Kane über Gebühr ausgeschlachtet und versuchte mit allen Mitteln, die Aufführung des Films zu verhindern. Die Geschichte dieses Kampfes schildert der preisgekrönte Fernsehfilm „Citizen Kane - Die Hollywoodlegende“, der an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) bei Tele 5 zum ersten Mal im frei empfangbaren deutschen Fernsehen gezeigt wird.

Orson Welles war 24 Jahre alt und der Liebling des amerikanischen Showgeschäfts, als er freie Hand für seinen ersten Hollywood-Film bekam. Er hatte durch Theaterprojekte und seine Radio-Version des „Kriegs der Welten“, die die Hörer in Angst und Schrecken versetzte, für Schlagzeilen gesorgt. Nach einer längeren Themensuche wurde er auf den Verleger Hearst aufmerksam, der damals bereits über 70 Jahre alt war, in einem schlossartigen Anwesen in Kalifornien residierte und als mächtigster Medienmann der USA galt.

Sobald Hearst von Welles' Filmplänen erfuhr, intervenierte er bei seinen Bekannten in der Filmindustrie und den Medien, bei Kritikern und Produzenten. Zwar schrieben Welles und sein Koautor Herman Mankiewicz kein reines Hearst-Porträt, doch sie ließen viele Elemente aus dessen Leben in das Drehbuch einfließen. Insbesondere das langjährige Verhältnis des verheirateten Hearst mit der Schauspielerin Marion Davies war ein heikler Punkt im öffentlichen Bild des Verlegers, der in seinen Blättern für strenge Moral eintrat.

Regisseur Benjamin Ross und Drehbuchautor John Logan orientieren sich in ihrem spannenden TV-Drama an dem Film „Die Schlacht um Citizen Kane“, der 1996 eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm erhielt. Ihr Werk wurde im Jahr 2000 mit einem Golden Globe als bester Fernsehfilm ausgezeichnet, Liev Schreiber und Melanie Griffith erhielten für die Darstellungen des Orson Welles und der Marion Davies je eine Nominierung.

Zu den weiteren herausragenden Schauspielern der „Citizen Kane“-Geschichte gehören Roy Scheider als George Schaefer, der Chef der Produktionsfirma RKO, James Cromwell als Hearst und John Malkovich als Herman Mankiewicz, der von Welles erst um seine Anerkennung als Drehbuchautor geprellt wird und dann doch gemeinsam mit ihm den Oscar erhält. Bei den Oscar-Verleihungen 1942 erhielt „Citizen Kane“ nur den Drehbuch-Oscar und Nominierungen für Welles als Regisseur und Hauptdarsteller. Hearst konnte zwar die Aufführung des Films nicht verhindern, sorgte jedoch durch Werbeverbot in seinen Zeitungen und Repressalien gegen Kinobesitzer dafür, dass er kein wirtschaftlicher Erfolg wurde.

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