Chronologie: Wichtige Etappen der Ära Mehdorn

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Deutsche Presse-Agentur

Hartmut Mehdorn hat die Deutsche Bahn zu einem weltweit agierenden, wirtschaftlich erfolgreichen Transport- Unternehmen ausgebaut. Als Vorstandschef musste er in den vergangenen Jahren auch eine Reihe von Pannen verantworten.

16. Dezember 1999: Der frühere Airbus- und RWE-Manager Mehdorn tritt die Nachfolge von Johannes Ludewig als Vorstandsvorsitzender der Bahn an.

1. August 2002: Mit dem Start der ICE-Strecke Köln-Frankfurt/Main beginnt in Deutschland die Zeit von Tempo 300 auf der Schiene.

14. Dezember 2002: Die Bahn startet ein umstrittenes neues Preis- System für den Fernverkehr. Um Rabatte zu bekommen, sollen sich Reisende verbindlich auf eine bestimmte Verbindung festlegen.

12. Mai 2003: Die Bahn macht den vollständigen Kauf des Logistik- Konzerns Stinnes für 2,5 Milliarden Euro perfekt.

1. August 2003: Nach massiver Kritik vereinfacht die Bahn ihr neues Preissystem drastisch und bringt eine Bahncard mit dem alten 50-Prozent-Rabatt zurück. Zwei Vorstände mussten zuvor gehen.

14. Januar 2004: Die Bahn feiert ihr zehnjähriges Bestehen als Aktiengesellschaft. Bundeskanzler Gerhard Schröder spricht sich für einen Börsengang aus.

22. September 2004: Die Bahn verschiebt den für 2006 geplanten Börsengang. Dieser sei angesichts der „derzeitigen Rahmenbedingungen nicht realistisch“, teilte Aufsichtsratschef Michael Frenzel mit.

16. November 2005: Die Bahn gibt die Übernahme des US-Logistikers Bax Global bekannt.

18. November 2005: Im Koalitionsvertrag vereinbaren Union und SPD, über „die Gestaltung des Börsengangs“ der Bahn entscheiden zu wollen.

13. Januar 2006: Ein Einstieg der Bahn bei den Hamburger Hafen- und Verkehrsbetrieben misslingt. Grund: Die von Mehdorn angestrebte Verlagerung der Bahn-Zentrale von Berlin nach Hamburg war am Nein des Bundeskabinetts gescheitert.

8. November 2006: Die Fachpolitiker einigen sich grundsätzlich auf eine Teilprivatisierung bis 2009. Das Netz soll beim Bund bleiben, die Bahn soll es aber bewirtschaften und in der Bilanz führen können.

19. März 2007: Mit der Forderung der Lokführergewerkschaft GDL nach einem eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal beginnt ein einjähriger Tarifkonflikt. Vermittlungsbemühungen scheitern im August, es kommt zu einer Serie von Streiks im Güter- und Personenverkehr. Erst im März 2008 wird der Konflikt beigelegt.

12. September 2008: Nach einer Welle der Empörung bis hinauf zur Bundesregierung gibt die Bahn ihre Pläne für eine neue Extra-Gebühr von 2,50 Euro beim Kauf von Fernzugtickets auf.

9. Oktober 2008: Die Bahn legt ihren für den 27. Oktober geplanten Börsengang wegen der Finanzmarktkrise auf Eis. Der geplante Verkauf von 24,9 Prozent der Tochter DB Mobility Logistics wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

24. Oktober 2008: Die Bahn zieht einen Teil ihrer ICE-Flotte wegen möglicher Sicherheitsmängel der Zugachsen kurzfristig aus dem Verkehr. Bundesweit kommt es zu erheblichen Einschränkungen auf mehreren Linien. Die Kontrollen dauern an.

3. Februar 2009: In der Datenaffäre um mehr als 170 000 überprüfte Mitarbeiter reagiert Mehdorn auf die heftige Kritik und räumt in einem Mitarbeiterschreiben erstmals Fehler ein. Zwei Wochen später entzieht der Aufsichtsrat Mehdorn die Aufklärung der Affäre und legt sie in die Hände von Sonderermittlern.

30. März 2009: Mehdorn kündigt seinen Rücktritt an. In einer Aufsichtsratssitzung am Vortag waren neue Vorwürfe erhoben worden. Die Bahn soll demnach flächendeckend E-Mails ihrer Mitarbeiter kontrolliert haben.

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