Chronologie: DNA-Spuren des angeblichen Phantoms

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Deutsche Presse-Agentur

Die DNA-Spuren der angeblichen „Frau ohne Gesicht“ sind in ganz Europa gefunden worden. Hinweise auf das vermeintliche „Phantom“ wurden bei mehreren Morden und Einbrüchen sichergestellt - zusammen mindestens 38 Straftaten.

Mai 1993: In Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) wird eine 62-jährige Rentnerin in ihrer Wohnung erdrosselt und ausgeraubt. Am Tatort sichert die Polizei genetische Spuren einer Frau.

März 2001: In Freiburg wird ein 61-jähriger Frührentner erdrosselt gefunden. Die Polizei entdeckt am Tatort die DNA, die auch beim Mord in Idar-Oberstein sichergestellt worden war.

Oktober 2001: Die Polizei entdeckt auf einem Parkplatz in Gerolstein (Rheinland-Pfalz) die DNA der Frau an einer Einwegspritze, mit der ein Drogencocktail verabreicht worden war.

August 2002: Nach der Frau wird zum ersten Mal in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gefahndet. Die Sendung führt zu keiner Aufklärung der Morde von 1993 und 2001.

Herbst 2004: Entlang der Inntalstrecke in Österreich beschäftigt sich die Polizei mit einer Diebstahlserie. Nach Einbrüchen in Gartenhäuschen werden Kleidungsstücke wie Jogginghose und Kapuzenjacke gefunden, an denen sich DNA-Spuren der Frau befinden.

April 2005: In der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ startet die Kripo einen neuen Anlauf, um auf die Spur der Unbekannten zu kommen. Die Fahndung bleibt ohne Erfolg.

April 2007: Die aufsehenerregendste Spur der Frau wird gefunden: In Heilbronn wird eine 22 Jahre alte Polizistin bei ihrem Streifenwagen erschossen. Ihr Kollege überlebt seine lebensgefährlichen Kopfverletzungen. Am Wagen wird das DNA-Material der unbekannten Frau sichergestellt.

31. Mai 2007: Die Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ soll erneut bei der Aufklärung der Morde helfen. Entscheidende Hinweise bringt sie nicht.

27. März 2008: Die Polizei gibt bekannt: Nach dem Mord an drei Georgiern im Raum Heppenheim (Hessen) wird im Auto eines verdächtigen V-Manns des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes eine genetische Spur der Frau gefunden.

26. August 2008: Das ZDF strahlt eine Dokumentation über die „Frau ohne Gesicht“ aus. Am Tag danach erhält die Polizei in Heilbronn eine Fülle von Hinweisen - eine heiße Spur ist nicht dabei.

18. Dezember 2008: Ermittler finden weitere DNA-Spuren im Wagen einer 45 Jahre alten Krankenpflegerin in Weinsberg (Kreis Heilbronn). Spaziergänger hatten die Frau Ende Oktober tot gefunden. Ob sie ermordet wurde, ist unklar.

25. Dezember 2008: Das Landeskriminalamt (LKA) weist Spekulationen um verunreinigte Utensilien für die DNA-Analyse bei der Suche nach dem Heilbronner „Phantom“ zurück.

5. Januar 2009: Die ARD rollt die mysteriösen Straftaten, die auf das Konto der „Frau ohne Gesicht“ gehen sollen, in einer Sendung auf. Bei der Polizei gehen erneut Hinweise ein, doch eine heiße Spur ist wieder nicht dabei.

13. Januar 2009: Mit der höchsten Belohnung in der Geschichte Baden-Württembergs will das Land die zähe Aufklärung des Heilbronner Polizistenmords vorantreiben: Die Belohnung wird auf 300 000 Euro verdoppelt.

18. März 2009: Die Polizei findet eine neue Spur im Saarland. Ermittler sichern dort DNA-Material der Unbekannten an einer Getränkedose im Zusammenhang mit einem Einbruch in einer Saarbrücker Schule im Juli 2007.

25. März 2009: Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart untersucht, ob Wattestäbchen, mit denen Spuren an Tatorten gesichert wurden, schon vorher mit DNA verunreinigt waren.

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