Chronologie: Der Niedergang von Qimonda

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Nach wochenlangen dramatischen Rettungsbemühungen hat der krisengeschüttelte Chiphersteller Qimonda Insolvenz angemeldet. Die Deutsche Presse-Agentur dpa dokumentiert den Weg in die Pleite:

September 2008: Die Anzeichen für schwere Turbulenzen in der Halbleiter-Industrie mehren sich. Die Branche kämpft mit einem Preisverfall und Überkapazitäten.

13. Oktober 2008: Qimonda gibt bekannt, dass 3000 der weltweit 13 000 Stellen gestrichen werden sollen. Im Dresdner Werk sind 950 der 3000 Jobs betroffen, in München 600.

17. November 2008: Hinter verschlossenen Türen laufen Verhandlungen mit dem Land Sachsen und dem Bund über ein Rettungspaket für Qimonda.

27. November 2008: Die Qimonda-Mutter Infineon fordert zur Rettung von Qimonda eine Bürgschaft über 500 Millionen Euro von Bund und Land. Die Suche nach einem Investor für einen 77,5-Prozent-Anteil bleibt erfolglos.

01. Dezember 2008: Der Sozialplan für die von der Streichung von 950 Jobs in Dresden betroffenen Mitarbeiter steht.

05. Dezember 2008: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erklärt, sich bei der Qimonda-Rettung nicht von Infineon unter Druck setzen lassen zu wollen.

16. Dezember 2008: Der Freistaat Sachsen will ein Darlehen von 150 Millionen Euro gewähren - unter der Bedingung, dass Infineon die gleiche Summe zuschießt. Infineon lehnt dies jedoch ab.

18. Dezember 2008: Infineon veröffentlicht eine Kreditzusage über 75 Millionen Euro und bietet den Verkauf eines Aktienpaketes an - die von Sachsen geforderten 150 Millionen Euro werden nicht erreicht.

19. Dezember 2008: Mehrere hundert Qimonda-Mitarbeiter demonstrieren vor der Infineon-Zentrale in München. Auch das Land Bayern ist in die Gespräch eingebunden.

21. Dezember 2008: Der Freistaat Sachsen und Infineon einigen sich auf ein Hilfspaket für Qimonda. Es umfasst Darlehen über 325 Millionen Euro: 150 Millionen Euro vom Land Sachsen, 100 Millionen Euro von Portugal, wo es ein Werk gibt,und 75 Millionen Euro von Infineon.

6. Januar 2009: Sondersitzung des Sächsischen Kabinetts: Qimonda und Infineon werden erinnert, eine Gesamtfinanzierung bis hin zur geplanten Erweiterung des Dresdner Werkes vorzulegen.

22. Januar 2009: Aus Finanzkreisen wird bekannt, dass Qimonda kurzfristig zusätzlichen Finanzbedarf von 300 Millionen Euro habe.

23. Januar 2009: Der Speicherchiphersteller Qimonda ist pleite und stellt beim Amtsgericht München Insolvenzantrag.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen