Catalin Dorian Florescu erhältden Eichendorff-Literaturpreis

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Catalin Dorian Florescu erhält den Eichendorff-Literaturpreis. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Vera Stiller
Redakteurin

Schöne Tradition ist es geworden, die Wangener Gespräche mit einer Ausstellung zu beginnen. In diesem Jahr sind Werke von Edit Bernhardt-Herr aus Überlingen zu sehen. Nach der Eröffnung am morgigen Donnerstag, 27. September, um 18 Uhr im Giebelsaal der Badstube durch Stefanie Kemper, der neuen Vorsitzenden des Wangener Kreises, hält Dagmar Fankhaenel aus Markdorf die Laudatio auf die Künstlerin. Mit Walter Neumann und Kostproben seiner Lyrik und Prosa – 20 Uhr im Weberzunfthaus – endet der erste Teil der Tagung.

Der Freitag ist ganz dem gesprochenen Wort gewidmet. Wobei die einzelnen Beiträge alle im Weberzunfthaus stattfinden. Begonnen wird um 9.30 Uhr mit der Lesung von Kolja Mensing aus Berlin, der sich mit den „Legenden der Väter“ befasst. Eine Lesung von Filip Springer (Poznán/Posen) um 10 Uhr und das Gespräch zwischen den beiden Literaten ab 10.30 Uhr, das von Dr. Maximilian Eiden (Görlitz) moderiert wird, schließen sich an.

OB Michael Lang liest

Nach der Mittagspause gibt es für die Wangener Gespräche eine Premiere: Um 14.30 Uhr liest Oberbürgermeister Michael Lang aus Gerhart Hauptmanns Buch „Die Insel der großen Mutter“. Hauptmann ist auch das Thema, wenn Dr. Günter Gerstmann (Jena) um 15 Uhr über den „neuen Christophorus“ und Christian Kuhlmann (Halle) anschließend über den „Dichter dramatischer Einsamkeit“ sprechen. Den Reigen beschließt Stefanie Kemper (Maierhöfen) mit einer kurzen Autorenlesung „an Gerhart Hauptmann“, bevor es um 18Uhr zum Empfang der Stadt geht.

Wieder in das Weberzunfthaus zurückgekehrt, wird ab 20 Uhr Mundart geboten. Einmal schwäbische durch Claudia Scherer (Wangen), zum anderen schlesische, wie sie in Gerhart Hauptmanns Bühnenwerken zu finden ist. Für die Authentizität zeichnet der Arbeitskreis Schlesische Mundart mit Friedrich-Wilhelm Preuß, Dietrich Roth und Liselotte Weske.

Prälat Wolfgang Globisch (Opole/Oppeln) eröffnet um 15 Uhr mit einem Vortrag über „das versöhnende Wort in Oberschlesien 1989 bis 2012“ den öffentlichen Teil des Samstags, Autor Dietmar Grieser aus Wien stellt ab 17 Uhr „Das zweite Ich“ vor. Besonders feierlich wird es um 20Uhr, wenn das langjährige Vorstandsduo Monika Taubitz und Anne Wachter (beide Meersburg) geehrt wird. Musik dazu kommt von der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu.

Den Höhepunkt der Tagung bildet am Sonntag, 30. September, um 11Uhr in der Bücherei im Kornhaus die Feierstunde zur Verleihung des Eichendorff-Literaturpreises 2012. Vorsitzende Stefanie Kemper begrüßt und Manfred Papst aus Zürich hält die Laudatio auf Catalin Dorian Florescu, der nach der Überreichung des Preises lesen wird.

Florescu, 1967 im rumänischen Timisoara geboren, studierte Psychologie an der Universität Zürich, bevor er von 1995 bis 2001 als psychotherapeutischer Begleiter in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige tätig war. Seither lebt er als freier Schriftsteller in Zürich. Florescu erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem den Chamisso-Förderpreis, das Buch des Jahres 2001 der Schweizerischen Schillerstiftung, den Anna Seghers-Preis 2003 sowie 2008 den Dresdner Stadtschreiber und 2011 den Schweizer Buchpreis. Zuletzt erschien sein Roman „Jacob beschließt zu lieben“.

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