Caritas feiert ihren 30. Geburtstag

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 Freuen sich über 30 Jahre Caritas in Lindau (von links): Diözesan-Caritas-Direktor Domkapitular Andreas Magg, Pfarrer Darius Ni
Freuen sich über 30 Jahre Caritas in Lindau (von links): Diözesan-Caritas-Direktor Domkapitular Andreas Magg, Pfarrer Darius Niklewicz, Gründungsmitglied Ludwig Hörmann, erster Vorsitzender Helmut Pietsch, Geschäftsführer Harald Thomas, zweiter Vorsitzender Wolfgang Terwart, Caritasrat Bernhard Klumpp und Ehrenmitglied Hermine Schedewy (Foto: isa)
isa und Isabel de Placido

Lindau (isa) – Direkt vor Ort auf der Seite der Schwachen stehen - mit diesem Ziel hat sich vor genau 30 Jahren der Caritasverband Lindau als eigenständiger Verein gegründet. Seither ist viel passiert und die Lindauer Caritas hat sich von einem Sozialberatungsverein zu einem mildtätigen Verein mit einem vielfältigen Angebotsspektrum entwickelt, der die Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt seines Tuns stellt. Mit einem Gottesdienst und einer kleinen aber feinen Jubiläumsfeier hat der Caritasverband seinen Geburtstag gefeiert.

„Wenn wir heute 30 Jahre Caritasverband Lindau feiern, feiern wir das Leben“, hatte Domkapitular Andreas Magg während des Gottesdienstes gesagt, den der Diözesan-Caritas-Direktor gemeinsam mit Pfarrer Darius Niklewitz sowie dem ehemaligen Caritaspfarrer Helmut Bertele hielt und mit dem der Caritasverband Lindau seine Feier zu seinem 30. Geburtstag eingeleitet hat. Sowohl zum Gottesdienst als auch zum anschließenden Stehempfang waren nicht nur zahlreiche Weggefährten, Freunde und Honoratioren aus dem ganzen Landkreis Lindau in die katholische Kirchengemeinde St. Ludwig gekommen, sondern auch viele Gläubige. Kein Wunder. Ist doch der Caritasverband mit seinen verschiedenen Angeboten, wie etwa den Mittagstischen und den Tafelläden in Lindau und Lindenberg zu einer sozialen Größe geworden, die jeder kennt. Leider eigentlich. Aber gleichzeitig hat der Verein damit auch seine Aufgabe erfüllt, für die er gegründet wurde. Denn wie Domkapitular Magg erklärte, sollte der Verein vor 30 Jahren deswegen gegründet werden, um an der Seite der Schwachen zu stehen und sie zu unterstützen, aber auch um als Caritas vor Ort Präsenz zu zeigen. Deshalb sollte der katholische Wohlfahrtsverband in Lindau auch keine Kopie der anderen Caritasverbände im Bistum werden, sondern sein „eigenes Gesicht“ entwickeln. Einen eigenen Charakter, der sich an all dem orientiere, was die Menschen hier vor Ort brauchen. Und deswegen wiederum habe sich die „Lindauer Caritas“ von Anfang an der Armutsbekämpfung angenommen. Heute, so sagte Magg, sei die Lindauer Caritas zwar der kleinste Verband unter den insgesamt vierzehn Kreis-Caritas-Verbänden im Bistum Augsburg, dafür sei er jedoch „klein aber fein“.

Start mit drei Mitarbeitern

Im buchstäblichen Sinne klein war der Verband jedoch nur in seinen Anfängen. In seiner Rede schilderte Vorsitzender Helmut Pietsch, dass die Geschäftsstelle vor 30 Jahren mit drei Mitarbeitern auf der Insel gestartet habe. Lag der Schwerpunkt der Arbeit damals auf der allgemeinen Sozialberatung, kam später die Kurberatung und-vermittlung hinzu. Heute umfasst das Angebotsspektrum neun Dienste. Von den besagten Beratungen über die Tafeln und Mittagstische bis hin zum Betreuungsverein und der gemeindeorientierten Sozialarbeit. Mit dem neuesten Dienst, nämlich die Vermittlung von Paten gegen Armut, hat die Caritas erst im vergangenen Jahr begonnen. Und aus den anfänglich drei sind mittlerweile 200 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter geworden. „Lassen Sie uns die Gläser erheben auf 30 fruchtbare Jahre des Wirkens und auf eine Zukunft in der unsere Arbeit immer weniger erforderlich wird“, wünschte sich Pietsch.

Ein Wunsch, dem sich die weiteren Redner anschlossen. Während Landtagsabgeordneter Leopold Herz in seinen Grußworten die Bedeutung der Tafeln in der heutigen Überflussgesellschaft hervorhob, bedauerte der stellvertretende Landrat Johann Zeh die Tatsache, dass der Caritasverband im Landkreis nicht mehr wegzudenkenden sei. Stadtrat Willi Böhm brachte den Stolz der Stadt Lindau auf die Einrichtung zum Ausdruck und Anneliese Spangehl von „Wir helfen“ dankte dem Verband für die gute Zusammenarbeit. Dagegen ermahnte Pfarrer und Hausherr Darius Niklewics launig zur Demut, als er den Gästen mit einem verschmitzten Augenzwinkern ins Bewusstsein rief: „Wir kommen alle irgendwann in die Jahre, wo wir auch auf das Gnadenbrot angewiesen sind.“ Womit er das „Gnadenbrot“ mit „die Hilfe anderer“ übersetzt haben wollte. Transformiert lautete dann seine Ermahnung: „Wir kommen irgendwann alle in das Alter, wo wir über eine ausgestreckte Hand dankbar sind.“

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