Alt und Jung nehmen gemeinsam Abschied. Rechts sitzend: Ehrenkommandant Karl Schwarz und neben ihm Ehrenkommandant Hans Peter F
Alt und Jung nehmen gemeinsam Abschied. Rechts sitzend: Ehrenkommandant Karl Schwarz und neben ihm Ehrenkommandant Hans Peter Fularczyk. Links sitzend: Ehrenmitglied Edwin Söllner. Von links: Kurt Blaser (Kommandant), Wendelin Striegel, Fabian Blaser, Jan Schwarz, Erwin Müller, Rudolf Birkhofer, Karl Müller, Kai Schwarz, Günther Schwarz, Raphael Birkhofer, Georg Kordeuter und Marc Schwarz. (Foto: Josef Unger)
Josef Unger

Die Freiwillige Feuerwehr Kalkreute, eine Abteilung der Feuerwehr der Gemeinde Ostrach, gibt es seit dem Jahreswechsel 2018/19 nicht mehr. Sie wird in die Löschgruppe Burgweiler einverleibt. Das heißt, dass aktive Wehrmänner, die bereits die Grundausbildung in Ostrach oder Burgweiler hinter sich haben, in die Wehr Burgweiler eintreten.

Kalkreutes Kommandant und Hauptlöschmeister Kurt Blaser wird die Kameraden beim Wechsel begleiten und ebenfalls in Burgweiler Dienst leisten. Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch die Einsicht, dass die technische und digitale und nicht zuletzt die demografische Entwicklung größere und leistungsfähige Einheiten fordert, hatte Vorrang.

Geschichte geht weit zurück

Zwar hat die Kalkreuter Wehr im Juni 2005 ihr 50-jähriges Gründungsjubiläum gefeiert, doch ihre Geschichte geht um Jahrhunderte zurück, als die Menschen sozusagen unter dem Krummstab lebten, nämlich als Zugehörige der „Oberen Herrschaft Ostrach“ des Klosters Salem. Die dortigen Äbte erließen für untertänige Orte strenge Vorschriften im Sinne der Feuerverhütung und des Löschwesens. Schließlich erwarb Abt Ulrich II Anno 1282 für zwölf Mark Silber die Stift Zwiefaltenschen Güter zu „Galgreuthe“ mit Bewilligung des Bischofs Rudolf II. von Konstanz.

„Wir haben die Entscheidung nicht von heute auf morgen getroffen“, bestätigt Kommandant Kurt Blaser gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Man habe Gespräche geführt mit Ortsvorsteher Rudolf Birkhofer, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist, sowie mit dem Ortschaftsrat, mit der Gemeinde Ostrach, mit der Gesamtfeuerwehr und der Abteilung Burgweiler. Gemeinsam habe man schließlich den richtigen Weg vorbereitet, zumal bereits seit einiger Zeit aktive Kalkreuter Wehrmänner ihren Dienst in Burgweiler leisten und auch bereits neu uniformiert wurden. Es sind dies Kurt Blaser, Fabian Blaser, Jan Schwarz, Rudolf Birkhofer, Kai Schwarz, Raphael Birkhofer und Marc Schwarz.

Die letzte Feuerwehrprobe fand statt am 5. Dezember, bei der Kommandant Kurt Blaser sich herzlich bedankte für die Kameradschaft über viele Jahre hinweg, den kommunalen Einrichtungen für ihr Verständnis, den Einwohnern von Kalkreute für die Wertschätzung und nicht zuletzt den Frauen und Freundinnen der Wehrmänner für ihre selbstlose Unterstützung bei Veranstaltungen. Die neu gegründete Dorfgemeinschaft wird das Gerätehaus mit Mannschaftsraum künftig unterhalten und modernisieren, wobei die beiden Spritzen aus den Jahren 1860 und 1881 – und selbstverständlich auch St. Florian vom Jubiläumfest – Ehrenplätze einnehmen werden.

Ähnlich wie in Kalkreute war die Situation im benachbarten Spöck. Auch dort hat sich die Löschgruppe aufgrund der Altersstruktur und der sinkenden Mitgliederzahl zur Auflösung entschlossen. Sie hat sich bereits Ende 2017 an die Burgweiler Wehr angeschlossen und eine Dorfgemeinschaft gegründet, um sich mit um das Feuerwehrhaus zu kümmern, das die Hilb-Hexen schon mit genutzt hatten. Burgweiler ist neben dem Kernort Ostrach und dem Weithart eine von drei Einsatzabteilungen der Feuerwehr in Ostrach. Während die Löschgruppen in den kleinen Dörfern gar nicht über die personelle und technische Ausstattung verfügen, um einen größeren Einsatz zu bewältigen, sind die Hauptstützpunkte gut ausgestattet.

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