Bundesregierung bestürzt über Anschlag

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Deutsche Presse-Agentur

Die Bundesregierung hat sich bestürzt über den Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul gezeigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei entsetzt über diesen „menschenverachtenden Terrorakt“, hieß es in einer Mitteilung, die am Samstag in Berlin verbreitet wurde.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den Anschlag als „feigen Akt der Barbarei“. Merkel und Steinmeier versicherten, dass Deutschland weiter zu seinem Engagement in Afghanistan stehe. „Wir werden uns durch Terror und Schrecken nicht davon abbringen lassen, unsere Hilfe für das afghanische Volk fortzusetzen“, sagte Steinmeier. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte der „Bild am Sonntag“: „Wir müssen den Kampf gegen die Taliban konsequent fortsetzen.“

Bei dem Anschlag im Regierungs- und Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt sprengte ein Selbstmordattentäter ein Auto in die Luft und riss mindestens fünf Menschen mit in den Tod. Darunter war ein US-Soldat. Nach Angaben von Ärzten wurden zudem mehr als 30 Menschen zum Teil schwer verletzt. Unter ihnen sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin auch einige Botschaftsmitarbeiter. Die deutsche Vertretung richtete einen Krisenstab ein. Um die Sicherheit zu erhöhen, befänden sich derzeit auch Feldjäger der Bundeswehr in Kabul, teilte das Auswärtige Amt weiter mit.

Auch CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla zeigte sich erschüttert. „Wir trauern angesichts dieses erbärmlichen Anschlags um die Toten. Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen“, sagte er am Samstag in Potsdam. Pofalla dankte den Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan und den Botschaftsangehörigen für ihre Arbeit.

Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin bezeichnete die Attacken der Taliban als „menschenverachtend“. Sie forderten seit geraumer Zeit die meisten zivilen Opfer in Afghanistan. „Durch nichts lässt sich ihr Vorgehen rechtfertigen.“ Trittin forderte erneut, den zivilen Aufbau und die Ausbildung der Polizei entschlossener zu unterstützen.

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