Jan von Holleben bei seinem Vortrag in der Aula des Schulverbunds Munderkingen.
Jan von Holleben bei seinem Vortrag in der Aula des Schulverbunds Munderkingen. (Foto: Burghart)
Schwäbische Zeitung

Munderkingen - Der Fotograf und Buchkünstler Jan von Holleben ist am Donnerstag in die Munderkinger Schulaula gekommen, um mit rund 80 Viertklässler aus dem Munderkinger Schulverbund und aus der Förderschule über sein Buch „WWWas?“ zu sprechen. Im Rahmen einer Sachbuchreihe für Kinder, in der es auch um Themen wie Politik, Religion oder Pubertät geht, erschien „WWWas?“ als Titel, der sich kindgerecht mit dem Internet beschäftigt. „Dazu habe ich die passenden Fotos geliefert“, erklärte Jan von Holleben.

Zum Einstieg zeigte der Fotograf den Schülern, „dass es beim Fotografieren auf die Perspektive ankommt“. Und so wurden auf seinen gezeigten Fotos Bälle zu Planeten, Papprollen zu Raketen, Staubsauger zu Geisterfängern und Mülltonnen zur Skyline von New York. Nach seinem Beruf gefragt, sagte von Holleben: „Seit meiner Kindheit spiele ich eigentlich den ganzen Tag. Heute meist, um tolle Spaßfotos für die Bücher zu schießen.“ Sehr viele seiner Fotos entstünden mit Kindern, die wie Schauspieler vor seiner Kamera eine Geschichte spielen. Ein auf einem Bügelbrett über eine Folienwelle surfender Junge, neben dem Vögel aus Kleiderbügeln fliegen, ist das Einstiegsfoto in „WWWas?“.

Thema Cybermobbing kommt auf

Auf die Frage, wer schon mal im Internet gesurft hat, schossen alle Hände der Viertklässler in die Höhe. „Das Internet ist eine echt tolle Sache, es birgt aber auch gewisse Gefahren und die soll mein Buch zeigen“, sagte Jan von Holleben und zeigte ein Foto verknoteter Schnürsenkel, die das weltweite Netz darstellen sollten. Von Holleben sprach von Cybermobbing, zeigte Staus auf der Datenautobahn mit Hilfe von Spielzeugautos und betonte, dass es im Internet ein „Maskenspiel wie zu Karneval“ gebe. „Im Internet kann sich jeder hinter sogenannten Nicknames verstecken. Da müsst ihr gut aufpassen und möglichst wenig von euch erzählen“, sagte der Fotograf. „Viele Sachen die im Internet echt cool wirken, sind es in Wirklichkeit gar nicht“, betonte von Holleben und zeigte den Kindern das Foto eines „nur auf den ersten Blick tollen Eisbechers“.

Bei genauem Hinsehen entdeckten die Kinder, dass statt Eiskugeln geschälte Zwiebeln im fotografierten Becher steckten. Auf die selbst gestellte Frage, ob man Cookies essen kann, antwortete von Holleben: „Echte Kekse schmecken lecker, die Kekse im Internet sind aber ein bisschen schwieriger, denn sie verfolgen euch aber auf Schritt und Tritt auf einer Homepage“. Das Internet vergesse nichts, betonte er „und Cookies sind die Spuren, die ihr im Internet hinterlasst“.

Jan von Holleben wuchs am Kaiserstuhl auf, studierte Sozialpädagogik in Freiburg und später „Fotografie“ in Großbritannien. Er lebt und arbeitet in Berlin, hat zahlreiche Büchern veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet. „Die Kinder auf meinen Bildern sind keine Models, sie sind eher Schauspieler und bringen oft als meine Mitarbeiter kreative Ideen ein“, sagte er am Donnerstag. Der Besuch von Hollebens im Munderkinger Schulzentrum kam in Zusammenarbeit der Munderkinger Mediathek und den Schulen zustande. „Wir freuen uns über diese tolle Unterrichtsstunde mit diesem tollen Künstler“, sagte Ulrike Thiel von der Munderkinger Mediathek.

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