Brenzbahn: Kreistag sendet Signal nach Stuttgart

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Was den elektrischen Fahrdraht über der Brenzbahn anbelangt, ist auf dem Aalener Bahnhofsgelände, ein paar Meter hinter der Hoc
Was den elektrischen Fahrdraht über der Brenzbahn anbelangt, ist auf dem Aalener Bahnhofsgelände, ein paar Meter hinter der Hochbrücke, Schluss. Denn die eigentliche Strecke von Aalen nach Ulm ist noch nicht elektrifiziert. Was sich aber so schnell w (Foto: Archiv: Thomas Siedler)
Markus Lehmann

Mit einem Positionspapier drängt der Kreistag darauf, dass die Elektrifizierung der Brenzbahn in den „vordringlichen Bedarf“ kommt. Er versteht das als Signal in Richtung Verkehrsministerium und als einheitliches Votum aus Ostwürttemberg – die Forderung ist mit dem Kreis Heidenheim abgestimmt, erklärt Landrat Klaus Pavel.

Der Ostalbkreis will diesen Schritt, um den Schienenverkehr in der Region zu verbessern. Es geht um deren Anschluss nach Ulm und damit an das europäische Schienen-Hochgeschwindigkeitsnetz, sprich an die „Magistrale für Europa“ zwischen Paris und Budapest. Und konkret für den Ostalbkreis zugleich um eine bessere Anbindung großer Arbeitgeber wie etwa Zeiss an die Großstädte. „Die nicht vorhandene Elektrifizierung steht dem entgegen“, heißt es in dem Papier.

Bereits im Regionalplan 2010 steht, dass die Elektrifizierung der Verbindung Ulm-Heidenheim-Aalen die Voraussetzung für eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit sei. Unter anderem deswegen, so heißt es im Positionspapier, sei es „unverständlich“, dass Verkehrsminister Winfried Hermann am 17. April ausgeführt habe, die Region hätte sich nie für eine Elektrifizierung ausgesprochen und sie habe zu wenig Reisende.

Mit dem Papier, so Pavel, setze man jetzt „ein Signal“ mit einem „einheitlichem Votum“ für die ganze Region. Das Entwicklungskonzept bei der Elektrifizierung hat vier Stufen. Die Brenzbahn ist momentan in Stufe 3 – langfristiger Bedarf, „in ferner Zukunft“ also, so Pavel. Mit dem Antrag soll sie auf Stufe 2 rutschen – in den vordringlichen Bedarf. Pavel hatte an die großen Zeiträume erinnert, die man beim Straßenbau einkalkulieren muss, 20 bis 25 Jahre, bei der Bahn seien es noch deutlich mehr. Deshalb wird nun die Elektrifizierung als Stufe 1 gefordert, im zweiten Schritt wird der „Forderung hinsichtlich eines perspektivisch zweigleisigem Ausbau der Brenzbahn Nachdruck verliehen.“ Man brauche beides, sagt Pavel: Elektrifizierung und Zweigleisigkeit.

Wunsch: Ein „Jungbrunnen“ für die Bahn

Der Landrat hatte unter anderem das Ziel viereinhalb Stunden bis Berlin ausgegeben und Kreisrat Thilo Rentschler (SPD) ausdrücklich für das Engagement beim Bahnhalt West in Aalen gedankt. Rentschler selbst sieht das Papier als „klares Signal für diese Raumschaft und für Heidenheim“. Die Bahn sei leider ein „schwerfälliger Tanker“, für den er sich gerne einen „Jungbrunnen“ wünsche. Viele Bürger würden sich wundern, warum die Brenzbahn nicht schon elektrifiziert ist. Michael Lang (FDP) brachte die Variante der Brenzbahn mit Wasserstoff-Hybridantrieb bei den Triebwagen ins Spiel: Sie seien innovativ, umweltfreundlich und würden Geschwindigkeiten bis 140 Stundenkilometer bei einer Reichweite bis 1000 Kilometer ermöglichen.

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