Borkenkäfer und Trockenheit machen dem Wald zu schaffen

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Eingeschlagenes Holz wartet in Neuhausen ob Eck auf den Abtransport zur Weiterverarbeitung.
Eingeschlagenes Holz wartet in Neuhausen ob Eck auf den Abtransport zur Weiterverarbeitung. (Foto: winfreid Rimmele)
Winfreid Rimmele

NEUHAUSEN OB ECK - Mit einer Gedenkminute an den kürzlich verstorbenen ehemaligen Bürgermeister und Ehrenbürger Walter Renner hat jetzt unter der Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters, Markus Seeh, die öffentliche Gemeinderatssitzung in Neuhausen ob Eck begonnen.

Der Neuhauser Gemeindewald wird im Forstwirtschaftsjahr 2018 voraussichtlich einen Gewinn von 61 000 Euro erzielen. Das Ergebnis werde um 19 000 Euro niedriger ausfallen als im Planansatz vorgesehen war. Dies sei trotz der extremen Trockenheit und enormem Borkenkäferbefall noch ein respektables positives Rechnungsergebnis, erfuhr der Gemeinderat vom Neuhauser Revierleiter und Gemeinderatsmitglied Harald Müller.

Durch die lange extreme Trockenheit konnte sich der Borkenkäfer mit bis zu vier Käferflug-Generationen vermehren. Die Trockenheit führte auch dazu, dass von den mehr als 7500 Jungpflanzen über ein Drittel vertrocknet seien und neu gepflanzt werden müssen. Die Gemarkung Neuhausen ob Eck sei am stärksten von allen Gemeinden im Kreis Tuttlingen betroffen gewesen.

Derzeit werde nur auf Bestellung Holz eingeschlagen. Das Augenmerk liege auf dem Fällen und Vermarkten von Käferholz. Allerdings sei die Lage am Holzmarkt nicht zu prognostizieren, da auch Sturmholz aus Südtirol auf den Markt dränge, und der Holzmarkt derzeit gesättigt sei.

Im kommenden Jahr will die Gemeinde 3800 Festmeter Holz einschlagen. Dies entspreche der in der Forsteinrichtung jährlich vorgesehenen Menge. Insgesamt rechnet die Gemeinde im kommenden Jahr im Forstbetrieb bei Gesamteinnahmen von rund 265 000 Euro und Ausgaben von rund 185 000 Euro mit einem Überschuss von 80 000 Euro.

Dabei investiert die Gemeinde in Kulturen, Bestandspflege, Erschließung der Waldwege und Schutzfunktionen insgesamt über 30 000 Euro. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die Holzmarktlage wieder verbessere und die Witterung und der Borkenkäfer den Forstwirten keinen Strich durch die Rechnung machen. Der Gemeinderat stimmte dem Bewirtschaftungsplan bei einer Enthaltung einstimmig zu.

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