Bodolz steht finanziell gut da

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 Die Zahlen stimmen: Bürgermeister Christian Ruh.
Die Zahlen stimmen: Bürgermeister Christian Ruh. (Foto: Archiv: Isabel Kubeth de Placido)
Schwäbische Zeitung

Bodolz – Dank vorsichtiger Ansätze und eines guten Rücklagenpolsters hat der Bodolz Gemeinderat auch in diesem Jahr wieder einen ausgeglichenen Haushalt verabschieden können. Und weil beim Haushalt 2020 von den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie noch wenig zu spüren ist, will sich die Gemeinde auch alle finanziellen Möglichkeiten offen halten für Entwicklungen und Investitionen die zuvor schon angedacht oder geplant waren.

„Wir haben wieder einen ausgeglichenen Haushalt ohne neue Kreditaufnahmen und ohne Steuererhöhungen. Es ist ein schöner Haushalt“, kündigte Bürgermeister Christian Ruh dem Gemeinderat an, bevor Kämmerer Ralph Schielin den Haushalt 2020 und damit den finanziellen Rahmen der Gemeinde für dieses Jahr, präsentierte. Ein Haushalt, der sich mit einem Gesamtvolumen in Höhe von gut acht Millionen Euro durchaus sehen lassen kann und der neben den Pflichtausgaben auch einige interessante Investitionen beinhaltet.

Während von diesen gut acht Millionen Euro knapp 5,6 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt entfallen, entfallen knapp 2,5 Millionen auf den Vermögenshaushalt. Wie auch schon das Haushaltsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um gut 1,5 Millionen Euro gestiegen ist, fällt, auch das Nettosteueraufkommen mit fast 2,7 Millionen Euro und damit einem Plus von fast 321 000 Euro höher aus als im Jahr davor. Der Grund dafür ist, so erklärte der Kämmerer, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, dem Anteil an der Einkommenssteuer und die Schlüsselzuweisungen gestiegen seien. Was jedoch keineswegs daran liege, dass Bodolz von den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie verschont geblieben wäre. Vielmehr, so erklärte Schielin auf Nachfrage der LZ, seien diese Zahlen der Tatsache geschuldet, dass er von jeher konservative und damit zurückhaltende Ansätze wähle, in der Hoffnung, dass sie sich am Ende dann doch besser entwickelten. Die Gemeinde habe daher sehr wohl Einnahmerückgänge zu verzeichnen, und zwar bisher rund 50 000 Euro, allerdings deckten die Ansätze diese Einbußen ab. Wirkliche Auswirkungen der Corona-Pandemie würden jedoch erst ab dem kommenden Jahr zu spüren sein, prognostizierte er.

Ungeachtet dessen will Bodolz heuer für über zwei Millionen Euro investieren. Um dies zu stemmen, müssen allerdings knapp 1,6 Millionen Euro aus der Rücklage entnommen werden, beträgt doch die Zuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt 671900 Euro.

Den größten Posten bei den Investitionen macht dabei das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Feuerwehr aus, das der Kämmerer mit 500 000 Euro eingeplant hat. Gleichzeitig rechnet er allerdings mit Fördergeldern in Höhe von 100 000 Euro. Aber auch der Bauhof braucht einen Ersatz für seinen in die Jahre gekommenen Taro. Dafür wiederum sind 125.000 Euro eingeplant. 200 000 Euro hat die Gemeinde bereits in den Um- und Anbau am Dorfstüble in Enzisweiler investiert. Den gleichen Betrag, nämlich auch 200 000 Euro will sie wiederum für den Gutsgasthof Koeberle in die Hand nehmen. Hier soll noch in diesem Jahr das Untergeschoss ausgebaut werden, das sich noch im Rohbau befindet. Nach Willen des Gemeinderates soll hier hinein die Bücherei umziehen.

Mit viel Geld, nämlich mit 386.200 Euro, beteiligt sich Bodolz wiederum über den Abwasserverband am Ausbau und der Maschinenerneuerung der Kläranlage Lindau. 65 000 Euro sind zudem für einen Wasserübergabeschacht vorgesehen, der im Ortsteil Bettnau auf Privatgrund steht und die die Gemeinde auf eigenen Grund umverlegen will. Und die Sanierung ihrer Straßen, vornehmlich die Bahnübergänge Untere Steig, Bettnau und Brücke Enzisweiler, will sich die Gemeinde in diesem Jahr 290.000 Euro kosten lassen. Für den Wiederaufbau der Fußgängerbrücke Gartenstraße/ Rebweg hat der Kämmerer Ralph Schielin auch schon mal 62 000 Euro eingeplant, wenngleich eine politische Entscheidung noch aussteht. Auch den von Ratsmitglied Franz Joachim schon seit langem geforderten Ausbau des Geh- und Radweges von Enzisweiler nach Wasserburg entlang der Bahn hat sich Bodolz für dieses Jahr vorgenommen. Hierfür hat der Kämmerer 10 000 Euro vorgesehen. 25 000 Euro soll zudem in Straßenbeleuchtung investiert werden. Da Bodolz nach und nach die Laternen von den alten Quecksilberdampflampen auf energiesparende LED umstellen will, stellt diese Investition die zweite in Folge dar.

Doch auch in seine Kinder investiert die Gemeinde einiges. So stellt sie für die Ausstattung der Schule, wie etwa neue Möbel für ein Klassenzimmer sowie ein weiteres Smartboard 20000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen noch 50.000 Euro für den Außenbereich, wo eine Kletterwand aufgestellt werden soll und ein neuer Zaun den Pausenhof zur Rathausstraße abgrenzen soll. Und auf dem Sportplatz in Enzisweiler soll ein neuer Spielplatz entstehen. Hierfür sind 20 000 Euro vorgesehen. Ebenfalls 20 000 Euro will die Gemeinde zudem in eine Sonnenschutzanlage für das Rathaus investieren.

Zu all den geplanten Investitionen kommt gleichzeitig der Wille der Gemeinde hinzu, die Schulden zu reduzieren, weshalb eine Altschuldentilgung in Höhe von 391000 Euro vorgesehen ist. Wenn alles läuft wie geplant, wird Bodolz zum Ende des Jahres nur noch knapp 680 000 Euro Schulden haben. Und das wiederum entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 224 Euro.

Der Bodolzer Haushalt in Zahlen

Gesamtvolumen 8.047.700 Euro

Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 5.593.400 Euro und auf den Vermögenshaushalt 2.454.300 Euro.

Das Nettosteuereinkommen beträgt 2.676.200 Euro.

Aus dem Verwaltungshaushalt wird dem Vermögenshaushalt ein Überschuss von 671.900 Euro zugeführt.

Die bereinigte Investitionsrate, die sogenannte freie Spitze, beträgt 669.000 Euro

Der Vermögenshaushalt weist einen Investitionsanteil von 2.060.000 Euro aus.

Der Rücklage werden 1.595.400 Euro entnommen.

Die Rücklage beträgt dann 823.098 Euro.

Die Schulden werden 2020 von 1.068.779 Euro auf 678.876 Euro reduziert. Bei einer Einwohnerzahl von 3033 entspricht dies einer Pro-Kopf-Verschuldung von 224 Euro. Damit liegt Bodolz sowohl unter dem Landesdurchschnitt (590 Euro) als auch unter dem Landkreisdurchschnitt (718 Euro).

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